«Redesign Kroko» heisst eine neue Sonderausstellung, die das Museum Haarundkamm ab kommendem Sonntag präsentiert - und es wird die letzte sein, welche die Kuratorin Yvonne Höfliger auf die Beine gestellt hat. Sie musste ihren Posten aufgeben, der Vorstand des Trägervereins Haarundkamm hat ihr aus finanziellen Gründen gekündigt.

2009 hatte der Verein die Kunsthistorikerin Yvonne Höfliger aus 50 Bewerbungen ausgewählt, im Februar 2010 nahm sie die Arbeit in Mümliswil an.

Kein Geld mehr vom Kanton

Das Museum will künftig ohne fest angestellte, professionelle Kuratorin auskommen, wie Vereinspräsidentin Elvira Bader, alt Nationalrätin, Mümliswil, auf Nachfrage erklärt. «Wir können es uns schlicht nicht mehr leisten.» Es komme kein Geld mehr vom Kanton bzw. aus dem Lotteriefonds. Für die Jahre 2012 und 2013 erhielt das Museum total 150 000 Franken, jedoch nicht für den Betrieb, sondern für Projekte, welche die Kuratorin Yvonne Höfliger realisierte. Mit Erfolg, wie Elvira Bader bestätigt. Das Echo sei sehr erfreulich gewesen, auch nationale Medien seien zur Berichterstattung nach Mümliswil gekommen.

Man habe zunehmendes Interesse auf nationaler Ebene registriert, die Zahl an Einzeleintritten sei angestiegen. «Wir haben ja Yvonne Höfliger auch nicht gekündigt, weil wir mit ihren Leistungen unzufrieden waren, die sind hervorragend», betont Elvira Bader. «Und sie hat sich auch immer sehr genau ans Budget gehalten. Aber wir vom Verein müssen realistisch bleiben. Wir können nur Geld ausgeben, wenn wir welches haben.» Es sei schon schwierig genug, den Museumsbetrieb nicht in die roten Zahlen absinken zu lassen. Was nur möglich sei durch ausserordentlich viel ehrenamtliche Arbeit, treue Sponsoren und Vereinsmitglieder.

«Nicht auch noch Geld auftreiben»

«Die Leute hier leisten wirklich ausserordentlich viel und mit grossem Engagement. Das verdient Respekt», sagt Yvonne Höfliger. Sie habe sich seinerzeit als Kuratorin fürs Haarundkamm beworben, weil dieses einzigartig sei, Potenzial habe und auf einer guten Basis stehe. Das Museum stehe im Vergleich mit anderen gut da und der Eigenfinanzierungsgrad sei ausserordentlich hoch. «Aber den Entscheid, auf ständige professionelle Betreuung des Museums zu verzichten, finde ich nicht gut. Man hätte halt noch andere Wege finden müssen, zu Geld zu kommen.» Dass sie sich auch noch ums Geld auftreiben kümmern könnte, wie das der Verein wohl gerne gesehen hätte, sei mit einem 40-Prozent-Pensum nun wirklich nicht möglich.

Ihren Beitrag, in dem viel Überzeugungsarbeit eingeschlossen sei, habe sie geleistet. Das Museum sei deutlich breiter gefächert, sie habe Sonderausstellungen konzipiert und organisiert, und auch das «kleine Museum» hinzugefügt. Darin war zum Beispiel eine Ausstellung der mittlerweile verstorbenen Klosterfrau und Schriftstellerin Silja Walter gewidmet, ab nächstem Sonntag läuft eine Ausstellung zum Thema «Kroko Redesign» von Lina Jaeggi. «Obwohl man mir gekündigt hat, verlasse ich das Museum mit einem guten Gefühl», sagt Yvonne Höfliger. Sie werde sich nun unter anderem vermehrt den Führungen durch Zürich widmen zum Thema «Kaffee & Cafés».

«Wenn wir das Geld haben»

Und wie gehts nun im Museum Haarundkamm weiter? «Wir haben gelernt, uns nach der Decke zu strecken», sagt Vereinspräsidentin Elvira Bader. «Die Basis ist dabei, dass wir uns auf unsere Leute verlassen können. Wir verfügen über einen erfahrenen und profilierten Ausschuss im Verein, der sich um die gestalterischen Belange im Museum kümmert.» Wenn es aber um ein bestimmtes Projekt gehe - und man das Geld dazu habe, so werde sicher eine professionelle Kraft engagiert.