Niederbuchsiten

Mehr als bloss ein neuer Anstrich: 5,5 Millionen Franken für neues Schulhausprojekt

Die Schulhausplanung geht in Niederbuchsiten zügig voran: Die Sanierung und die Reorganisation der Schulräume werden gut 5.5 Millionen Franken kosten.

Viel Neues auf fast gleicher Fläche. Diese Maxime gilt für das Schulhausprojekt Niederbuchsitens. Die Gemeinde erweitert zwar das bestehende Primarschulhaus Unterdorf. Viel Raum gewinnt das Gebäude aber durch die Reorganisation, die im Zuge der Sanierung erfolgt (wir berichteten). Dass es sich um mehr als bloss eine Auffrischung handelt, verrät auch der Preis: Gut 5,5 Millionen Franken sind für das Projekt veranschlagt. Die Sanierung des bestehenden Schulhauses ist zwingend. Nächste Woche wird die Gemeindeversammlung über den Kredit befinden. Die Gemeinde hat somit ihren ambitionierten Zeitplan eingehalten. Befürwortet die Bevölkerung die Modernisierung des Schulhauses, soll bereits im Frühling 2020 der Bau beginnen. Der verantwortliche Gemeinderat Mario Baumgartner zeigt sich vor der ausserordentlichen Gemeindeversammlung zuversichtlich: «Bisher hat die Bevölkerung das Projekt stets gestützt.» 

Erst vor gut einem Jahr ging das Architekturbüro H-O von Markus Oegerli aus Härkingen/Olten als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Im Dezember sprach die Gemeindeversammlung den Planungskredit von 320 000 Franken. Das mittlerweile ausgereifte Projekt ist in den Grundzügen gleich geblieben wie der Wettbewerbsentwurf.

Wärmepumpe ersetzt Ölheizung

Durch die Erweiterung erhält das Schulhaus je zwei neue Klassen- und Halbklassenzimmer sowie einen Disponibelraum. Beim Neubau handelt es sich um einen Hybridbau. Das bedeutet, dass das Untergeschoss als tragender Massivbau konzipiert ist. Im Erd- und Obergeschoss ist eine Leichtkonstruktion aus vorgefertigten Elementen vorgesehen. Dies erlaubt eine schnelle Montage, da die Elemente vorgefertigt werden.

Neu entstehen im Primarschulhaus Unterdorf zudem Lernnischen. «Alle Klassenzimmer werden die Anforderungen an die heutigen Unterrichtsmodelle erfüllen und sind stark lichtdurchflutet», sagt Projektleiter Andres Silva. Ein Eckpfeiler wird zudem die energetische Sanierung sein. Für diese will die Gemeinde die komplette Aussenhülle erneuern lassen. Ersetzt wird auch das Heizsystem. Die bis anhin genutzte Ölheizung wäre sanierungsbedürftig und soll nun durch eine Grundwasser-Wärmepumpe ersetzt werden. Im Vergleich zu Pellets oder Gas hat sich dieses System als beste Option erwiesen. Gemäss der erstellten Studie sind die Mehrkosten für eine Wärmepumpe im Vergleich zur Ölheizung innerhalb von neun Jahren amortisiert. Künftig soll über die Wärmepumpe auch das nebenan liegende Feuerwehrmagazin geheizt werden. Somit erhofft sich die Gemeinde, die Energiekosten zusätzlich senken zu können.

Bei den Planungsarbeiten stellte sich heraus, dass das bestehende Schulhaus eine mangelhafte Erdbebensicherheit aufweist. Im Rahmen der Sanierung wird dies behoben, was zusätzlich eine Viertelmillion Franken kostet. Silva sagt hierzu: «Dank der ohnehin geplanten Sanierung sind die Erdbebensicherheits-Massnahmen vergleichsweise günstiger.»

Container-Provisorium auf Schulhausplatz

Für die Realisation von Neubau und Sanierung rechnet das Architekturbüro eineinhalb Jahre ein. Mit Baustart im Frühling 2020 wäre das quasi neue Schulhaus im Herbst 2021 bezugsbereit. Eine Strategieänderung hat sich in der Bauprojekt-Phase bezüglich Provisorien ergeben. Im März noch sagte Gemeinderat Mario Baumgartner, die Gemeinde wolle möglichst ohne Provisorien auskommen. «Ursprünglich gingen wir davon aus, dass ein Provisorium deutlich teurer käme als ein etappierter Bau», sagt Baumgartner. Nun erwiesen sich beide Varianten als in etwa gleichwertig. Die Schule zog es vor, während des Baus in Provisorien zu ziehen, um vor Lärm und Schmutz geschützt zu sein. Ab April sollen daher vier Klassenzimmer, eine Garderobe, Toiletten und ein Lehrerzimmer in Containern auf dem Schulhausplatz installiert werden.

Photovoltaikanlage für 90 000 Franken?

Stimmt die Gemeindeversammlung dem Baukredit für das Schulhaus zu, beantragt der Gemeinderat zusätzlich einen separaten Kredit von 90 000 Franken für eine Photovoltaikanlage. Da die Dachoberflächen ohnehin saniert würden, liesse sich eine Solaranlage zu minimalsten Zusatzkosten installieren, schreibt die Gemeinde in ihrer Botschaft. Die gewonnene Energie würde primär für den Eigenverbrauch der Schulanlage genutzt – überschüssige Energie würde in das Netzwerk eingespeist werden. Geplant ist eine Photovoltaikanlage auf einer Fläche von 267 Quadratmetern. Somit würde die Anlage jährlich durchschnittlich 47 000 Kilowattstunden Strom erzeugen, mit welchen unter anderem die Wärmepumpe betrieben würde. Die Photovoltaikanlage könnte nach rund 15 Jahren amortisiert sein.

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