Neuendorf

Manege frei für das Kinderheim Amitola

Das Kinderheim Amitola feierte am Samstag sein zwanzigjähriges Bestehen mit einem ganztägigen Fest. Neben einer Festwirtschaft organisierte das Kinderheim ein Animationsprogramm und einen Parcours mit verschiedene Posten für die Kinder.

Um das runde Jubiläum am Samstag gebührend zu feiern, baute das Kinderheim amitola eine Festwirtschaft auf und organisierte ein Animationsprogramm für alle. Dazu hatte das Team im Gartenbereich einen Parcours mit verschiedenen Posten angelegt. Dort konnten die Kinder und Jugendlichen beispielsweise aus Speckstein einen Anhänger schleifen, Legohäuser bauen oder sich auf der Hüpfluftmatratze austoben. Selbstverständlich durfte das Kinderschminken nicht fehlen.

Eröffnet wurde die Jubiläumsfeier durch den Gunzger Regierungsrat Roland Fürst, der die Glückwünsche überbrachte. Er zollte der Leiterin Christa Misteli und ihrem Team Respekt für ihre Arbeit, welche sie in einem schwierigen Umfeld leisten und dankte ihnen für ihr tägliches Engagement zum Wohl der Jugend. Amitola öffnet Kindern Wege in die Zukunft, bietet ihnen eine Perspektive, die sie anderswo nicht haben, und schenkt ihnen ein familiäres Umfeld, würdigte Fürst die Institution.

Artistik im Zirkus Mistelino

Am Jubiläumsanlass lud amitola zu zwei Auftritten des Zirkus Mistelino ein. Seit zehn Jahren stellen die Kinder und Jugendlichen von amitola jeweils ein Zirkusprogramm auf die Beine. Am Samstag zeigten die neunzehn Artistinnen und Artisten im eigenen Zirkuszelt einen Ausschnitt aus ihrem aktuellen Programm, für das sie in den letzten Wochen fleissig geprobt hatten. In der ersten Nummer zeigte ein junges Mädchen Akrobatik am Vertikaltuch, sodann folgten Balance-Akts auf Ölfässern, und in der Raubtiernummer betraten die Jüngsten als Tiger die Manege. In der vierten Nummer schliesslich folgte eine Show mit Hula-Hoop-Reifen sowie leuchtenden Stäben und Poi-Kugeln, die zu kunstvollen Figuren durch die Luft geschwungen wurden. Zwischen den einzelnen Nummern kamen die Clowns zu kurzen Auftritten.

Im Festzelt nebenan konnte man als besondere Spezialität herzförmige, am Holzfeuer gebackene Waffeln knabbern. Solo-Saxofonist Philippe Chrétien aus Basel sorgte derweil für dezente Hintergrundmusik. Höhepunkt des Jubiläumsprogramms war der Auftritt der dreiköpfigen Band «frischfisch». Das Berner Trio unterhielt das Publikum mit einem Familienkonzert, bei dem die skurrilsten Tiere die Hauptrolle spielten.

Erfolgsgeschichte des Heims

Die Geschichte von Amitola beginnt 1998, als Primarlehrerin Christa Misteli zwei Pflegekinder aufnahm. Nach einem halben Jahr kündigte sie ihre Stelle an der Schule und bot vorerst vier, dann acht Heimplätze in ihrer Familie an. Die Räumlichkeiten der ehemaligen Schneiderei von Vater Misteli ermöglichten weiteres Wachstum. Aus der pädagogischen Grossfamilie wurde ein professionell geführtes Kinderheim mit zwei Wohngruppen und einer Aussenwohngruppe im Dorf. Ausgebildete Sozialpädagoginnen sowie Personal in Hauswirtschaft und Administration, insgesamt 25 Mitarbeitende in Voll- und Teilzeit, bieten den 18 Kindern ein geborgenes Zuhause.

Die Nachfrage ist vorhanden, amitola will zwölf weitere Heimplätze anbieten und plant deshalb ein neues Haus an der Dorfstrasse. Da die öffentliche Hand lediglich die Betriebskosten finanziert, sollen die Mittel für den Neubau durch eine Spendenkampagne beschafft werden. Regierungsrat Roland Fürst amtet als Präsident des Patronatskomitees. Auf dass Kinder aus schwierigen Verhältnissen weiterhin eine Perspektive erhalten.

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