Oensingen

Lewis (7) und Leon (12) wollen die neuen Schumacher-Brüder werden

Für Leon und Lewis ist die Formel 1 das klare Ziel.

Für Leon und Lewis ist die Formel 1 das klare Ziel.

Die ganze Familie Päper aus Oensingen ist im Rennfieber. Das Ziel von Leon (12) und Lewis (7) ist die Königsklasse des Rennsports, die Formel 1. Für den Traum der Kinder kämpft Vater Thomas zusammen mit seiner Frau Sandra.

Infiziert mit dem Rennvirus wurde die in Oensingen lebende Familie Päper von Vater Thomas: Der gelernte Fahrzeugmechaniker arbeitete in Deutschland auf Kartbahnen und fuhr früher selber Rennen.

Allerdings nur im ganz kleinen Rahmen, wie er betont. Für mehr fehlten die finanziellen Mittel. Jetzt kämpft er zusammen mit seiner Frau Sandra für den Traum der beiden Söhne Leon und Lewis.

Das Ziel ist die Königsklasse des Rennsports, die Formel 1, das ist für den 12-jährigen Leon und den 7-jährigen Lewis klar. Die Päpers wollen die neuen Schumacher-Brüder werden. Erste Medaillen an Schweizer Meisterschaften und Siege in der Easy-Kart-Serie in Italien und Deutschland konnten sie bereits feiern.

Die Familie Päper in ihrer Werkstatt: Nesthäkchen Lewis, Thomas und Sandra sowie der 12-jährige Leon.

Die Familie Päper in ihrer Werkstatt: Nesthäkchen Lewis, Thomas und Sandra sowie der 12-jährige Leon.

Das Talent sei definitiv vorhanden, der Vater zeigt sich aber realistisch: «Die Formel 1 wird wohl unerreichbar bleiben. Weil uns die nötigen Kontakte und das Geld fehlen. Aber man soll seine Träume nie wegschmeissen.» Dem pflichtet seine Frau Sandra bei: «Ich will nicht sagen, dass die Formel 1 unmöglich ist, aber ich möchte meine Kinder auch nicht auf ein Podest stellen.» Die Möglichkeit, entdeckt zu werden, bestehe aber auf jeden Fall. «An den Rennen in Italien sind immer mal Späher vor Ort», so Sandra Päper.

30 000 Franken jährlich

Kartfahren ist ein teures Hobby: Sandra und Thomas Päper investieren pro Jahr rund 30 000 Franken in den Traum ihrer Söhne. Und das sei eigentlich noch zu wenig, so Thomas Päper: «Wir würden gerne noch mehr Rennen in Italien fahren, aber für die Reisekosten und das Material bräuchten wir noch einmal 20 000 Franken mehr. Sponsoren zu finden, ist sehr schwierig.» Falls es doch nicht zur grossen Karriere reicht, haben die Söhne zumindest schon mal einen Plan B. «Ich will Tierarzt oder Lehrer werden», sagt das Nesthäkchen Lewis wie aus der Pistole geschossen.

Leon Päper mit dem Kart auf der Rennbahn

Bruder Leon zögert, nennt dann aber Polizist als mögliche Alternative. Auf der eigenen Homepage geben Leon und Lewis nebst dem Kartfahren auch Handball und Fussball als Hobbys an. Beide ziehen die Rennstrecke dem Rasen oder Hallenboden indes klar vor. «Mich fasziniert die Geschwindigkeit, und dass man auf der Strecke für sich kämpft. Das macht riesigen Spass», sagt Leon. Angst scheinen er und sein jüngerer Bruder nicht zu kennen. «Je schneller, desto besser», grinst Lewis.

Und wie siehts bei den Eltern aus? Kein mulmiges Gefühl, wenn die Söhne mit über rund 80 Stundenkilometern ihre Runden drehen? Der Blick richtet sich zuerst automatisch an die Mutter. Doch die winkt ab und zeigt lachend auf ihren Mann: «Er ist der Angsthase.» Thomas Päper gesteht, dass er der Unruhigere sei während der Rennen: «Es gibt halt schon immer wieder Unfälle.» Er betonte aber, dass die Unfälle mit den Karts zwar spektakulär aussähen, aber grösstenteils glimpflich abliefen.

«Ich vertraue der Technik und meinen Kindern», erklärt Sandra Päper ihre Gelassenheit. «Ich weiss, dass meine Söhne ihre Karts im Griff haben und auf der Strecke auch das Risiko richtig einschätzen können. Sie fahren nicht übermütig.»

Nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten in der Schweiz

Wenn es um Rennsport geht, ist die Schweiz ein schwieriges Pflaster. «Es gibt fast keine grossen Rennstrecken und am Sonntag darf man gar nicht fahren», zeigt Thomas Päper die Probleme auf. Deshalb zieht es die Familie nach Deutschland und Italien. Dort geniesst der Rennsport einen viel höheren Stellenwert als hierzulande. So sind es vorwiegend die Wochenenden und die Ferien, welche die Familie Päper dem Sport opfert.

Weil das Budget beschränkt ist, nehmen sie vor allem an Rennen der Easy-Kart-Serie teil, bei der alle mit dem gleichen Material antreten. An der Schweizer Meisterschaft darf jeder mit seinem individuellen Material fahren. «Wer es sich leisten kann, kauft fünf Motoren und baut aus den besten Teilen einen Super-Motor zusammen, das liegt für uns nicht drin», sagt Thomas Päper. Zumindest den teuren Mechaniker kann sich die Familie Päper sparen, weil der Vater gerne die Nächte durchschraubt, um die Karts für den nächsten Temporausch seiner Söhne wieder auf Vordermann zu bringen.

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