Egerkingen
Lösung im letzten Moment: Coop Bau+Hobby zieht bei Möbel Märki ein

Im Gäupark West ist Ende März Schluss mit Coop Bau+Hobby. Nun gibt es eine Nachfolgelösung: Coop hat die Möbel Märki-Filiale gekauft und hat ein Baugesuch für die Einrichtung eines Fachmarkt-Provisoriums eingereicht.

Erwin von Arb
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Möbel Märki hat seine auf dem Areal des Egerkinger Gäuparks gelegene Filiale an der Hausimollstrasse an Coop verkauft.

Möbel Märki hat seine auf dem Areal des Egerkinger Gäuparks gelegene Filiale an der Hausimollstrasse an Coop verkauft.

Bruno Kissling

Dem Grossverteiler Coop ist es offenbar auf den letzten Drücker gelungen, eine Nachfolgelösung für den Bau+Hobby-Markt zu finden, dessen Mietvertrag im Gäupark West Ende März ausläuft. Coop hat das südlich vom Coop Megastore-Parkplatz gelegene 5377 Quadratmeter grosse Gelände von Möbel Märki an der Hausimollstrasse erworben. Gemäss dem noch bis zum 23. Februar auf der Egerkinger Bauverwaltung aufliegenden Baugesuch will Coop rund 1,5 Mio Franken investieren, um das zweigeschossige Gebäude als Provisorium für den Fachmarkt Bau+Hobby nutzen zu können.

Im Baugesuch ist von einem zeitlich befristeten Ersatzstandort die Rede, bis der definitive Fachmarkt gemäss Gestaltungsplan und dem darauf gestützten Baugesuch erstellt werden kann. Für das Provisorium wird eine maximale Übergangsfrist von fünf Jahren ab materieller Rechtskraft des Gestaltungsplans beantragt.

So könnte das Coop Bau+Hobby-Provisorium aussehen.

So könnte das Coop Bau+Hobby-Provisorium aussehen.

zvg

VCS verhindert Neubau

Jener Teil des Einkaufszentrums, wo Coop derzeit einquartiert ist und der Gäupark Süd gehören der Migros Aare. Den frei werdenden Platz will die Migros für eigene Formate nutzen und hat Coop deshalb den Mietvertrag fristgerecht per Ende März gekündigt, wie Mediensprecherin Andrea Bauer auf Anfrage mitteilt. Coop habe gegen die Kündigung Beschwerde eingereicht. «Wir haben diese zur Kenntnis genommen», so Andrea Bauer. Offen liess die Migros Aare, welcher konkreten Nutzung sie die frei werdende Fläche zuführen will.

Das Gelände auf der Ostseite des Gäuparks befindet sich im Besitz von Coop. Auf dem Parkplatz östlich vom Coop Megastore plant der Grossverteiler schon seit längerer Zeit einen Ersatzbau für den Bau+Hobby-Fachmarkt sowie eine mehrgeschossige unterirdische Einstellhalle mit Parkplätzen. Die Chancen, dieses Projekt noch zeitgerecht realisieren zu können, muss Coop nun aber aufgeben. Nicht nur wegen einer hängigen Beschwerde des VCS gegen den Gestaltungsplan «Gäupark 2014» (siehe auch Box unten), sondern auch wegen der Kündigung des Mietvertrags für den Bau+Hobby-Markt durch die Migros Aare.

Keine Lösung in Sicht

Wegen des hängigen Verfahrens und aktuell laufender Gespräche zwischen Kanton, VCS, Migros und Coop wollte Grossverteiler Coop auf Anfrage keine Stellung zum Kauf von Möbel Märki und zur möglichen Einrichtung eines Fachmarktes im Möbelhaus beziehen. Die Gespräche gestalten sich offenbar schwierig, wie Coop Mediensprecher Urs Meier durchblicken lässt. «Eine Lösung ist derzeit nicht in Sicht», so Meier.

Von der Geschäftsleitung der Möbel Märki AG mit Hauptsitz in Hunzenschwil wird der im Januar 2018 abgewickelte Verkauf des Areals in Egerkingen samt Liegenschaft an Coop bestätigt. Wann Coop mit der Umnutzung zum Fachmarkt beginne, sei nicht bekannt. Bis es so weit sei, bleibe die Möbel Märki AG noch als Mieterin der Lokalitäten in Egerkingen präsent. Der Märki-Standort im Gäu sei aufgegeben worden, weil er nicht zum Sortiment der insgesamt zehn anderen Niederlassungen von Möbel Märki gepasst habe.

Seit 2014 ein Fall für Juristen

Seit rund vier Jahren möchten die Grossverteiler Coop und Migros Aare als Besitzer von jeweils etwa der Hälfte des Gäuparks in Egerkingen das Einkaufszentrum ausbauen, um dieses attraktiver zu gestalten. Verhindert hat das bisher die Sektion Solothurn des Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) mit einer umfangreichen Beschwerde gegen den Gestaltungsplan «Gäupark 2014». Neben einer besseren Erschliessung des Gäuparks mit dem öV und für den Langsamverkehr verlangte der VCS auch eine für Kunden kostenpflichtige Parkplatzbewirtschaftung. Ende Oktober lehnte der Solothurner Regierungsrat die Beschwerde des VCS gegen den Gestaltungsplan praktisch in allen Punkten als unbegründet ab. Recht bekam der VCS hingegen bei der Parkplatzbewirtschaftung, die gemäss Regierungsratsbeschluss zu Folge hätte, dass künftig an Samstagen und am Abendverkauf am Donnerstag ab der ersten Minute 2 Franken für einen Parkplatz zu zahlen wären. Dagegen legten Coop und die Migros Aare Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein (wir berichteten). Auch der VCS legte eine Beschwerde ein. Der VCS habe die regierungsrätliche Verfügung für eine Parkplatzbewirtschaftung im Gäupark zur Kenntnis genommen, mit Blick auf das Gesamtdossier aber als nicht ausreichend beurteilt, sagt VCS-Präsident Fabian Müller. «Nun wollen wir wissen, wie das Verwaltungsgericht in der Sache entscheidet.» Je nach Urteil schliesst Müller einen Gang des VCS vor Bundesgericht nicht aus. Bis es so weit ist, wird das inzwischen 120 Seiten umfassende Dossier «Gestaltungsplan Gäupark 2014» wohl noch umfangreicher, zumal hinter den Kulissen die Verhandlungen von Coop, Migros Aare, Gemeinde und Kanton weiter auf Hochtouren laufen. Das Verwaltungsgericht wird sich frühestens zwischen April und Mai mit diesem Fall beschäftigen können, wie Gerichtsschreiber Thomas Schaad auf Anfrage erklärt. Stehvermögen ist also weiter gefragt. (eva)

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