Oensingen
Lärmpegel bei Vollbetrieb auf dem Spielplatz stört die Nachbarn

Der neue Spielplatz auf dem Dr.-Walter-Pfluger-Platz in Oensingen ist sehr beliebt – zumindest bei den Benützern. Den Nachbarn ist es zu laut.

Erwin von Arb
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Der Generationenspielplatz in Oensingen hat sich zu einem wichtigen Treffpunkt für Familien mit Kindern entwickelt. Remo Fröhlicher

Der Generationenspielplatz in Oensingen hat sich zu einem wichtigen Treffpunkt für Familien mit Kindern entwickelt. Remo Fröhlicher

REMO FROEHLICHER 0041 79 288817

Der von der Einwohnergemeinde Oensingen auf dem Dr.-Walter-Pfluger-Platz für rund 250 000 Franken erstellte Spielplatz erfreut sich seit der Ende Juli 2016 erfolgten Eröffnung grosser Beliebtheit. Vor allem Familien mit Kindern verbringen gerne ihre Freizeit auf der mit vielen Spielgeräten ausgestatteten Anlage.

Bisweilen ist der Andrang aber so gross, dass mit der Anzahl Besucher auch der Lärmpegel auf ein für Nachbarn unangenehmes Niveau steigt. Diese Erfahrung machten in den letzten Monaten offenbar mehrfach Anita Banz und Markus Blaser Banz. Das Ehepaar bewohnt in unmittelbarer Nähe des Spielplatzes an der Zeughausstrasse 4 ein Einfamilienhaus und stört sich an dem Lärm, welchem es sich schutzlos ausgesetzt fühlt.

Keine Ruhe im eigenen Garten

«Es ist ja nicht so, dass uns der Betrieb des Spielplatzes grundsätzlich stört», stellt Anita Banz fest. «Bei Normalbetrieb und normaler Geräuschkulisse können wir mit dem Spielplatz gut leben», so die 56-jährige Frau. Anders sehe es allerdings aus, wenn der Spielplatz überbelegt sei. Dies sei vor allem an schulfreien Nachmittagen oder nach Schulschluss der Fall. Dann sei der Lärm so laut, dass sie ihre Freizeit nicht mehr wirklich ungestört im eigenen Garten verbringen könnten.

Zudem habe sie beobachtet, dass viele Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht wahrnehmen und dass die Regeln des Spielplatzes nicht befolgt würden. So komme es oft vor, dass auf dem Spielplatz verbotenerweise Fussball gespielt werde. Nicht selten lande dabei der Ball dann auf der Strasse. Hinterherrennende Kinder riskierten als Folge davon ihre eigene Sicherheit. Sie habe auch schon interveniert, um die Kinder auf diese Gefahren hinzuweisen. Anwesenden Eltern sei das aber in den falschen Hals geraten. Beobachtet habe sie ferner Steinwürfe von Kindern auf das mit Biberschwanzziegeln eingedeckte Dach des Salzhauses. Auch dies habe niemand zu verhindern versucht.

Im Gemeinderat vorgesprochen

Mit ihrem Hauptanliegen, der Eindämmung des vom Spielplatz ausgehenden Lärms, gelangte das Ehepaar kürzlich an den Gemeinderat. Dieser anerkannte, dass vom Spielplatz teilweise gewisse Emissionen ausgehen. Ohne weitere Verpflichtungen einzugehen, beschloss der Gemeinderat deshalb als Sofortmassnahme, die Familie Blaser Banz bei der Realisierung einer Sicht- und Lärmschutzwand auf ihrem Grundstück zu unterstützen. Vereinbart wurde eine Kostenübernahme des nachträglich einzureichenden Baugesuchs durch die Gemeinde. Die Kosten für den Bau der Sicht- und Lärmschutzwand werden vom Grundeigentümer getragen.

Anita Banz und Markus Blaser Banz sind froh über die Kooperationsbereitschaft des Gemeinderats. Für die auf der Ostseite ihrer Liegenschaft wegen des Spielplatzlärms nötig werdende rund 17 Meter lange und 2 Meter hohe Lärmschutzwand fallen Kosten von 12 000 Franken an. «Wir würden es natürlich begrüssen, wenn sich die Gemeinde auch an diesen Kosten beteiligen würde, schliesslich hat sie, respektive die Gemeindeversammlung gegen unseren Widerstand dafür gesorgt, dass der Spielplatz diesem Standort gebaut wird», so Anita Banz. Nun wollten sie aber zuerst einmal abwarten, welche Wirkung die Lärmschutzwand nach deren Installation habe. Baubeginn soll in rund fünf Wochen sein.

Ein Ort der Begegnung

Gemeinderat Christian Hunziker, als Ressortleiter Bildung und Familie für den Spielplatz zuständig, hat bis zu einem gewissen Grad Verständnis für die Anliegen der Familie Blaser-Banz. Er betont aber auch, dass zum Spielplatz sehr viele positive Rückmeldungen eingegangen sind. Der Spielplatz sei ein Erfolg für die gesamte Bevölkerung und eine Bereicherung für das kulturelle Leben im Dorf. «Er ist zu einem wichtigen Ort der Begegnung für Jung und Alt geworden, auch wenn er mehrheitlich von Eltern mit Kindern genutzt wird», bemerkt Hunziker. In Bezug auf die Einhaltung der Verhaltensregeln auf dem Spielplatz erwähnt er ferner, dass es auch in Zukunft nicht möglich sein werde, eine Aufsichtsperson dafür bereitzustellen. Hier sei Eigenverantwortung gefragt.

Gemeinde behält Situation im Auge

Reklamation von anderen Anwohnern des Spielplatzes sind bisher keine an die Gemeinde gerichtet worden, wie Bauverwalter Andreas Affolter auf Anfrage erklärt. Dennoch hat die Gemeinde bereits erste Massnahmen ergriffen, welche der besseren Einhaltung der Benutzungsregeln dienen sollen.

So wurden Büsche gepflanzt, um das Fussballspiel auf dem Spielplatz zu erschweren. Zudem soll künftig dafür gesorgt werden, dass auf der Pétanque-Anlage liegende Steinchen entfernt werden, damit diese bespielbar bleibt. Die Gemeinde will den Spielplatz weiter im Auge behalten und gegebenenfalls mittelfristig weitere Massnahmen erarbeiten, wie der Gemeinderat dazu verlauten liess.

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