Oensingen
Leck an Wasserleitung: Bis zu 25000 Liter pro Minute flossen ins Freie

Ein Leck an der Hauptleitung führte Ende letzter Woche in Oensingen zu einem totalen Unterbruch der gesamten Wasserversorgung. Das gesamte Ausmass ist auch heute noch nicht abzuschätzen.

Alois Winiger
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Ein Firmengebäude nahe dem Pumpwerk ist teilweise geflutet worden, die Feuerwehr pumpt Wasser ab.

Ein Firmengebäude nahe dem Pumpwerk ist teilweise geflutet worden, die Feuerwehr pumpt Wasser ab.

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Für einen Teil der Einwohnerinnen und Einwohner von Oensingen blieb am vergangenen Freitagmorgen unbemerkt, dass auf dem ganzen Gemeindegebiet während rund zwei Stunden kein Wasser mehr aus dem Hahnen floss.

Auslöser für den Unterbruch war ein grösseres Leitungsleck an der Hauptleitung direkt beim Pumpwerk Moos. In einer ersten Phase sind bis zu 25 000 Liter pro Minute ausgeflossen.

Verbund mit Balsthal sei Dank

«Kurz vor halb sieben ging bei den Verantwortlichen der Wasserversorgung Oensingen ein Alarm ein», berichtet der Leiter Bau, Andreas Affolter. «Glücklicherweise konnte der Schaden an der Leitung dank des schnellen und zielgerichteten Einsatzes unserer Werkhofleute schnell behoben werden. Um 8.30 Uhr war die Wasserversorgung bereits wieder gewährleistet.»

Dass dies so schnell möglich war, sei zum einen der Firma Dörfliger zu verdanken, die sofort für die Freilegungsarbeiten zur Stelle war. Anderseits und ganz besonders aber dem Notwasserverbund mit Balsthal, der im Jahr 2012 in Betrieb genommen wurde, wie Affolter ausführt. «Die dafür investierten 1,3 Millionen Franken haben sich sehr gelohnt.» Aufgrund des Verbunds konnte das Oensinger Reservoir an jenem Freitag ausreichend nachgefüllt werden.

Bei Bell ging teilweise nichts mehr

Für die Haushalte hielt sich – soweit bekannt – der Schaden in Grenzen. Nicht aber in der Industrie, wie beispielsweise beim Fleischverarbeiter Bell, einer der ganz grossen Wasserbezüger in Oensingen. Etwa die Hälfte der Produktion sei während ungefähr zwei Stunden still gestanden, ist bei der Firma Bell zu erfahren.

Die Produktion ist direkt am Leitungsnetz angeschlossen. Es sei nicht machbar, Wasser in solchen Mengen, wie Bell sie braucht, für etwaige Unterbrüche vorsorglich zu speichern. Immerhin habe es innerhalb des Betriebs keine Folgeschäden gegeben.

Räume überflutet

Im Umfeld jedoch gibt es Folgeschäden, sowohl direkt sichtbare, als auch solche, die noch zu erwarten sind. «Darum ist das gesamte Ausmass noch nicht abzuschätzen», sagt Andreas Affolter. Ein Teil der Umgebung des Pumpwerks im Industriegebiet, wo das Leck entstanden war, war überflutet; das Wasser hatte bereits einige Firmengebäude erreicht und war in tiefer gelegene Geschosse eingedrungen. Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern.

An drei weiteren Stellen im Dorf sind Wasserleitungen in Brüche gegangen. Diese Schäden stehen im Zusammenhang mit dem Rohrbruch an der Transportleitung. Bis Ende dieser Woche sollten diese Schäden behoben sein.

Hauptleitung näher untersuchen

Der effektive Schaden an den Leitungen ist das eine. Bei der Bruchstelle beim Pumpwerk Moos galt es, ein fünf Meter langes Stück der 300-Millimeter-Leitung auszuwechseln. Warum es geplatzt war, könne unterschiedliche Gründe haben, sagt Affolter. Es sind von-Roll-Rohre, die im Jahr 1966 eingelegt worden sind.

Weit mehr Sorgen bereitet dem Leiter Bau, dass es die Hauptschlagader des Oensinger Wasserleitungsnetzes getroffen hat. Man werde nicht darum herumkommen, jenen Teil dieser Hauptleitung genauer zu untersuchen, der mit demselben Rohrtyp bestückt ist, wie der beschädigte.