Sachbeschädigungen, achtlos weggeworfener Abfall, Lärm – verursacht offenbar durch Jugendliche. Deswegen gab es in letzter Zeit in Matzendorf vermehrt Reklamationen. Brennpunkt ist das Areal beim und rund um das Areal von Primar- und Kreisschulhaus herum. Das bereitet dem Gemeinderat Sorgen.

«Es soll nicht so weit kommen, dass wir Verbote aussprechen müssen oder Plätze zeitweise sperren, wie man das von anderen Gemeinden her kennt», sagt Gemeindepräsident Marcel Allemann. «Es geht doch nicht, dass das Reinigungspersonal bei den Schulhäusern den Dreck und Abfall von abendlichen Zusammenkünften wegräumen muss. Oder dass Leute vom Werkhof Scherben und Zigarettenstummeln aus dem Rasen und dem Sandkasten beim Kindergarten entfernen müssen.» Hinzu komme, dass immer wieder Sachen zerstört werden, zum Teil wohl fahrlässig, zum Teil aber auch mutwillig.

Den Leuten stinkt es

Eher unerwartet zu einem Hotspot entwickelt hat sich das Wartehäuschen bei der Postautohaltestelle Schulhaus. Der gläserne Unterstand wird zu gewissen Zeiten von Schülerinnen und Schülern regelrecht belagert. «Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden», erklärt Allemann. Ein Problem sei aber, dass sich vorab ältere Leute nicht mehr getrauen, zum Häuschen hinzugehen, um sich dort auf die Bank zu setzen. «Obwohl die Jungen ja einem Platz machen, wenn man sie fragt.» Unangenehm sei es aber trotzdem, denn weil in diesem Häuschen geraucht wird, stinke es bedenklich.

Man habe absolut Verständnis dafür, dass sich die Jugendlichen ausserhalb der Schulzeit treffen wollen, sagt Allemann. «Darum wollen wir dafür eine neue Möglichkeit schaffen, und nicht nur reklamieren.» Auf dem südlichen Schulhausareal steht jetzt ein Container bereit, jener Container, mit dem die Jugendarbeit Thal in den Gemeinden des Bezirks Station macht.

Allerdings wird in Matzendorf nicht die Jugendarbeit die Aufsicht übernehmen, sondern das soll eine Kerngruppe Jugendlicher übernehmen. «Selbstverständlich bin ich aber da, wenn es Probleme geben sollte», betont Jugendarbeiter Jonathan Murbach, der in Matzendorf wohnt. Heute Mittwochnachmittag ist der Start fürs Einrichten des Containers angesagt, Murbach wird dabei sein und helfen. «Was die Öffnungszeiten angeht, was geboten wird und so weiter, das müssen die Jugendlichen selber regeln.» Der Containerbetrieb soll vorerst so lange dauern, als es die Aussentemperaturen zulassen.

Ein Gespräch nützt mehr

Der Jugendarbeiter und der Gemeindepräsident sind froh darüber, dass der Container nicht irgendwo am Dorfrand platziert werden musste, sondern an einer Stelle, die auch abends noch von Erwachsenen frequentiert wird.

Ohne ein gewisses Mass an Toleranz aufseiten der Erwachsenen und Jugendlichen gehe es natürlich nicht, betonen beide einhellig und ermuntern gleichzeitig die Erwachsenen dazu, die Jungen bei Bedarf anzusprechen. Ein Gespräch in vernünftigem Ton nütze in der Regel mehr, als gleich mit der Polizei zu drohen.