Die Delegierten des Zweckverbandes Kreisschule Gäu konnten in Neuendorf von einem erfreulichen Rechnungsabschluss 2016 Kenntnis nehmen. Mit Ausgaben von rund 8,4 Mio. Franken konnte nämlich das Budget um etwa 140'000 Franken unterschritten werden, wie Finanzverwalterin Brigitte Voegeli darlegte.

Unter anderem machte sie aufmerksam auf die Kostenentwicklung bei den Schulgeldern für Sonderschulen. In diesem Bereich, auf den der Schulträger keinen Einfluss habe, sei das Budget sogar deutlich überschritten worden.

Betroffene zu Beteiligten machen

Im Rahmen der Delegiertenversammlung informierte Zweckverbandspräsident Beat Nützi einmal mehr über das Neubauvorhaben in Neuendorf, für das die Delegierten bereits einen Projektierungskredit gesprochen haben. Das Projekt sei nötig, da sich die Gemeinde Wolfwil auf eigenen Wunsch hin als Zweckverbandsschulort zurückziehen wolle, weil sie den Schulraum mittelfristig für eigene Bedürfnisse der Primaschule brauche.

Laut Gesprächen mit der Gemeindeführung soll das in etwa vier bis fünf Jahren der Fall sein. Hinzu komme ein enormes Schülerwachstum im Gäu im Zuge des anhaltenden Baubooms. Damit das an die Schulanlagen angrenzende Grundstück in Neuendorf, das im Besitz des Zweckverbandes sei, optimal ausgenützt werden könne, habe man bei der Gemeinde Neuendorf um eine Aufzonung nachgesucht. Mit einer höheren Bauweise sei eine bessere Ausnützung des Areals möglich, unterstrich Nützi.

Man warte den Entscheid der Gemeinde Neuendorf ab. Zudem unterstrich der Präsident, dass für die Erarbeitung des Raum- und Nutzungsprogrammes neben den Schulvertretungen auch die Verbandsgemeinden von Anfang an einbezogen werden sollen, und zwar mit eigenen Vertretungen in der Baukommission, die das Projekt von A bis Z mitbegleiten solle. Die Baukommission stelle schliesslich dem Vorstand Antrag. Der Wettbewerb werde erst lanciert, wenn alle Verbandsgemeinden mit dem Raum- und Nutzungsprogramm einverstanden seien, betonte Nützi.

Enormes Schülerwachstum

Mit Zahlenmaterial untermauerte Schuldirektor Silvan Jäggi die Dringlichkeit des Bauvorhabens. Entgegen dem kantonalen Trend entwickele sich die Schülerzahl im Gäu nach oben (siehe Grafik). Der anhaltende Bauboom werde diesen Trend noch verstärken. «Schon bald werden wir 500 Schüler haben», meinte Jäggi. Präsident Beat Nützi stellte fest, dass nach den Wahlen alle neugewählten Gemeinderäte und Schuldelegierten der Zweckverbandsgemeinden zu einem Informationsabend eingeladen würden.

Das Motto laute: «Betroffene zu Beteiligten machen». Das sei wichtig. Denn man wolle nicht riskieren, mit einem Schulhausprojekt auf die Nase zu fallen. Das könne man sich in Anbetracht der Dringlichkeit gar nicht leisten.

Rechte für Gemeinden ausbauen

Im Weiteren informierte der Zweckverbandspräsident darüber, dass im Zusammenhang mit einer Statutenrevision die Einflussmöglichkeiten der Verbandsgemeinden ausgebaut werden sollen. Zum Beispiel mit einem Initiativrecht: 250 Stimmberechtigte einer Zweckverbandsgemeinde sollten der Delegiertenversammlung eine Initiative unterbreiten können. Oder mit einem obligatorischen Finanzreferendum: Dieses soll ab 250'000 Franken zum Tragen kommen, wenn das entsprechende Geschäft kein Zweidrittelmehr der Delegierten erhalte. Die Statuten gingen nun zur Vorprüfung an den Kanton.

Weiter stellte der Schulpräsident fest, dass sich mit der Einsetzung des neuen Schuldirektors Silvan Jäggi die Konfliktsituation zwischen Schuldirektor/Gesamtschulleitung und Lehrerschaft entspannt habe: «Die Situation hat sich normalisiert und stabilisiert.»

Demission

Zum Schluss der Versammlung informierte Beat Nützi die Delegierten darüber, dass er nach fünf Amtsperioden (20 Jahre) als Vorstandsmitglied, davon vier Perioden (16 Jahre) als Präsident, nicht mehr zur Wiederwahl antrete. «Ich will als Kritiker von Sesselklebern nicht selber zu einem werden», meinte er. Nützi dankte den Delegierten für die Unterstützung: «Ich habe 32 Delegiertenversammlungen geleitet, und alle Entscheide sind einstimmig gefallen.»

Das zeuge von einem guten Einvernehmen und Vertrauen. Gemeinsam dürfe man auf das in den letzten Jahren Erreichte stolz sein, zum Beispiel: Umbau des Schulkreises auf zwei Schulstandorte durch Aufhebung des Schulstandortes Egerkingen, Bau des Schulhauses Carpe Diem in Neuendorf, Umsetzung der Sek-I-Schulreform, Etablierung von Neuendorf als P-Standort. Und für die weitere Konzentration der Schule in Neuendorf seien die Vorarbeiten geleistet. Die Kreisschule sei auf gutem Wege. (kgn)