Gänsbrunnen
Kurzer Halt im Thal auf dem Flug in den Süden

Derzeit werden wieder Zugvögel beringt auf dem Subigerberg. Eine Arbeit, die nicht nur Naturfreunde fasziniert. Besucher können die beringten Vögel wieder in die Freiheit entfliegen lassen.

Silvia von Ballmoos
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Der Hausrotschwanz wird festgehalten – aber nur für kurze Zeit.

Der Hausrotschwanz wird festgehalten – aber nur für kurze Zeit.

Zur Verfügung gestellt

Noch bis Freitagmittag, 24. Oktober, können Interessierte auf dem Subigerberg im Naturpark Thal wieder Zugvögel beobachten, den Beringern bei ihrer spannenden Arbeit zuschauen und sogar selber einen kleinen Vogel Richtung Süden ziehen lassen. (Wie man zum Subigerberg kommt – siehe letzten Abschnitt des Textes).

Fein säuberlich festhalten

Noch hängt der kleine Hausrotschwanz fest im schwarzen, feinmaschigen Netz zwischen zwei Tannen oben auf dem Subigerberg. Die freiwilligen Mitarbeiter vom Vogelschutzverband Kanton Solothurn sind schon unterwegs, ihn zu befreien. Der Zugvogel ist den Beringern auf seinem Flug in den Süden ins Netz gegangen, oberhalb von Gänsbrunnen im Naturpark Thal. Wieder befreit, tragen die Helfer ihn in einem kleinen Stoffsäckli hinunter zur Beringungsstation. «Hier misst ein Ornithologe seine Federn, schaut, ob der Vogel gesund ist, wie gross seine Fettreserven und wie stark die Muskeln am Flügelapparat sind. Wir wägen die gefangenen Vögel mit einer Präzisionswaage, ein Hausrotschwanz zum Beispiel ist rund 15 Gramm schwer», erklärt der Stationsleiter Patrick Frara die Arbeiten im Beringerraum. Alles wird fein säuberlich festgehalten. So beobachtet man den Vogelzug, so kann man feststellen, welche Vogelarten in welchen Jahren wann gegen Süden ziehen. Die Zusammenhänge sind weitläufig. Wetter, Nahrung, Gesundheitszustand sind ausschlaggebend für Zeitpunkt und Route des Fluges. Hierzu geben die Beringer auf dem Subigerberg aus erster Hand fachmännisch Auskunft. Sobald der Vogel den Ring am Bein trägt – jede Vogelart hat andere Ringe, jede Ringnummer gibt es nur ein einziges Mal –, dann darf ein Besucher das Tierchen selber wieder in die Freiheit entlassen und zuschauen, wie es davonfliegt, zielstrebig Richtung Süden.

Nur nicht, wenn es regnet

Jeden Tag können Besucher dabei sein, wenn von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang die Beringer am Werk sind. Einzig, wenn es regnet, werden keine Vögel beringt, dann könnten sie sich erkälten, wenn sie im Netz warten müssen, bis sie befreit werden.

Die Station auf dem Subigerberg wird durch den Vogelschutzverband des Kantons Solothurn (VVS) in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Thal betrieben. 2012 wurde der Neubau inklusive Ausstellung eingeweiht. Die Ausstellung zeigt, was es bringt, den Vogelzug zu beobachten und zu dokumentieren. Letztes Jahr haben während der vierwöchigen Beringungsaktion über 500 Gäste den Subigerberg besucht. In der Station werden Vögel beringt und mit Feldstechern beobachtet. Auch die beobachteten Tiere werden in der Statistik erfasst. Während der vier Wochen Ende September, Anfang Oktober wird die Anzahl beobachteter Vögel auf rund 80 000 Tiere ansteigen. «In Rekordjahren haben wir auch schon über 100 000 Tiere beobachtet», berichtet Patrick Frara. In der Statistik der beringten Vögel der Aktion 2013 (Total 1531 Tiere) kommen Hausrotschwanz (385), Rotkehlchen (251) und Blaumeise (200) am meisten vor.

Husi erklärt, was, wie und wo

Ab Bahnhof Gänsbrunnen ist die Beringungsstation zu Fuss in knapp anderthalb Stunden erreichbar. Die Wanderung geht über den Naturerlebnisweg «Husis Reise». Auf Infotafeln erklärt Husi der Hausrotschwanz den Wald, das Futter, die Lebensräume, Freunde und Feinde.

Eine Anmeldung auf der Beringungsstation ist nur für Gruppen erforderlich. Fragen beantwortet das Naturpark-Team in der Infostelle Thalstation beim Kreisel Thalbrücke in Balsthal, Telefon 062 386 12 30.

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