Mümliswil

Lokalmatador holt sich beim Motocross Passwang gleich zwei Siege

Das Motocross Passwang im Reckenkien lockt Hunderte Zuschauer ins Guldental – Mümliswiler Sandro Allemann prägt zwei Kategorien.

Der Reckenkien, gleich neben der Käserei oberhalb von Mümliswil mit einem schönem Ausblick Richtung Ramiswil, Schelten und Passwang war der Schauplatz des beliebten Motocross Passwang. Es gab Rennen verschiedener Klassen, der Nachwuchs und die Frauen kamen ebenfalls zum Zug. Teilweise ging es um Schweizer Meisterschaftspunkte oder einfach nur um die Ehre, der beste Thaler Motocrossfahrer zu sein. Die Piloten des Gelände Team Schweiz trugen auf einer attraktiven Strecke mit zusätzlichen künstlichen Hindernissen wie Baumstämmen und grossen Steinen ihre Ausdauerprüfung aus. Und die Oldtimer weckten mit ihren Maschinen Erinnerungen an die guten alten Zeiten, als die Stossdämpfer noch längst nicht so leistungsfähig waren wie heute.

Das Wetter war fast zu gut für Motocrossrennen. Die Piste wurde zwar in den Pausen kräftig gewässert, aber nach wenigen Runden entwickelten sich trotzdem immer wieder mächtige Staubwolken, die sich durch das Guldental wälzten. «Wir hätten uns in der Nacht von Freitag auf Samstag einen kräftigen Regenguss gewünscht, den gab es aber nicht», fasste OK-Präsident Rainer Ackermann die Situation zusammen. Er schätzte die Zuschauerzahl am Samstag auf knapp 1000, am Sonntag auf etwas über 2000 Leute – und war zufrieden.

Als Chef des Sponsors Ackermann Transporte und als Präsident des Organisationskomitees steckt Ackermann sowohl Geld aus seiner Firma als auch seine ganz persönliche Freizeit in den grossen Anlass. «Ich mache es für unseren Verein Motoclub Passwang und für das Dorf», erklärt er sein doppeltes Engagement. «Es hat sehr viele Leute, die mithelfen. Das ist einfach top.»

Ueli Ackermann holt sich Siege im «Thal Cup»

Stürze gehören beim Motocross dazu. Ein Schlüsselbeinbruch sorgte am Samstag für einen kurzen Unterbruch, aber schlimme Verletzungen gab es laut den Organisatoren keine. «Sicherheit geht vor. Viele wünschen sich einen spektakulären Sprung, aber wir verzichten absichtlich darauf», beschreibt Rainer Ackermann das Konzept. Die Hobbyfahrer ohne Lizenz kamen in der Klasse «Regio Open» zum Zug und zudem gab es die die Klasse «Thal Cup», die für die einheimischen Fahrer aus den Bezirken Thal und Gäu reserviert war. «Für diese Fahrer wären riesigen Sprünge zu gefährlich. Deshalb wollen wir nicht übertreiben. Schliesslich sind die Rennen für Hobbyfahrer und nicht für Profis.»

Sportlich wurde das Guldental auch durch Sandro Allemann, der in Mümliswil aufgewachsen ist und nun in Österreich lebt, bestens vertreten. Im ersten Lauf der «Regio Open» gelang der Nummer 14 ein souveräner Start-Ziel-Sieg. Der Matzendörfer Ueli Ackermann hielt sich als echter Einheimischer mit zwei Laufsiegen im «Thal Cup» schadlos, wo er eine Armada von nicht weniger als vier Mümliswilern (Jan Walser, André Brunner, Daniel Brunner und Roman Kohler) hinter sich lassen konnte. In der Kategorie Gelände Team Schweiz, dem Endurance-Rennen, das über eine Stunde dauerte, setzte sich wiederum der Heimweh-Mümliswiler Sandro Allemann souverän durch.

Bewilligung für Rennen bis ins Jahr 2025

In der heutigen Zeit, wenn alle von Umweltschutz reden, sei es nicht leicht, eine Bewilligung für Motocross-Rennen zu erhalten, aber dem Motoclub-Passwang sei dies dank seriöser Arbeit bis ins Jahr 2025 gelungen, hält Rainer Ackermann fest. «Wenn die Bauern mitmachen und uns das Land weiterhin zur Verfügung stellen.» Dem Boden schade so ein Rennen nicht. «Wir werden die Wiese bis zum Dienstag so herrichten, wie sie vorher war. Nach dem Ansäen muss es nur noch richtig regnen, dann wird hier wieder alles grün sein und keiner kann mehr erkennen, dass hier Motocrossrennen durchgeführt wurden.»

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