Egerkingen

Letzte grosse Sprengung im Steinbruch lässt die Erde beben

Die Sprengung im Steinbruch Vorberg in Egerkingen erfolgte mit 8 Tonnen Sprengstoff, was im Dorf deutlich zu hören war. zvg

Die Sprengung im Steinbruch Vorberg in Egerkingen erfolgte mit 8 Tonnen Sprengstoff, was im Dorf deutlich zu hören war. zvg

Im Steinbruch Vorberg in Egerkingen wurden am Dienstagabend 35'000 Kubikmeter Felsmaterial aus der Felswand gesprengt. Es war die letzte grosse Sprengung.

Ein dumpfer Knall, gefolgt von einem schwach wahrnehmbaren «kleinen Erdbeben», sorgte am Dienstag um 17.30 Uhr in Egerkingen kurzzeitig für Aufregung. Diese legte sich aber schnell wieder, zumal die Erde im Dorf nicht unerwartet bebte, wie Elvira Biedermann, Leiterin der Gemeindeverwaltung, auf Anfrage erklärt. «Die Gemeinde wurde von der STAG Steinbruch AG informiert, dass am Dienstagabend eine grössere Sprengung stattfinden wird. Das haben wir am Montag auch an der Gemeindeversammlung so kommuniziert», so Biedermann. Dennoch sei sie im ersten Moment erschrocken, als sie den lauten Knall gehört habe.

Grössere Sprengung als üblich

François Dörfliger von der STAG Steinbruch AG bestätigt, dass am Dienstag im Steinbruch Vorberg eine aussergewöhnlich grosse Sprengung durchgeführt wurde. Deshalb habe man im Vorfeld auch die Anwohner des Steinbruchs schriftlich über den Zeitpunkt der Sprengung informiert. Das Explosionsgeräusch sei diesmal etwas lauter ausgefallen, weil mit 8 Tonnen die vierfache Menge des sonst üblichen Sprengstoffs verwendet worden sei. 

Insgesamt wurden 35'000 Kubikmeter Felsmaterial aus der östlich gelegenen Felswand gesprengt, wie François Dörfliger dazu weiter ausführt. Vorgängig waren an der Oberkante der 150 Meter hohen Felswand rund 50 Meter tiefe Löcher mit einem Durchmesser von 8 Zentimetern in das Kalkgestein gebohrt worden. In diese wurde danach der mit Zündkabeln versehene Sprengstoff platziert. Eine besondere Herausforderung war der Materialtransport auf den Felsvorsprung. Dafür musste ein Helikopter eingesetzt werden, so Dörfliger.

Spezialisierte Firma eingesetzt

Bei der Sprengung kam es zu insgesamt 43 Zündungen, elektronisch ausgelöst in einem Abstand von 3 Millisekunden. Die erwähnten Vorarbeiten nahmen rund 14 Tage in Anspruch und wurden von einer spezialisierten Firma ausgeführt. Zehn Personen seien während dieser Zeit im Einsatz gestanden, berichtet François Dörfliger, der im von seinem Bruder Reinhold Dörfliger junior geführten Steinbruch für den Felsabbau verantwortlich zeichnet.

Die Erschütterungen waren geringer als die zulässigen Grenzwerte, wie François Dörfliger bemerkt. Zu Schäden an Gebäuden in der Nähe des Steinbruchs ist es nicht gekommen. Die platzierten Messgeräte, welche die Erschütterungen zur Beweisführung aufzeichneten, liessen diesen Schluss zu.

Letze Sprengung in der Felswand

Die Verarbeitung des rund 35'000 Kubikmeter umfassenden Felsmaterials der Sprengung, welches nun auf der Sohle des Steinbruchs liegt, wird etwa ein bis zwei Jahre dauern. Danach werden jährlich wieder etwa zwei bis drei kleinere Sprengungen vorgenommen.

Allerdings nicht mehr in der Felswand. Dies, weil der Kanton wegen der Nähe zum Siedlungsgebiet und der bestehenden Erschliessung im Richtplan darauf verzichtet hat, den Perimeter des Steinbruchs zu verändern. Künftig darf deshalb der Abbau des Gesteins nur noch in die Tiefe erfolgen.

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