Laupersdorf
Laupersdorf feierte ein Brunnenfest voller Begegnungen und Geschichten

Bei strahlendem Sonnenschein feierte das Dorf drei Tage lang sein 30. Brunnenfest. Drei Tage lang herrschte im Dorf Festbetrieb und geselliges Treiben.

Martina Flück
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Das Jubiläumsfest zog viel Publikum an – gemeinsam wurde gegessen, getrunken, gefeiert.

Das Jubiläumsfest zog viel Publikum an – gemeinsam wurde gegessen, getrunken, gefeiert.

Martina Flück

Rechtzeitig zum 30-Jahr-Jubiläum zeigte sich das Wetter von seiner guten Seite und bescherte dem Brunnenfest in Laupersdorf drei sonnige Festtage. Besucher und Organisatoren genossen einmal mehr die einmalige Atmosphäre und die friedliche Stimmung im Dorf.

Bereits zum 30. Mal jährte sich am letzten Wochenende das Brunnenfest in Laupersdorf. Was vor über dreissig Jahren als Geldsammel-Aktion für die Neuanschaffung eines Dorfbrunnens begann, ist heute ein Stück Dorfkultur, das aus Laupersdorf nicht mehr wegzudenken ist. Sechs Vereine organisieren nun das Dorffest, wahren die Tradition und wagen immer mal wieder etwas Neues. Im Zentrum aller Aktivitäten ist dabei immer der Raum für Begegnungen. Sei es in den gemütlich eingerichteten Stübli, an den Konzerten der Musikschule Laupersdorf, auf dem Autoscooter oder einfach auf der Dorfstrasse, wenn man von einem Stübli zum nächsten zieht und dabei immer wieder neuen und altbekannten Gesichtern begegnet.

Fest stösst auf Grosszügigkeit

Ein Fest dieser Grösse ist nicht durchführbar ohne zahlreiche helfende Hände und viel Wohlwollen und Unterstützung der Dorfbevölkerung. Seit 30 Jahren dürfen sich die Organisatoren glücklich schätzen, dass das Fest im Dorf auf viel Grosszügigkeit und Toleranz stösst. Es ist nicht selbstverständlich, dass man drei Tage Festbetrieb – inklusive mehrere Tage Auf- und Abbauzeit – einfach hinnimmt.

Als besondere Bereicherung konnten dieses Jahr am Brunnenfest einige Werke der Primarschule Laupersdorf bestaunt werden. In diversen Stübli und entlang der Dorfstrasse wurden Kunstwerke zum Thema Wasser aus- und aufgestellt. Die Schüler und Schülerinnen gestalteten ihren Traumbrunnen aus Holz, bastelten Boote und liessen sie in den Brunnen schwimmen oder imitierten den Künstler Claude Monet und verzauberten mit ihrem eigenen «Seerosenteich». Die fünfte Klasse überlegte sich, wie man etwas mit Wind und Wasser in Bewegung setzen könnte. Die dabei entstandenen Wind- und Wasserräder stiessen auf viel Gegenliebe und wurden rege mit viel Wasser angetrieben. Das ein oder andere Kleidungsstück bekam schon mal eine Dusche ab, was jedoch angesichts des schönen Sommerwetters nicht weiter tragisch war. Für einen wunderschönen Blickfang sorgten die grossen, leuchtend-blauen Wassertropfen, die entlang der Dorfstrasse gruppiert waren.

Erholung für Fussball-Herzen

Natürlich ging auch die Fussball-WM nicht spurlos am Brunnenfest vorbei. In fast jedem Stübli konnte das Spiel Schweiz–Frankreich geschaut und mitgelitten werden. Ein Sieg der Schweizer Nati hätte sich unbestritten positiver auf die Stimmung ausgewirkt als diese eher zweifelhafte Leistung.

So blieb es am Freitag dann doch recht ruhig und beschaulich im Dorf. Gut, dass das Brunnenfest drei Tage dauert, so konnten sich die traurigen Fussball-Herzen etwas erholen und am Samstag dann noch einmal das Fest geniessen. Die vielen Gäste, die am letzten Tag das Brunnenfest besuchten, sorgten für eine ausgelassene und fröhliche Stimmung. In den Stübli wurde gegessen, genossen und gelacht.

Einmal mehr sorgte das Brunnenfest für viele Begegnungen, Gespräche und Erlebnisse. Einige davon werden bald vergessen sein, an andere wird man sich auch in vielen Jahren noch erinnern. Wer weiss, vielleicht erzählt man sich zum 50-Jahr-Jubiläum die Geschichte, wie man sich vor 20 Jahren kennen gelernt hat, oder wie man sich auf dem Autoscooter hat rumschubsen lassen, oder wie man im Kaffistübli Tränen gelacht hat, oder wie man in den frühen Morgenstunden noch die Strasse gewischt hat. Eines ist sicher: Das Brunnenfest ist und bleibt ein Ort der Begegnungen und schönen Geschichten.