Energiebilanz
Luftbelastung konnte in Oensingen um 30 Prozent gesenkt werden

Welche Faktoren haben die Energiebilanz in der Gemeinde Oensingen beeinflusst? Der aktuelle Bericht zeigt es auf.

Werner Stooss
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Die Heizzentrale der Bürgergemeinde

Die Heizzentrale der Bürgergemeinde

zvg

Seit 2006 führt Oensingen eine Energiestatistik. Das aktuelle Jahr zeigt eine Abnahme der Energiebilanz, was vor allem eine Folge der günstigen Witterungsbedingungen ist. Die erneuerbare Energie stieg dank dem Ausbau der Fernwärme auf einen Anteil von 13,9 Prozent. Seit 2006 sank der Energieverbrauch pro Einwohner und Arbeitsplatz um 28,3 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahr war das Berichtsjahr durch eine besonders milde Heizperiode gekennzeichnet. Die Zahl der Einwohner stieg um 229 auf 6206; die Zahl der Wohneinheiten (Haushalte) stieg um 89 auf 2769. Davon waren bis Ende Jahr rund 620 mit einem niedrigen Energie-Standard errichtet; das sind 22 Prozent.

Weniger Ölheizungen

Verändert hat sich auch die Zusammensetzung der Heizanlagen. Reduziert hat sich die Anzahl der ölbefeuerten Anlagen (–3), der gasbefeuerten Anlagen (–3), der holzbefeuerte Anlagen (–9) und der Elektroheizungen (–4). Zugenommen hat die Anzahl der Wärmepumpen von 126 auf 131, der Sonnenkollektoranlagen von 26 auf 27, der Photovoltaikanlagen von 9 auf 11 und der Erdwärmeanlagen von 12 auf 16. Insgesamt sind ca. 2500 Quadratmeter Solarpannels installiert.

Diverse Kollektoranlagen versorgen 38 Wohneinheiten mit Warmwasser, die Anlage in der Kreisschule mit 120 Quadratmetern versorgt den Sporttrakt und die Erdwärmeanlagen versorgen 58 Wohneinheiten. Ferner existieren 5 grössere Pellet-Anlagen und rund 450 Holzöfen oder Cheminées. Ein besonderer Fall ist die grosse Zunahme der Fernwärme. Ab der Heizzentrale Brüggmatt beliefert sie die drei Äste Leuenfeld, Dorf und Bahnhof. 2013 waren es 19 Anschlüsse, 2014 bereits 32.

Die Energiebilanz (Verbrauch minus Produktion) beträgt im Berichtsjahr 103,6 GWh (1 GWh = 1 Mio. kWh), im Vorjahr waren es 117,9 GWh. Diese grosse Reduktion ist witterungsbedingt. Die erneuerbare Energie zeigt die beigefügte Tabelle. Hauptenergieträger sind Energieholz mit 6,09 GWh und Biogas mit 5,61 GWh Strom und 1,13 GWh Wärme.

Energiestatistik 2006 bis 2014

Die Energiebilanz von Oensingen wurde aus Vergleichsgründen jeweils mit dem langjährigen Mittel der Heizgradtage korrigiert (normalisiert auf 3468 HGT). Sie sank von 124,2 GWh auf 111,8 GWh (–10,3 Prozent). Dieses Ergebnis zeigt die Wirkung der höheren Wärmedämmung, die Effizienzsteigerung bei den Heizanlagen und die Substitution von Ölanlagen durch Wärmepumpen. Um den Zuwachs von Bevölkerung und Arbeitsplätzen zu kompensieren, ist die spezifische Energiebilanz pro Einwohner und Arbeitsplatz massgebend. Sie stellt die effektiv erreichte Einsparung dar und sank von 14,5 MWh auf 10,4 MWh (–28,3 Prozent). Die CO2-Emissionen nahmen von 16 415 Tonnen auf 11 415 Tonnen ab (–30,6 Prozent).

Vollständiger Energiebericht 2014 und Energiestatistik 2006–2014 unter Rubrik Energiestadt auf www.oensingen.ch