Oensingen

Märethüsli auf Bauernhof oder auf Bestellung: Trotz Ausfall des Märets können Zibeli gekauft werden

Dieses Wochenende hätte der Oensinger Zibelimäret stattgefunden. Einige Vereine und andere Akteure wissen sich zu helfen.

Dieses Wochenende hätte der Oensinger Zibelimäret stattgefunden. Einige Vereine und andere Akteure wissen sich zu helfen.

Weil der Zibelimäret in Oensingen dieses Jahr ausfällt, müssen Marktfahrer und Vereine kreativ werden.

Bereits im August verkündete das Organisationskomitee für den Oensinger Zibelimäret, dass der beliebte Markt dieses Jahr nicht stattfinden kann. Doch wen betrifft dies am stärksten? Es sei sicher eine fehlende Einnahmequelle für Vereine, sagt der OK Präsident Max Keller. Weil seit März keine grösseren Veranstaltungen durchgeführt werden können, sässen diese nun auf dem Trockenen.

Am stärksten betroffen seien aber sicher die Mitwirkenden des Chilbibetriebs und Marktfahrer. «Die Coronakrise ist für viele von ihnen existenzbedrohend.»

Das Märethüsli steht nun auf dem Bauernhof

Obwohl der Markt nicht durchgeführt wird, haben verschiedene Akteure eine Alternative gefunden, ihre Zibeli trotzdem verkaufen zu dürfen. So zum Beispiel Annina Tschumi vom Tschumi-Hof in Oensingen.

Sie wird ihre Zibelizöpfe übers Wochenende ab Hof verkaufen. Das Märethüsli, das normalerweise am Zibelemärit stand, befindet sich nun beim Bauernhof am Bifangweg 8. Um die Sicherheit der Kundinnen und Kunden gewährleisten zu können, hat Familie Tschumi ein Schutzkonzept aufgestellt. Dies beinhaltet unter anderem Besuchende gezielt in dieselbe Richtung zu schleusen. Das Konzept wurde nach Vorgaben des Bauernverbandes ausgearbeitet. Die Nachfrage nach Zibelizöpfen sei gross, berichtet Tschumi. Verschiedene Firmen und Privatpersonen hätten sie dafür bereits angefragt. «Ich rechne trotzdem mit Mindereinnahmen», sagt sie.

Auch der katholische Kirchenchor Oensingen, welcher auf dem Märet jedes Jahr Zibeli verkauft, hat eine Alternative gefunden. Zuerst habe er übers Wochenende einen Stand auf dem Sternenplatz aufstellen wollen, erzählt die Präsidentin, Ursula Meise. Das sei jedoch nicht bewilligt worden. Deswegen verkauft der Chor seine Zibeli nun auf Bestellung. Unter vielen anderen hat auch der Gewerbeverein eine Bestellung aufgegeben.

Der Erlös aus dem Verkauf spenden die Mitglieder wie jedes Jahr an gemeinnützige Institutionen. An welche steht noch nicht fest. «Das kommt ganz auf die Höhe der Einnahmen an», sagt Meise. Wahrscheinlich sind aber eine Einzahlung in den «Solidaritätsfonds für Mutter und Kind» vom Schweizerischen Katholischen Frauenbund und eine Spende an das Kinderheimprojekt in Nigeria, welches der örtliche katholische Pfarrer leitet.

Es gibt auch solche, die verzichten

Anders als der katholische Kirchenchor hat der Inlinehockeyclub (IHC) Oensingen keine alternative Lösung geplant. Der IHC verkauft auf dem Zibelimäret normalerweise Marroni und unterhält einen Barbetrieb. Dass dies 2020 ausfalle, sei nun eben so, meint der Präsident, Thomas Niggli. Weil die Saison verkürzt wurde, hätte der Club nicht so viele Ausgaben gehabt wie in den vergangenen Jahren. Die fehlenden Einnahmen würden auch kein Loch ins Budget reissen, das der IHC nicht verkraften könne.

Bei der Frage ob und wie der Oensinger Zibelimäret im kommenden Jahr stattfinden wird, gehen die Meinung auseinander. Der Wunsch ihn wieder durchführen zu dürfen, steht bei allen. Wie realistisch dieser Wunsch ist, ist jedoch nicht ganz sicher. Max Keller zeigt sich hoffnungsvoll. Das OK werde die Anmeldungen für den Zibelimäret 2020 im kommenden Jahr übernehmen. Wer 2021 wieder mitmachen möchte, für den ist seine Anmeldung weiter gültig.

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