Das Programm zur Förderung der Geburtshelferkröte im Naturpark Thal steht im dritten Jahr seit dem Projektstart. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Weiher haben von März bis Oktober 2014 gemeinsam mit Peter Geissbühler, Amphibienbeauftragter für den Kanton Solothurn bei der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz, über 40 Weiher im Thal besichtigt und beurteilt und Massnahmen vorgeschlagen. Viele Weiher und Feuchtstellen sind in einem schlechten Zustand.

Das Hauptproblem ist die fehlende oder ungenügende Wasserzufuhr und oft auch die Dichtigkeit der Weiher. Die Arbeitsgruppe Weiher hat 13 Weiher im Naturpark Thal ausgewählt, die zwingend instand gestellt oder neu gebaut werden sollen. Bereits Ende November 2014 konnten die Arbeiten am Rüti-Weiher (Hohl/Rohni), westlich des Dorfkerns von Laupersdorf, abgeschlossen werden.

Der Rüti-Weiher ist mit der Güterzusammenlegung 1982 als Biotop ausgeschieden worden. Eigentümer sind die Pro Natura Schweiz und Solothurn und die Interessengemeinschaft Naturschutz Thal (INT). Für den Unterhalt und die Pflege ist die Landschafts- und Umweltkommission Laupersdorf (LUK) verantwortlich.

Mit Zuleitung und Abfluss

«Die Gartenbauer der Firma Christ GmbH aus Oensingen haben gute Arbeit geleistet», berichtet der Projektleiter Michael Bur vom Naturpark Thal. «Sie haben die ganze Fläche von Brombeeren befreit, einzelne Bäume gefällt, die Weiher rund einen Meter tief ausgebaggert, die drei Weiher untereinander verbunden, eine neue Zu- und Ableitung erstellt und das ganze Terrain neu modelliert.» Der vierte Weiher wurde als Vernässung so belassen wie er war. Die neue Zuleitung wurde von einem Schacht einer Drainage-Leitung, die immer Wasser führt, gelegt. Der Abfluss ist frei fliessend und erfolgt ins Rüti-Bächlein.

Es wurde beim Ausbaggern und dem Modellieren der Weiher darauf geachtet, dass die Uferböschungen nicht zu steil geraten. Der Untergrund der Weiher ist natürlich, es ist ein Lehmboden und es wurden keine Folien verlegt. «Mit geringem Aufwand ohne grosse Terrain-Veränderungen, somit mit einem schonenden Eingriff, konnte ein grosser Nutzen für die Amphibien herausgeholt werden», erklärt Michael Bur. Bei der Hecke östlich der Weiher machen immer wieder Vögel auf dem Vogelzug Rast. «Regelmässig können Vögel wie Wiedehopf oder Braunkehlchen beobachtet werden», weiss Georg Koch von der LUK und Pro Natura.

Die Abnahme mit der Bauherrschaft (Pro Natura und INT), der Einwohnergemeinde Laupersdorf und dem Amt für Landwirtschaft erfolgte am 12. Dezember 2014. Im Verlauf des Monats Januar soll nun die Unterhalts-Vereinbarung zwischen Pro Natura und der Landschafts- und Umweltkommission Laupersdorf unterzeichnet werden. Die Unterhaltsarbeiten werden jeweils von Mitgliedern des Hockey-Clubs Laupersdorf (HCL) am Tag der Natur im September vorgenommen. Es gilt vor allem die Wasserfläche vor Verlandung zu schützen. Auch möchte man keinesfalls das Vorkommen von Fischen in den Weihern.