Die Begriffe Abmacher, Bott, Jätter, Meggeli oder Stecken sind wahrscheinlich den wenigsten Leuten bekannt. Ausser, sie sind vor Jahren in Wolfwil aufgewachsen und so mit dem Quartierspiel Meggelen in Kontakt gekommen.

Die Begriffe entstammen diesem Endlosspiel. Meggelen hat sich in Wolfwil seit der ersten offiziellen Schweizer Meisterschaft im Jahr 2008 wieder etabliert. Speziell am Meggelen ist, dass das Spiel eine Wolfwiler Eigenheit ist.

So ist Meggelen schon in der Nachbargemeinde Fulenbach völlig unbekannt. In Erinnerung geblieben ist einigen nur, dass sie als auswärtige Oberstufenschüler den Wolfwilern beim Meggelen lediglich zuschauen durften. Das Spiel blieb den Einheimischen vorbehalten.

Bekannt aus TV und Radio

2007 wurde das erste Meggelen-Turnier durchgeführt, allerdings noch nicht im Rahmen einer Schweizer Meisterschaft. Mittlerweile gehört die Schweizer Meisterschaft zum festen Bestandteil im Wolfwiler Anlasskalender, und die teilnehmenden Mannschaften stammen aus dem ganzen Gäu und dem Oberaargau. 

2014 interessierte sich sogar das Schweizer Fernsehen für das Spiel und berichtete in der Sendung «Schweiz aktuell» live vom Wettkampfplatz im Aaregäu. 2015 wurde das Spiel ein weiteres Mal in der SRF-Sendung «Sportlounge» vorgestellt (wir berichteten).

Start jeweils am Pfingstmontag

Traditionell wird ab Pfingstmontag bis zum darauffolgenden Freitag «gmeggelet». Zum zweiten Mal findet am Mittwochnachmittag zusätzlich ein Kinder- und Jugend-Meggelen statt. So weit, so gut. Aber: Wie erklärt man Auswärtigen, was Meggelen eigentlich ist und vor allem, wie es gespielt wird? Am einfachsten lernt man es beim Mitspielen. So können die anfangs erwähnten Begriffe spielend zugeordnet und erklärt werden.

Meggelen wurde nach und nach in die Gegenwart transportiert. Früher wurde es von Generationen von Mädchen und Knaben, Frauen und Männern gassen- oder quartierweise gespielt. Meggelen ist ein sogenanntes Endlosspiel, in dem nach Punkten abgerechnet und meist auf eine im Voraus definierte Zeitdauer hinaus gespielt wird.

Am Anfang ist der Bott

Die Beschreibung des ursprünglichen Spielgeschehens ist nur noch bruchstückhaft vorhanden. Bekannt ist, dass der Bott (ein Stein) der Ausgangspunkt des Spiels ist. Von dort aus jättet (schlägt) der Jätter (Schläger) mit dem Stecken (Schlagstock) das Meggeli (kleines und an beiden Enden zugespitztes Besenholzstück) in eine bestimmte Richtung. Gelingt es der gegnerischen Mannschaft, das Meggeli zu fangen, so ist der Jätter abgemacht (ausgeschieden), und der nächste Jätter kommt an die Reihe.

Kann die Mannschaft das Meggeli zwar abblocken, aber nicht fangen, versucht der Gegner von jenem Ort, wohin das Meggeli zu liegen kam, mit dem Meggeli den beim Bott deponierten Stecken zu treffen. Gelingt dies, so ist der Jätter ebenfalls ausgeschieden. Wenn dies misslingt, so kann der Jätter mit dem Stecken auf die angefaste Spitze das liegen gebliebenen Meggeli schlagen.

Dieses springt in der Folge hoch, und der Jätter versucht, das durch die Luft wirbelnde Meggeli möglichst weit wegzuschlagen. Dafür hat er drei Versuche. Nach dem dritten Versuch erhält der Jätter anhand der gemessenen Weite eine definierte Punktzahl (Steckenlängen). Die Stecken und die Meggeli werden übrigens nach Turniernorm von Kari Büttler in Wolfwil hergestellt.

Im Turniermodus spielen die Mannschaften mit jeweils fünf Personen. Alle im Team erzielten Punkte werden kumuliert und ergeben das Gesamtergebnis, welches entscheidet, ob die Gruppe eine Runde weiterkommt. Noch keine Ahnung wie Meggelen funktioniert? Dann gibt es nur eines: Am Turnier mitmachen oder das Geschehen als Zuschauer verfolgen. Austragungsort sind wie gewohnt die Quartierstrassen rund um die «Eintracht» in Wolfwil.