Werbung für Holderbank

Mehr Menschen und Firmen sollen sich in der Gemeinde niederlassen

Moderne Wohnsiedlungen, aber keine neuen Firmen prägen das Ortsbild in Holderbank.

Moderne Wohnsiedlungen, aber keine neuen Firmen prägen das Ortsbild in Holderbank.

Der Holderbanker Bruno Tschan führt seit fünf Jahren ein Projekt, um mehr Firmen und Menschen anzulocken.

Einst war das Thal ein wichtiger Bestandteil der Solothurner Industrie, wie die Lagerhallen in der Klus in Balsthal oder die Uhrenfabriken bezeugen. Allerdings erzählen diese Einrichtungen eine Geschichte, die schon längst vergangen ist. Auch in der heute knapp 700 Einwohner zählenden Gemeinde Holderbank gibt es kaum noch Industrie und Firmen, die sich hier niederlassen. Der 77-Jährige Bruno Tschan kämpft seit fünf Jahren dafür, dass mehr Menschen und Firmen den Weg in die kleine Thaler Gemeinde finden. Zu wenig würde die Gemeinde in diesem Punkt unternehmen, damit sich etwas ändert, findet der Rentner.

Also wollte er selbst Initiative ergreifen. Ein Schild am Dorfeingang säumt die Strasse: «Bauland, Industrieland, Häuser, Wohnungen». Urheber dieser Anzeige ist Bruno Tschan. Mit seiner Aktion hat der ehemalige Inhaber der Decomech GmbH im Grossen und Ganzen Erfolg gehabt. «Rund 100 Personen sind neu zugezogen, es wurden auch neue Familienhäuser errichtet. Leider sind aber keine Firmen hinzugekommen», sagt Bruno Tschan auf Anfrage. Zwar versuche er weiterhin Unternehmen in die kleine Gemeinde zu locken, bisher habe sich da aber noch nichts geregt. «Das Problem ist, wenn eine grosse Firma kommt, haben wir zu wenig Industrieland. Und die kleinen Firmen wollen sich wegen des hohen Steuersatzes hier nicht niederlassen», begründet Tschan seine bisher erfolglose Suche.

Aber nicht nur Industrieland und Steuersätze sind für ihn ein Grund, sondern auch die Umfahrung Klus. «Eigentlich ist die Umfahrung schon abgeschlossen, aber es verzögert sich andauernd und mittlerweile ist man schon seit fast 50 Jahren damit beschäftigt», sagt der Rentner. Ein anderer Grund, weshalb sich keine Firmen ansiedeln, sei das Verhalten der Menschen. «Es gibt im Thal respektive Holderbank zu wenig Industrie und die Leute gehen ins Gäu oder in die Städte Solothurn und Olten», weiss der 77-Jährige.

500 bis 1000 neue Arbeitsplätze waren sein Ziel

Auch der Versuch, das Industrieland in der Gemeinde zu erweitern, ist bisher nicht zustande gekommen. «Ich habe dafür mit dem Kanton und verschiedenen Ämtern Kontakt aufgenommen, doch es ist aussichtslos, dass ich damit auch Erfolg habe», äussert sich der Thaler. Mit seinem geplanten Vorhaben wollte Tschan nicht nur das Industrieland merklich vergrössern, sondern auch 500 bis 1000 neue Arbeitsplätze schaffen. «Doch so lange das Gelände noch nicht eingezont ist, finden keine Bauarbeiten statt. Ich verhandle schon gut eineinhalb Jahre mit dem Kanton und den Ämtern», schildert der ehemalige ­Geschäftsführer.

Der Kanton begründe seine Absage an Tschan damit, dass es im Gäu bereits genügend Industrieland gibt. Und Tschan sagt: «Mit dem jetzigen Gemeinderat lohnt es sich sowieso nicht, darüber zu diskutieren, ich bekomme kaum Rückhalt.» Ganz allein ist der 77-Jährige aber doch nicht, wenn es um die Unterstützung aus der Bevölkerung geht. «Die Bevölkerung ist auch dafür, dass das Dorf weiterhin belebt sein sollte, denn wir haben schon die Post und eine Bank verloren», erzählt Tschan.

Auch wenn sich die bisherige Lage in der Industrie nicht bessert, so ist die gesamte Aktion für den Thaler im Grossen und Ganzen aber ein Erfolg. «Mein wichtigstes Ziel war es, die Schule in Holderbank weiterhin in Betrieb zu halten und das ist mir auch gelungen, denn sonst müssten die Kinder nach Balsthal gehen», sagt er. Mit der Werbung für das Dorf hat Tschan mittlerweile fast aufgehört. «Ich habe mein Ziel schon erreicht, ich habe genug Werbung gemacht, wenn jemand einen Vorschlag hat, dann kann die Person zu mir kommen», sagt der 77-Jährige.

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