Gäu
Letztes Jahr kam der Honig wegen des fehlenden Frühlings aus dem Wald

Die Wetterachterbahn sorgte 2013 beim Bienenzüchterverein Gäu ein durchwachsenes Ergebnis. Pollenangebot und Nektar waren so gering, das nur wenig Blütenhonig geschleudert werden konnte. Dafür gab es den ersten Honig aus dem Wald breites Mitte Juni.

Irmfriede Meier
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Die Bienen sammelten 2013 wegen der Wetterkapriolen im Frühling deutlich weniger Blütennektar. azr

Die Bienen sammelten 2013 wegen der Wetterkapriolen im Frühling deutlich weniger Blütennektar. azr

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Präsident Roman Berger (Oberbuchsiten) konnte zur 95. Generalversammlung des Bienenzüchtervereins Gäu (BZVG) im Restaurant Kreuz in Neuendorf 31 Gäuer Imkerinnen und Imker begrüssen. Einleitend zu seinem Jahresbericht 2013 verwies Roman Berger auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der Bienenzucht und auf deren grossen Nutzen, seien doch 80 Prozent aller Früchte der Befruchtung der Blüten durch die Bienen zu verdanken.

Keinen guten Frühling erlebt

Das Jahr 2013 sei ein extremes Bienenjahr gewesen. Man könne sogar sagen, dass sich Bienen und Imker so vorgekommen seien, als würden sie sich auf einer grossen Wetterachterbahn befinden. Im Kanton Solothurn seien etwa 20 bis 40 Prozent der Bienenvölker nicht mehr vorhanden gewesen. Alles in allem hätten die Landwirte und die Imker keinen guten Frühling erlebt.

Nach dem wechselhaften Wetter im Monat Mai sei das Pollenangebot und der Nektar sehr gering gewesen und man hätte nur einen geringen Blütenhonig schleudern können. Zur Überraschung der Imker sei die Waldtracht bereits ab Mitte des Monats Juni gekommen. Die Fichten und Tannen hätten in einigen Gebieten bis in den August gehonigt. Durch die grosse Hitze und gute Luftfeuchtigkeit hätte eine gute Honigqualität mit einem niederen Wassergehalt geerntet werden können. Leider sei der Honig in vielen Gebieten so zäh (Melezitosenhonig, ein Dreifachzucker im Waldhonig) gewesen, dass er schwer aus den Waben herauszuschleudern gewesen sei und viele Waben beim Schleudern zerbrochen seien.

Schwarmfangstation kaum benutzt

Dem Jahresbericht der Bieneninspektorin Marianne Zeltner geht hervor, dass sie keinen einzigen Fall von Sauer- oder Faulbrut und auch keine Rückfälle zu verzeichnen gehabt habe. Das Auswintern nach dem sehr lang gezogenen kalten Winter, hätte allerdings einigen Imkern eine böse Überraschung beschert. Wenn der Verlust der Völker nicht der Varroamilbe zuzuschreiben gewesen sei, sei es das Verhungern auf vollen Waben gewesen, da die Völker nicht dem Vorrat hätten nachwandern können.

Dem Jahresbericht von Marianne Zeltner als Betreuerin der Schwarmfangstation war ferner zu entnehmen, dass trotz des schwarmträchtigen Wetters ab Mitte, Ende Mai die Station kaum benutzt worden sei. Bis Ende Saison habe sie acht fremde Schwärme einlogiert, wovon vier aus dem Gebiet Olten gekommen seien. Da die Kästen der meisten Imker voll waren, seien das erste Mal seit der Eröffnung der Schwarmfangstation zwei Völker über den Winter dort einlogiert gewesen. Diese Völker seien im März verkauf und damit wieder ausquartiert worden.

15 Siegelimker im Gäu

Betriebsprüfer Peter Baumgartner (BZVG) erwähnte in seinem Jahrsbericht, dass 2012 total 145 Honigproben (132 Siegel) durch das ZBF analytisch untersucht worden seien. 95 Prozent aller Honigproben hätten die Qualitätsanforderungen als Siegelimker erfüllt. Dies zeige eine qualitativ hochstehende Honigernte 2012. «Am 8. September 2013 seien in Neuendorf drei Stände und Wolfwil vier Stände besucht worden. «Wir sahen mehrheitlich sehr schöne und aufgeräumte Stände mit Vorbildcharakter, aber auch einige an denen durchaus noch gearbeitet werden darf», berichtete Baumgartner. Im weiteren orientierte er, dass 2013 drei neue Imker ohne Beanstandungen das Reglement erfüllt und das Zertifikat erhalten haben. Somit habe der Bienenzüchterverein Gäu nun 15 Siegelimker.

Othmar Niggli geehrt

Die Generalversammlung genehmigte einstimmig die Jahresberichte von Präsident Roman Berger, von Marianne Zeltner als Bieneninspektorin und als Betreuerin der Schwarmstation Schlattbrunnen, sowie von Peter Baumgartner, BZVG, VDRB Betriebsprüfer sowie die von der Kassierin Helen Elmiger erläuterte Jahresrechnung 2013. Einstimmig genehmigt wurde auch das Programm der Vereinsanlässe 2014. In entschuldigter Abwesenheit wurden mit Applaus Jürg Freudiger, Niederbipp, und Jan Rohrmann, Oberbuchsiten, als neue Vereinsmitglieder aufgenommen. Für 30 Jahre Vereinszugehörigkeit gebührend geehrt wurde Othmar Niggli, Niederbuchsiten.