Nachruf

Marcel Schenk war eine prägende Oensinger Persönlichkeit

Als tief zufriedener Mensch nahm Marcel Schenk Abschied von dieser Erde. (Symbolbild)

Als tief zufriedener Mensch nahm Marcel Schenk Abschied von dieser Erde. (Symbolbild)

Der Oensinger Marcel Schenk ist gestorben. Ein Nachruf.

«Ein Stich ins Herz», empfand ich die Nachricht, dass Marcel Schenk von uns Oensingern gegangen ist. Obwohl man Marcel in letzter Zeit aus verständlichen Gründen selten antraf, empfinde ich sein endgültiges Fehlen als riesigen Verlust. Denn Marcel war ein toller Mensch.

Selten begegnete mir in meinem Leben ein Gesicht, das so viel Wärme und Herzlichkeit ausstrahlte. Sein Lächeln bei jedem Gruss, bei jeder Begrüssung strahlte eine enorme Menschlichkeit aus.
Marcel Schenk darf man als waschechten Oensinger bezeichnen. Erstmals fiel er mir als junger Mann auf, als er auf Kufen mit seiner grossen Liebe Margrit Buchwalder Paarlauffiguren förmlich auf das Eis zauberte. Auf Oensinger Natureis, wohlverstanden - genau dort, wo heute die von Roll Armaturenfabrik steht. Das Paar bestach durch eine Eleganz, die alle anderen, die sich auf dem Eis tummelten, überstrahlte. Damals war es die Sportlichkeit des Paares, die ich bewunderte. Heute ziehe ich deshalb den Hut vor Beiden, weil sie mit beispielloser Harmonie gemeinsam in den folgenden 50 Jahren trotz unterschiedlicher Herkunft (oder vielleicht gerade deswegen) das Leben meisterten und damit ihren Kindern ein leuchtendes Vorbild abgaben.

Marcels Wurzeln fussten nämlich in einer der bedeutendsten Unternehmerfamilien Oensingens. An den Schenks kam man schwer vorbei, wenn hiesige Bauprojekte verwirklicht werden sollten. Im Gegensatz dazu wuchs Margrit im Schosse einer einfachen und vorsorglichen Arbeiterfamilie auf, die ihr Zuhause in der legendären Oensinger Arbeitersiedlung «Neubauten» hatte. Wir alle wissen: Die Beiden ergänzten sich bestens, bildeten sichtlich eine Symbiose, schöpften jenes Gute von der anderen Seite, das zu ihrer bemerkenswerten Bodenständigkeit beitrug: nie abgehoben und immer freundlich den Menschen begegnend.

Es tröstet im Wissen, dass Marcel in den letzten schweren Wochen seiner Krankheit eine grosse Stütze neben sich wusste. In solchen Momenten werden alle beruflichen und politischen Verdienste nebensächlich. Marcel erwarb als Bauingenieur, als Dorfpolitiker und Kantonsrat viele Verdienste. Wichtig ist in solchen Schicksalstagen aber allein die Familie.

Marcel pflegte sie, liebte sie, war stolz auf sie. Das durfte ich hie und da im Schlosswald bei zufälligen Begegnungen immer wieder erfahren. Deshalb bin ich überzeugt: Marcel ging mit einem Lächeln im Herzen von ihr und letztlich auch von uns.

Als tief zufriedener Mensch nahm er Abschied von dieser Erde. Wer den guten Menschen Marcel kannte, vergisst ihn nie. Möge er ewig ruhen im Frieden.

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