Die erste Postagentur im Kanton Solothurn in einer Gemeindeverwaltung hat sich bewährt. So lautet das Fazit in Härkingen nach rund fünf Monaten. Im Schnitt werden pro Monat bis zu 500 Postkunden gezählt, wie Gemeindeverwalterin Franziska Wyss erklärt.

Dies zu bewältigen sei möglich, sagt die Gemeindeverwalterin mit Verweis auf den Stellenetat, der wegen der Postagentur von 290 auf 320 Stellenprozente angehoben worden war. Mit der Entschädigungszahlung der Post ist die Postagentur für Härkingen eine kostenneutrale Lösung.

Parkplätze sind oft besetzt

Die höheren Frequenzen auf der Gemeindeverwaltung haben Mehrverkehr auf der Fröschengasse und zeitweise auch einen Mangel an Parkplätzen für Postkunden zur Folge. Deshalb kommt es oft vor, dass Postkunden ihre Autos am Strassenrand der Fröschengasse vor dem Gemeindehaus abstellen, um in der Agentur ihre Geschäfte zu erledigen, Briefe in den Briefkasten zu werfen oder ihre Schliessfächer zu leeren.

Obwohl die Autos dort nur für sehr kurze Zeit stehen bleiben, – in der Regel ein paar Sekunden bis fünf Minuten –, sieht sich der Gemeinderat veranlasst, Massnahmen zu ergreifen. Dies mit Blick auf das Feuerwehrmagazin, welches sich auf der anderen Strassenseite befindet.

Bei einem allfälligen Alarm könnte das Ausrücken der Feuerwehr durch die am Strassenrand parkierten Autos behindert werden, befand der Gemeinderat an seiner Sitzung am Montag. Es wurden verschiedene Möglichkeiten erörtert, wie diesem Sicherheitsproblem begegnet werden könnte.

In Erwägung gezogen wurde, die Angestellten künftig bei der Mehrzweckhalle parkieren zu lassen oder gar neue Parkplätze zu bauen. Dem wurde entgegengehalten, dass viele Postkunden auch bei freien Parkplätzen auf dem Areal des Gemeindehauses ihre Autos an der Fröschengasse abstellten.

Im Rat setzte sich schliesslich die Meinung durch, dass auf dem Grünstreifen zwischen der Fröschengasse und den Gemeindehausplatz drei Nischen für Kurzparkierer geschaffen werden sollen. Die Werk- und Umweltkommission wurde mit der Einholung von Offerten beauftragt.

Ferner soll geprüft werden, wie viele der 16 Parkplätze beim Gemeindehaus als Langzeitparkplätze ausgelegt sind. Dies unter Berücksichtigung der im Gemeindehaus eingemieteten Sozialregion Thal-Gäu.

Schnellfahrer in den Quartieren

Beraten wurde ferner die Eingabe von Anwohnern des Riswegs, welche verkehrsberuhigende Massnahmen verlangten. Der Rat anerkannte, dass am Risweg wie auch auf anderen Strassenabschnitten teilweise zu schnell gefahren wird.

Bei einer Messung am Risweg mit dem gemeindeeigenen Inforadar «Speedy» wurde der Spitzenwert von 82 km/h gemessen, wie im Rat erwähnt wurde. Für das teilweise hohe Verkehrsaufkommen auf dem Risweg wurde auch die lange Bauzeit an der Ortsdurchfahrt verantwortlich gemacht. Dies habe Schleichverkehr generiert. Die letzte Etappe mit dem Einbau des Deckbelags soll hingegen nur noch wenige Tage beanspruchen.

Im Zusammenhang mit dem erwähnten Verkehrsproblem am Risweg wurde ferner bemerkt, dass sich der Gemeinderat generell Gedanken darüber machen muss, ob Tempo 50 noch zeitgerecht sei auf den Härkinger Quartierstrassen.

Dies soll nun im Rahmen der bevorstehenden Ortsplanungsrevision geprüft werden. Von einer isolierten Massnahme am Risweg wird deshalb zum jetzigen Zeitpunkt abgesehen.

Verzicht auf Gestaltungsplan

Der Rat gab zudem seine Einwilligung, bei einem Neubauprojekt der Marco Dätwyler Gruppe in der Gewerbezone Russmatten auf eine Gestaltungsplanpflicht zu verzichten. Mit einem Gestaltungsplan könnten auf dem 7000 m2 grossen Areal keine wesentlichen Verbesserungen des Projekts erzielt werden, so der Rat.

Ab einer Fläche von 6000 m2 könnte der Gemeinderat innerhalb dieser Gewerbezone Russmatten einen Gestaltungsplan verlangen.