Swiss Alpine Marathon

Läufer aus Niederbipp ist mit eigener Leistung nicht zufrieden

Vor fünf Jahren hat er noch über eine Teilnahme gelacht: Inzwischen hat Roman Wyss bei der Königsstrecke am Swiss Alpine Marathon zweimal den 4. Platz belegt.

Vor fünf Jahren hat er noch über eine Teilnahme gelacht: Inzwischen hat Roman Wyss bei der Königsstrecke am Swiss Alpine Marathon zweimal den 4. Platz belegt.

Swiss Alpine Marathon Roman Wyss aus Niederbipp lief beim 76 Kilometer langen Swiss Alpine Marathon in Davos auf Platz 10 – und war alles andere als zufrieden. Sein Bruder aus Olten belegte Rang 107. Beide sammelten so auch Geld für Kinder in Afrika.

Sein Lachen nach 7:16:52 Stunden, 76,1 Kilometern und je 2560 Meter Steigung und Gefälle war ein eher gequältes. «Nein, so wie ich es mir vorgestellt hatte, ist’s mir nicht gelaufen», sagte Roman Wyss. Zwar erfüllte er mit dem zehnten Schlussrang über die Königsdistanz des 30. Swiss Alpine Marathons von Davos sein Minimalziel. Doch der erfahrene Ultra-Bergläufer wusste ebenso: «Das war nicht das, was ich können müsste, war weit weg vom Optimum.» Einen Becher Wasser leerte sich Wyss über den Kopf: zum Abkühlen, aber ebenso, um den Frust wegzuwaschen. Und so konnte er sich auch eingestehen: «An diesem Tag, mit all diesen Schwierigkeiten, muss ich zufrieden sein mit dem, was nun herausgeschaut hat.» Immerhin lief er noch in die Preisgeldränge.

Ins Rennen gefunden hat der 39-jährige Kadermann nie so, wie er es beispielsweise beim Zermatt Ultra Marathon über 45 km Anfang Monat erlebt hatte. Platz 2 belegte er im Wallis, und vor allem spielten damals die Beine mit. Nun sagte er: «Anfangs lief es mir zwar erfreulich, doch nach wenigen Kilometern begannen sich die Oberschenkel schwer anzufühlen.» Um ein Gefühl wie am LGT-Marathon vor bald zwei Monaten handelte es sich. Ebenso um «einen Bremser, mit dem ich mich in Zermatt während des ganzen Rennens nie hatte auseinandersetzen müssen.» Das zehrte zusätzlich an der Substanz und erforderte mentale Dauerpräsenz.

Der erstaunliche Wandel

Und als hätte es nicht gereicht: Als nach den beiden Kulminationspunkten Keschhütte (2632 m) und Sertigpass (2739) der steile und anspruchsvolle Abstieg ins Sertig-Dörfli anstand, machten sich Fussprobleme zusätzlich bemerkbar. «Seit zwei Wochen hindert mich eine Knochenhautentzündung im unteren Schienbeinbereich des linken Fusses», sagt er. Ein Tape-Verband bewirkte zwar Bemerkenswertes, doch in dieser Rennphase musste Wyss zurückstecken. Erst im flacheren Schlussteil nach Davos hinunter lief es ihm wieder besser. In Anbetracht all dieser Probleme war für ihn der zehnte Schlussrang erklärt und einigermassen zufriedenstellend. Mehr aber nicht.

Zweimal, 2012 und 2013, hatte Wyss in Davos Platz 4 belegt. Seiner Startnummer, der 3, hatte er diese Parforceleistungen zu verdanken. Doch nun konnte er diesem Status nur bedingt gerecht werden. Doch sehen muss man ebenso die Entwicklung: Vor fünf Jahren sah sich Wyss am Zürich Marathon von seiner Frau Sonja und Bruder Michael erstmals mit der Idee konfrontiert, in Davos zu starten. Lächelnd erinnert er sich, was er damals davon hielt: «Davos ja, aber sicher nicht den K78 mit seinen vielen, vielen Höhenmetern.»

Zu dritt und mit Zusatzprojekt

Der einzige Wyss war Roman Wyss indes nicht. Mit seiner Frau Sonja und dem Bruder Michael wagte sich gleich ein Wyss-Trio an die Herausforderung heran. Und dies mit beachtlichen Leistungen von allen dreien. Mit einer Schlusszeit von 9:22:27 Stunden platzierte sich Michael auf Rang 107, und Sonja findet sich mit ihren 10:43:29 Stunden gar auf Platz 48 bei den Frauen. Indes hatten nach dem Rennen alle drei von «einer nicht ganz optimalen Renneinteilung» zu berichten. Während Roman anfänglich an sechster und fünfter Stelle gelaufen war und auf den zehnten Schlussrang zurückfiel und Sonja von Filisur (km 30) bis ins Ziel zehn Positionen einbüsste, erwischte es Michael arg: Auf den Zwischenpositionen 19, 25, 85, 109 passierte er die Abschnittspositionen.

Aber die Wyss waren auch unabhängig von Rang und Zeit unterwegs, nämlich als Helvetas Charity Runners. Sie sammelten mit ihrem Laufen über 700 Franken für Kinder in Afrika: «Sauberes Wasser in Benin» heisst das Projekt der Helvetas, das sie unterstützt haben.

Roman Wyss blieb nicht der Einzige aus der Region mit einem Top-Resulatat: Stefan Strähl aus Oensingen holte sich Platz 15 (7:44:51); Jürg Schaller aus Solothurn Rang 38 (8:29:06). Die Kestenholzerin Susanne Bürgi lief auf Platz 12 bei den Frauen (8:44:53), Rang 2 in ihrer Alterskategorie.

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