Niederbuchsiten
«Linde» soll für ein Wohn- und Gewerbehaus und einen Dorfplatz weichen

Die Gemeinde Niederbuchsiten will auf dem «Linde»-Areal für 4,1 Mio. Franken ein Wohn- und Gewerbehaus und einen Dorfplatz bauen. Investieren will sie dafür 1,6 Mio. Franken, für den Rest werden Investoren respektive Stockwerkeigentümer gesucht.

Erwin von Arb
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Das ehemalige Restaurant Linde in Niederbuchsiten wird demnächst abgerissen. Das Gasthaus wurde 2010 wegen maroder Bausubstanz geschlossen.

Das ehemalige Restaurant Linde in Niederbuchsiten wird demnächst abgerissen. Das Gasthaus wurde 2010 wegen maroder Bausubstanz geschlossen.

Hansruedi Aeschbacher

Der Gasthof Linde an der Dorfstrasse war einst ein beliebter gesellschaftlicher Treffpunkt für Leute aus dem Dorf und der nahen Region. Übrig geblieben ist davon indes nur noch das Gebäude, das traditionsreiche Restaurant wurde 2010 wegen der maroden Bausubstanz geschlossen. Was auf den ersten Blick wie ein Verlust von Dorfkultur aussieht, entpuppt sich für die Gemeinde als grosse Chance für die Schaffung eines bislang fehlenden Dorfkerns. In diese Position gebracht hat sich die Einwohnergemeinde im Jahr 2013 mit dem Kauf der Liegenschaft. Die Gemeindeversammlung sprach dafür einen Kredit für 320 000 Franken.

Gebäude und Dorfplatz in Planung

Auf dem 1300 Quadratmeter grossen Areal soll bis 2017 ein dreigeschossiges Wohn- und Gewerbehaus entstehen. Im Erdgeschoss sind Gewerbe- und Büromietflächen vorgesehen, die im Eigentum der Gemeinde verbleiben werden. Gemeindepräsident Markus Zeltner könnte sich vorstellen, dass in diesen Räumen zum Beispiel ein Café und Büroräume für Gewerbe- oder Dienstleitungsbetriebe untergebracht werden könnten, die das kulturelle Leben im Dorf bereichern. Auf den zwei Obergeschossen sind vier 21/2- sowie vier 31/2-Zimmer-Wohnungen geplant, die sich für Jung und Alt gleichermassen eignen. Die Projektkosten belaufen sich auf etwa 3,9 Mio. Franken. Die Einwohnergemeinde möchte sich daran mit einem Betrag von 1,6 Mio. Franken beteiligen. Für den Rest würden Investoren respektive Stockwerkeigentümer gesucht, so Zeltner.

Wichtiger Bestandteil des Projekts ist der ebenfalls in die Planung einbezogene Dorfplatz, wie der Gemeindepräsident betont. Das Dorf habe zwar ein gut funktionierendes und vielfältiges Dorfleben, bislang aber keinen richtigen Dorfplatz. Das Areal zwischen der ehemaligen «Linde», der Schule und dem Feuerwehrgebäude eigne sich ideal, um dort einen multifunktionalen Platz zu bauen. Geplant ist ein grosszügiger Kiesplatz mit Bäumen, einem Dachunterstand und Sitzgelegenheiten, der sich auch für die Durchführung grösserer Anlässe eignet. «Zusammen mit den angrenzenden Schul- und Sportanlagen entsteht ein grosses zusammenhängendes und attraktives Dorfzentrum, das zum Verweilen lädt», macht Zeltner in eigener Sache Werbung.

Neue Zentrumszone wird geschaffen

Der Gemeindepräsident ist zuversichtlich, dass der anvisierte Bezug der ersten Geschäftsräume und Wohnungen Anfang 2017 eingehalten werden kann. Wichtig sei dies auch wegen der im selben Jahr geplanten Sanierung der Dorfstrasse durch den Kanton. Dann könnten auch die notwendigen Anpassungen bei den Einfahrten zur Schule vorgenommen werden. Die Planung des Kantons sehe unter anderem vor, dass der Verkehr beim «S» im östlichen Dorfeingang bei der «Linde« mittels baulicher Massnahmen beruhigt werde. Vorgespurt mit den kantonalen Behörden ist ferner die Schaffung einer neuen Zone. Das Wohn- und Gewerbehaus Linde wird neu in der Zentrumszone liegen, während die anderen Häuser entlang der Dorfstrasse weiter der Kernzone zugeordnet bleiben. «Die neue Zone empfinden wir als klare Aufwertung unseres Projektes», meint Zeltner erfreut.

Weitere Infos: www.niederbuchsiten.ch

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