Oensingen
Ladenausbau mutiert zum Grossprojekt

Das Oensinger Café Knaus investiert in den Ausbau und die Sanierung von Laden und Restaurant über 1 Millionen Franken.

Erwin von Arb
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Der Laden im Café Knaus wurde grosszügig ins Restaurant hinein verlängert, im Hintergrund ist der neue Café-Teil zu sehen.

Der Laden im Café Knaus wurde grosszügig ins Restaurant hinein verlängert, im Hintergrund ist der neue Café-Teil zu sehen.

Bruno Kissling

Die Gemeinde Oensingen ist bekannt für die Sonnwendfeier, das Schloss Neu Bechburg und das Café Knaus. Dieser Bekanntheitsgrad widerspiegelt sich auch in den Besucherzahlen des im Jahr 1949 eröffneten Cafés mit angegliederter Bäckerei-Konditorei. Jeden Tag gehen dort heute bis 1500 Gäste und Kunden ein und aus. Rund ein Drittel davon sind Auswärtige, der Rest stammt aus dem Dorf und der Region, wie Geschäftsleitungsmitglied Samuel Lanz berichtet. Das Café Knaus wird seit 1988 von der Familie Lanz geführt. Übernommen hatten das Lokal samt Bäckerei-Konditorei damals Christian und Maja Lanz, die Eltern von Samuel Lanz. Die vollständige Geschäftsübergabe an den Sohn ist in rund eineinhalb Jahren geplant. «Das ist ein längerer Prozess», sagt Samuel Lanz.

Take-away-Trend gab Ausschlag

Zu einer längeren Geschichte entwickelte sich auch der Ausbau des Ladens. Zu diesem Schritt hatte sich die Familie Lanz entschlossen, um den veränderten Bedürfnissen der Kundschaft Rechnungen zu tragen. Dabei geht es vor allem um Snacks, sogenannte Take-away-Produkte, die vermehrt gefragt seien, wie Samuel Lanz bemerkt.

Thomas, Maya, Christian Knaus Samuel Lanz im neuen Ladenbereich.

Thomas, Maya, Christian Knaus Samuel Lanz im neuen Ladenbereich.

Bruno Kissling

Solche Produkte werden neu als Ergänzung zum bisherigen Sortiment im grosszügig ins Restaurant hinein verlängerten Laden angeboten. Sämtliche Produkte stammten natürlich der Knaus-Geschäftsphilosophie folgend aus eigener Produktion, wie Lanz betont. Neu wird die Kundschaft zudem an drei Kassen bedient. Damit könnten die Wartezeiten verkürzt werden. Bei Hochbetrieb sei es früher mit einer Kasse schon mal vorgekommen, dass die Warteschlangen bis auf das Trottoir gereicht hätten, erwähnt der 28-jährige.

Als räumliche Trennung zum Restaurant wurde ferner eine vier Meter lange Pralinenwand installiert. Dahinter erstreckt sich der modernere Café-Teil, der in einem Anbau realisiert wurde. Er ist neben dem umgebauten Laden das eigentliche Herzstück des Projekts und verfügt über Panoramafenster mit freiem Blick in Richtung Osten. Insgesamt finden im Café Knaus rund 150 Personen Platz. «Damit sind wir eines der grössten Lokale dieser Art in der Region», so Lanz. Beschäftigt werden rund 50 Mitarbeitende, 30 davon im Vollzeitpensum.

«Rollende Planung» schlug zu Buche

Beim Umbau eines Gebäudes mit Jahrgang 1949 muss allerdings mit Unvorhergesehenem und damit auch mit Mehrkosten gerechnet werden. Unter anderem mussten beim erwähnten Anbau aus statischen Gründen viel mehr Stahlträger als vorgesehen eingebaut werden. Zudem fasste die Bauherrschaft während der «rollenden Planung» den Entschluss, den Keller unter dem Anbau auszubaggern, um dort neue Kühlräume zu platzieren. Verbessert wurde auch die Zugänglichkeit für handicapierte Menschen mit dem Einbau einer rollstuhlgängigen WC-Anlage sowie einer Rampe beim Eingang auf der Südseite.

Der Betrieb im Café Knaus wurde während der rund vier Monate dauernden Bauarbeiten kaum tangiert, wie Lanz dazu ausführt. «Wir hatten wie gewohnt offen und durften auf unsere verständnisvolle Stammkundschaft zählen.»

Die letzten Arbeiten werden heute Freitag im Anbau ausgeführt. Insgesamt investiert die Familie Lanz in das Projekt weit mehr als 1 Mio. Franken, wie Samuel Lanz erklärt. Sorgen macht er sich deswegen aber keine. Mit dem Ausbau und der Modernisierung sei die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft gelegt worden. «Natürlich müssen wir jeden Tag von neuem unsere Leistung bringen, das machen wir aber gerne und mit Leidenschaft», so der Juniorchef.

Das Café Knaus feiert die Neueröffnung bis 11. Dezember mit verschiedenen Aktionen.