Wolfwil
Mehr Steuern als erwartet eingenommen

Die Jahresrechnung 2017 der Einwohnergemeinde Wolfwil schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 82'912 Franken. Budgetiert war ein solcher von 27'738 Franken.

Erwin von Arb
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Die Jahresrechnung der Gemeinde Wolfwil schliesst mit einem positiven Ergebnis ab.

Die Jahresrechnung der Gemeinde Wolfwil schliesst mit einem positiven Ergebnis ab.

Bruno Kissling

Vor der Verabschiedung der Jahresrechnung 2017 informierte Gemeindepräsident Georg Lindemann die 42 zur Gemeindeversammlung erschienenen Stimmberechtigten über die im März abgehaltene Klausurtagung. An dieser hätten Gemeinderat, Verwaltung und sämtliche Kommissionspräsidenten die Ziele für die Legislatur 2017 bis 2021 festgelegt. Als weiterhin wünschenswert beurteilt worden sei die Erschliessung des öV in Richtung Murgenthal und Langenthal, was bisher an der Holzbrücke über die Aare gescheitert sei.

Grundstück in Gemeindebesitz

Als Zielsetzung sei die Modernisierung der Gemeinde-Homepage sowie die Herausgabe eines Bulletins für gemeinderätliche Informationen formuliert worden. Lindemann erwähnte ferner, dass sich das Grundstück neben dem Feuerwehrmagazin nun im Besitz der Gemeinde befinde. Eine aus Mitgliedern sämtlicher Kommissionen zusammengesetzte Arbeitsgruppe prüfe, welcher Nutzung diese öffentliche Parzelle zugeführt werden könnte. Das letzte Wort werde aber die Gemeindeversammlung haben, versprach Lindemann. In Bezug auf die Schulräume in Wolfwil sei beschlossen worden, diese mit Blick auf den baldigen Auszug der Kreisschule Gäu nur einer sanften Renovation zu unterziehen. Im schulischen Bereich soll zudem der Begabtenförderung mehr Beachtung geschenkt werden.

Ohne Wortmeldung wurde die von Finanzverwalter Beat Wyss vorgestellte Jahresrechnung 2017 der Einwohnergemeinde genehmigt. Vorgängig hatte die Versammlung Nachtragskredite von insgesamt 573'061 Franken genehmigt. Darin enthalten ist auch der Nachtragskredit von 115'360 Franken für die Sozialregion Thal Gäu, welche nach zwei Jahren Stagnation wieder mit höheren Beiträgen zu Buche schlägt. Mit ein Grund dafür sei die gestiegene Einwohnerzahl Wolfwils, wie Wyss bemerkte.

Die Jahresrechnung weist einen Ertragsüberschuss von 82'912 Franken aus, budgetiert war ein solcher von 27'738 Franken. Der Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital zugewiesen. Zustande kam das bessere Resultat, weil die Gemeindesteuern um 469'000 Franken höher ausfielen als budgetiert sowie Sondersteuern von 29'000 Franken. Dazu kamen geringere Ausgaben in den Bereichen Gymnasialunterricht (- 31'000 Franken), Beitrag Kreisschule Gäu (- 59'000 Franken), Unterhalt Schulliegenschaften (- 99'000 Franken). Aufgrund des guten Rechnungsergebnisses konnten zusätzliche Abschreibungen in von 850'000 Franken getätigt werden.

Spezialfinanzierungen im Plus

Besser als budgetiert schlossen auch die Spezialfinanzierungen ab. Bei der Wasserversorgung beträgt der Ertragsüberschuss von 268'000 Franken, bei der Abwasserbeseitigung 261'549 Franken und bei der Abfallbeseitigung 7159 Franken. Die Ertragsüberschüsse werden dem Eigenkapital der jeweiligen Spezialfinanzierungen zugewiesen.
Die Investitionsrechnung 2017 weist Nettoinvestitionen von 1,756 Millionen Franken aus, budgetiert waren Nettoinvestitionen von 1,279 Millionen Franken.

Kommentarlos verabschiedet wurde von der Versammlung die Rechnung des Nahwärmeverbundes Wolfwil, welche mit einem Ertragsüberschuss von 6909 Franken schliesst.

Ebenfalls ohne Wortmeldung wurde von der Versammlung die Aufhebung des Reglements über die Organisation und die Durchführung der Kontrolle Feuerungsanlagen beschlossen. Dieses Reglement wird nach der Auflösung des Kaminfeger-Monopols hinfällig. Ab Juli 2018 können Hausbesitzer selbst entscheiden, wen sie mit der Kontrolle der Feuerungsanlage beauftragen.

Reglemente angepasst

Genehmigt wurden das überarbeitete Bestattungsreglement und das ebenfalls aktualisierte Kulturreglement. Verabschiedet wurden auch die mit einigen Neuerungen ausgestatten Statuten der Kreisschule Gäu. Neu haben die Verbandsgemeinden mehr Mitspracherecht, insbesondere bei grossen Investitionen. Die Statuten treten erst in Kraft, wenn diese von den sieben Verbandsgemeinden gutgeheissen worden sind.

Informellen Charakter hatte die von Vizegemeindepräsidentin Sabin Ackermann erörterte Schlussabrechnung für den Bau des gemeindeeigenen Asylzenrums. Der Kostenvoranschlag von 870'611 Franken konnte um 16'289 Franken unterschritten werden, obwohl viele zusätzliche und wertvermehrende Arbeiten ausgeführt worden sind, wie Ackermann ausführte. Bemerkenswert sei, dass von den insgesamt 22 Arbeitgattungen deren 17 von einheimischen Firmen ausgeführt worden seien.