Kommentar
Laute Stimmen verstummen plötzlich

Sarah Kunz
Sarah Kunz
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Patrick Lüthy

Grosse Aufschreie, heftige Proteste und viel Skepsis. Kaum etwas wurde von den Oensingern in den sozialen Medien so heftig diskutiert, wie der Beschluss des Kantons, der Zibelimäret könne nicht mehr auf der Hauptstrasse durchgeführt werden. Es war zu erwarten, dass die Präsentation des neuen Marktperimeters ebenfalls auf Widerstand stösst, dass sich die Oensinger Vereine wehren und um ihren traditionellen Anlass kämpfen wollen.

Doch weit gefehlt. Sogar Applaus zollten die Vereine dem Organisationskomitee für die neue Lösung. Laut dem OK-Präsidenten seien sie positiv überrascht gewesen, gar motiviert. Sei es nun Zweckoptimismus oder Einsicht in Notwendigkeit.

Offenbar stillschweigend nehmen die beteiligten Vereine den Beschluss des Komitees hin. Ertönte vorher die Antwort: «Nirgends kann der Zibelimäret so gut sein wie auf der Hauptstrasse», erklingt jetzt das Echo: «Der neue Standort wertet den Anlass sogar auf.»

Bereits diese Reaktion lässt so manche Augenbraue verwundert nach oben zucken. Doch noch mehr überrascht der Beschluss, den Önziger-Montag zu streichen. Für Nicht-Oensinger bedeutet der Start am Freitag, dass man an zwei Abenden bis um vier Uhr morgens feiern kann.

Einen Aufschrei erwartet man nur von den alteingesessenen Önzigern, von den Bewahrern dieser Tradition. Doch die sonst so lauten Stimmen bleiben plötzlich stumm, der Wind hat sich gelegt. Und im Oktober wird sich dann zeigen, ob das Konzept auch das Publikum überzeugt.

sarah.kunz@azmedien.ch