Egerkingen
Kunstmaler Aerni: «Es geht um die Schönheit des Frauenkörpers»

Der Gäuer Maler Christoph R. Aerni, der auch bildhauerisch begabt ist, zeigt in seinem Atelier in Egerkingen neue Arbeiten. Im Gespräch verrät der Künstler, wie er seine Werke angeht.

Madeleine Schüpfer
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Christoph R. Aerni mit seinen beiden aktuellen Werken «Sie liebt ihn» und «Der Kuss».

Christoph R. Aerni mit seinen beiden aktuellen Werken «Sie liebt ihn» und «Der Kuss».

Bruno Kissling

Christoph Aerni, was bewegt Sie dazu, einen Tag der offenen Tür in Ihrem Atelier zu organisieren?

Christoph R. Aerni: Ich mache das nicht zum ersten Mal und bin immer wieder begeistert, ganz neue Menschen kennen zu lernen. Jede Art von Kommunikation ist für mich wichtig, spüre ich doch dann, was meine Bilder andern Menschen bedeuten können. Es freut mich, wenn dadurch interessante Gespräche entstehen.

Entsteht in solchen Situationen ein besonderer Kontakt zum Publikum?

Es entstehen oft ganz neue Begegnungen. Auch junge Menschen suchen die Auseinandersetzung mit einem Kunstschaffenden, möchten gerne wissen, warum man malt und was dabei wichtig ist. Nicht alle Fragen kann man vertieft beantworten und doch ereignen sich oft unglaublich spannende Gespräche, die einem viel geben. Die Atmosphäre eines Ateliers eignet sich besonders gut für solche Begegnungen.

Sie malen mit Vorliebe Frauenakte, was fasziniert Sie an diesem Thema?

Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Taucht man in die Kunstgeschichte ein, dann erkennt man, dass der Frauenakt in all seinen Schattierungen zu jeder Zeit eine grosse Bedeutung hatte. Ganz sicher hat diese Art von Malerei nichts mit Porno zu tun. Es geht um die Schönheit und Ästhetik eines Frauenkörpers. Auch Künstlerinnen haben mit Vorliebe Frauenakte gemalt. Das älteste Bild einer Venus ist vor 25 000 Jahren entstanden und lebt aus der Schönheit des Körpers heraus. Die alten Meister liebten dieses Thema – Tizian, Grunewald oder andere. In der jetzigen Phase habe ich den Bildhintergrund in meinen Arbeiten in eine neue Dimension gebracht. Räumliche, manchmal fast surreal wirkende Perspektiven werden eröffnet. Die Körper bewegen sich darin, sie treten in eine neue Art der Kommunikation. Das erzählerische Moment bekommt Bedeutung. Zarte Farbkombinationen, Kontraste erhöhen den Zauber. Noch nie habe ich mich so frei gefühlt, das Malen wird so für mich zu einem einmaligen Vorgang.

Das Malen ist eine unendliche Geschichte. Was motiviert Sie zu ständig neuen Bildaussagen?

Ich kann nichts anderes und ich weiss nichts anderes. Das Malen ist mein Inhalt, mein Atem, mein Denken und Fühlen. Wenn ich ein Musiker wäre, würde ich wie Verdi eine wunderbare Oper komponieren und jedermann könnte sie stundenlang anhören. In der Malerei ist dies schwieriger. Es bedingt, dass sich der Betrachter auf ein Bild einstimmt. Dass er bereit ist, es aus seinem Inhalt heraus wahrzunehmen, damit es einen Sinn bekommt.

Aernis Atelier an der Tschertligasse, Egerkingen: 21./22. November und 28./29. November, jeweils 11–17 Uhr.

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