Das Spezialgebiet des Laupersdörfers Elias Bader ist eigentlich das Leben der Fledermäuse. Er studierte an der Universität Zürich Biologie und Umweltwissenschaften, ist Fledermaus-Beauftragter des Kantons Solothurn; seine Masterarbeit verfasste er ebenfalls über die Fledermäuse, allerdings in Panama. Über einen zweiten Forschungsaufenthalt, diesmal im costa-ricanischen Regenwald, berichtete Elias Bader vor viel Publikum im Oltner Naturmuseum.

Letztes Jahr lebte und arbeitete er im mittelamerikanischen Costa Rica zehn Monate lang als Forschungskoordinator. Wie kommt man zu einem solchen Job? Bader reiste 2013 an eine alle sechs Jahre stattfindende internationale Konferenz für Fledermausforschung. Diese fand in Costa Rica statt. Um die weite Reise nicht nur für die kurze Tagung machen zu müssen, wollte sie Bader mit einem weiteren nützlichen Aufenthalt verbinden. Er suchte und fand eine Forschungsstation, wo er sich als freiwilliger Helfer meldete. Offenbar machte der Schweizer Volontär seine Sache derart gut, dass ihn die Leiterin der Forschungsstation anfragte, ob er dort als Koordinator arbeiten wolle. Bader sagte zu.

Kontakt zu lokalen Behörden pflegen

Die Forschungsstation liegt im costa-ricanischen Tiefland an der karibischen Atlantikküste. Sie heisst Caño Palma (Palmenfluss) und liegt in einer der feuchtesten Gegenden Mittelamerikas. Sie ist von Sumpf umgeben und nur mit dem Boot erreichbar. Caño Palma wurde 1981 errichtet, als eine kanadische Nonprofit-Organisation hier vierzig Hektaren Land kaufte und den Wald zum Naturschutzgebiet erklärte. Elias Baders Aufgabe in Caño Palma bestand in der Betreuung von stationseigenen Langzeitprojekten sowie in der Unterstützung externer Forscher. Dazu gehörte auch die Pflege der Kontakte zu den lokalen Behörden.

Schutz der Meeresschildkröten

Unweit von Caño Palma liegt ein grosser Sandstrand, der zu den wichtigsten Gebieten zählt, in denen die Meeresschildkröte ihre Eier ablegt. Nicht nur sind die Tiere als Suppenschildkröten begehrt, sondern auch die Eier. Nachdem 80 Prozent der Nester jeweils geplündert wurden, startete 2006 ein Projekt zum Schutz der Schildkröten. Während der Nistsaison patrouillieren Freiwillige am Strand und können so das Wildern verhindern. Gleichzeitig wird die Wirksamkeit der Massnahmen überprüft und die Daten über den Schlüpferfolg erfasst. Von anderer Seite sind die Kaimane (Krokodile) bedroht. Die Fischfresser stehen am Ende der Nahrungskette und speichern im Gewebe die Pflanzengifte (Pestizide) aus den Bananenplantagen. Auch hier untersuchen Forscher unter anderem den Fortpflanzungserfolg.

Neue Erkenntnisse Schlangen

In Caño Palma verfolgte Elias Bader überdies ein eigenes Projekt zur Erforschung der Schlangen. In Costa Rica leben rund fünfzig Arten; unter den wenigen giftigen ist die Kobraschlange zu nennen. Da diese Schuppentiere ja weder beringt noch anderswie markiert werden können, erfand Bader eine bahnbrechende Neuerung: Er pflanzte den Schlangen einen reiskorngrossen Mikrochip unter die Haut. So konnte anschliessend jedes Individuum einzeln beobachtet werden. Dadurch wurde es beispielsweise möglich, die Bevölkerungsdichte eines Gebiets sowie den Radius, innerhalb welchem die Schlangen sich bewegen, zu erfassen. Dabei stellte sich dann heraus, dass Schlangen sehr standorttreu sind.