Härkingen
Leere Anhänger verursachen viel Lärm – Gibt es nun Konsequenzen?

Nach Reklamationen wegen nächtlicher Lastwagenfahrten verlangt der Rat von der Post Massnahmen. Erste Gespräche wurden geführt und der Post wurde eine Frist gesetzt.

Erwin von Arb
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Rund um das Paketzentrum der Schweizerischen Post in Härkingen herrscht Tag und Nacht reger Verkehr.

Rund um das Paketzentrum der Schweizerischen Post in Härkingen herrscht Tag und Nacht reger Verkehr.

Erwin von Arb

Seit der Eröffnung des Paketzentrums der Schweizerischen Post im Jahr 1999 kommt es in Härkingen in regelmässen Abständen immer wieder zu Reklamation aus der Bevölkerungen wegen nächtlichen Transporten und damit einhergehenden Lärmemissionen. Verursacht wird dieser Lärm vor allem durch das Mitführen von leeren Anhängern auf der Strecke zwischen Härkingen und Wolfwil.

Bei solchen Leerfahrten klappern am Anhänger sämtliche beweglichen Metallteile, insbesondere die Arretierungsvorrichtung für die verwendeten Wechselbehälter. Um diesem Problem zu begegnen, hat die Post auf Druck der Gemeinde dem Transporteur aus Wolfwil beim Paketzentrum Abstellplätze für leere Anhänger zur Verfügung gestellt.

Erste Gespräche wurden geführt

Im Dezember 2015 musste der Gemeinderat nach dem Eingang neuer Reklamationen zur Kenntnis nehmen, dass mit dieser Massnahme offenbar nicht die gewünschte Wirkung erzielt wird. Bei den vom Gemeinderat verlangten Gesprächen mit Verantwortlichen des Paketzentrums und mit dem involvierten Transportunternehmen wurden die Probleme erörtert. Vonseiten des Transporteurs wurden technische Nachbesserungen an den Fahrzeugen vorgenommen, um das Klappern von beweglichen Metallteilen auf ein Minimum zu reduzieren.

Der Rat verspricht sich davon allerdings kaum eine grosse Wirkung. Er stellt vielmehr die Notwendigkeit solcher nächtlicher Leerfahren zwischen Härkingen und Wolfwil grundsätzlich infrage. Es sei an der Post, den Nachweis dafür zu erbringen. Zudem möchte der Rat wissen, ob die insgesamt neun Abstellplätze ausreichen und vom Transporteur auch konsequent genutzt werden. Falls zusätzliche Abstellplätze benötigt würden, so müssten diese geschaffen werden.

Auch der Kanton ist gefragt

Einen Beitrag zur Vermeidung von Lärm könnte auch der Kanton leisten, namentlich das Kreisbauamt II in Olten, wie der Gemeinderat dazu festhält. Gemeint sind damit die zahlreichen schadhaften Stellen auf der Kantonsstrasse im Usserdorf und auf der Fulenbacherstrasse. Der Kanton müsse die Sanierung dieser Strassen unverzüglich ins Unterhaltprogramm aufnehmen, so der Gemeinderat.

Dass etwas gegen die nächtlichen Ruhestörungen unternommen werden muss, zeige auch eine Ende Dezember 2015 von privater Seite initiierte Umfrage bei Anwohnern an der Egerkinger- und an der Fulenbacherstrasse, im Usserdorf sowie in den Seitenstrassen. Insgesamt wurden 200 Talons an die Haushaltungen verschickt, auf denen angekreuzt werden konnte, ob die nächtliche Ruhestörung wahrgenommen wird und ob etwas dagegen unternommen werden soll. Der Rücklauf betrug gemäss Gemeindepräsident rund 30 Prozent, was etwa 70 Talons entspreche. Das sei ein Bevölkerungsanteil, der ernst genommen werden müsse, so Nützi.

Der Post eine Frist gesetzt

Im Gemeinderat wurde diese Einschätzung mit dem Hinweis bestätigt, dass alle die Dienstleistung der Post schätzten, es aber oft so halten würden wie etwa bei den Handys. Diese würden gern benutzt, aber keiner wolle Natelantenne vor dem Haus. Das ändere aber nichts an der für Härkingen unbefriedigenden Situation. Deshalb müssten die Verantwortlichen der Post aufzeigen, wie die Lärmemissionen in der Nacht reduziert oder sogar eliminiert werden könnten.

Der Post wurde vom Gemeinderat für eine Stellungnahme eine Frist bis Mitte April 2016 eingeräumt. Gleichzeitig soll die kantonale Motofahrzeugkontrolle über die Situation in Härkingen ins Bild gesetzt werden, um damit die Erteilung einer künftigen Nachtfahrbewilligung infrage zu stellen.