«Wir platzen aus allen Nähten», erklärt IMP-Geschäftsführer Boris Philippsen angesprochen auf die Ausbaupläne des auf Materialprüfung spezialisierten Instituts. In praktisch allen Abteilungen sei die Kapazitätsgrenze erreicht oder bereits überschritten worden. Das gelte insbesondere für die Abteilung Asphalt, dem wichtigsten Geschäftsbereich der IMP Bautest AG. Diese belege im derzeitigen Gebäude an Hauptstrasse 591 drei Etagen, so Philippsen.

Asphalt vom A-1-Ausbau im Labor

Das Oberbuchsiter Institut verfügt über das technische Gerät, um die Eigenschaften und damit auch die Qualität von Asphalt zu messen. Solche Qualitätsprüfungen führt die IMP Bautest AG derzeit auch für den Bund aus, indem sie den beim Ausbau der Autobahn A1 zwischen Härkingen und Wiggertal verwendeten Asphalt auf dessen Eigenschaften prüft. Mit Auswirkungen auf die Bezahlung des Strassenbauers, wenn die versprochene Qualität nicht erreicht werde, wie Philippsen erwähnt. 45 Paletten mit solchen Proben wurden bereits untersucht, etwa die gleiche Menge steht für allfällige Nachuntersuchungen bereit. Bei den derzeitigen Platzverhältnissen eine logistische Herausforderung, vor allem im Bereich der Lagerhaltung, führt der Geschäftsführer dazu weiter aus.

Neubau auf Nachbargrundstück

Den dringend benötigten Platz will das in den Bereichen Materialprüfung, Bauberatung und Analytik tätige Unternehmen mit dem Bau eines neuen Gebäudes sicherstellen. Entstehen soll dieses östlich des bestehenden Firmensitzes in der Gewerbezone Rankacker. Gemäss dem aktuell aufliegenden Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften umfasst das Grundstück eine Fläche von rund 4759 Quadratmetern und liegt in der Bauzone «Gewerbe ohne Wohnen». Der projektierte Baukörper weist eine Länge von 76 Metern auf und ist 34 Meter breit. Etwa ein Drittel des unterkellerten Gebäudes wird auf der Ostseite dreistöckig mit einer Gesamthöhe von 12 Metern ausgeführt. Der Rest des Bauwerks ist in Richtung Süden eingeschossig geplant, mit der Option einer allfälligen Aufstockung der Etagen.

Die Zufahrt zum neuen IMP-Firmengebäude erfolgt via der Kantonsstrasse H5 über die Dürrackerstrasse, mit welcher das Gewerbegebiet am östlichen Dorfeingang von Oberbuchsiten erschlossen ist. Mit zusätzlichem Verkehrsaufkommen wird nicht gerechnet. Rund 200 Hin- und Wegfahrten von Personenwagen und Lastwagen sind gemäss den von der Bauherrschaft in Auftrag gegebenen Erhebungen weiterhin zu erwarten.

3885 Quadratmeter gross sind die Bruttogeschossflächen, welche der IMP Bautest nach der Realisierung der ersten Etappe neu zur Verfügung stehen werden. Bei der Lagerhaltung kommt eine Bruttogeschossfläche von 1745 Quadratmetern dazu.

Zweite Etappe derzeit kein Thema

Für die Realisierung der beschriebenen ersten Etappe rechnet die IMP Bautest AG inklusive des Kaufs des Baulandes mit Kosten von rund 8 Mio. Franken. Eine zweite Etappe sei derzeit kein Thema, sagt Geschäftsführer Philippsen. Das gesamte Projekt sei langfristig auf mehrere Jahre angelegt.

Am Personalbestand am Standort Oberbuchsiten von derzeit rund 50 Mitarbeitenden dürfte auch nach dem Bezug des neuen Firmengebäudes kaum etwas ändern, wie Philippsen bemerkt. «Natürlich bietet der Neubau auch Platz für zusätzliches Personal, das ist aber nicht das Ziel, das wir verfolgen.» Es gehe vielmehr darum, die Abläufe innerhalb des Unternehmens zu vereinfachen und die Qualität sicherzustellen. «Mehr Raum bedeutet auch eine Erhöhung der Effizienz und das streben wir an.» Quantitatives Wachstum komme erst an zweiter Stelle, sei aber in der künftigen Entwicklung des Unternehmens vorstellbar.

Gemeinde begrüsst das Projekt

Bis die Bagger auf dem benachbarten Grundstück auffahren, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Derzeit läuft nämlich erst das Gestaltungsplanverfahren für das Projekt. Der Gestaltungsplan «Gewerbezone Rankacker mit Sonderbauvorschriften» liegt noch bis 4. November in der Gemeindeverwaltung Oberbuchsiten öffentlich auf. Mit einem Baugesuch ist frühestens Anfang des kommenden Jahres zu rechnen. Einsprachen gegen das Projekt sind wohl keine zu befürchten. Der Oberbuchsiter Gemeinderat begrüsst das Bauvorhaben der IMP Bautest AG ausdrücklich, wie Gemeindepräsident Daniel Lederer betont. «Wir sind natürlich stolz darauf, ein solch renommiertes Unternehmen in der Gemeinde zu haben.»