Oberbuchsiten
Künstler Adrian Spiegel: «Ich male mit meiner Kamera»

Eine Ausstellung von Werken Adrian Spiegels in der Schälismühle ist auch eine Bilanz zum Jubiläum «20 Jahre SpiegelArt».

Madeleine Schüpfer
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Adrian Spiegel vor seinem «Rosen-Meer».

Adrian Spiegel vor seinem «Rosen-Meer».

Remo Fröhlicher

Adrian Spiegel ist in Oberbuchsiten aufgewachsen, lebt heute in Seengen, seine Atelier-Galerie SpiegelArt AG befindet sich in der Alpinitfabrik in Sarmenstorf (Aargau). Er ist ein vielseitig begabter Künstler, Grafiker, Illustrator, Maler und neuerdings auch Schriftsteller, denn soeben ist sein Erzählband «Sandy Knaller» erschienen.

In der Schälismühle in Oberbuchsiten fand am Freitag die Vernissage seiner Bilderausstellung statt, verknüpft mit Lesungen am Samstag und Sonntag. Begleitet wurde Spiegel dabei vom Musiker Kurt von Arx (Gitarre und Keyboard), der auch zu Spiegels neuem Erzählband «Sandy Knaller» einen Song komponierte, der viel Anklang fand. Präsident André Schwaller begrüsste im Namen des Gäuer Forums Schälismühle die Gäste, darunter auch Regierungsrat Remo Ankli, und meinte, mit einem Künstler, der nur ein paar Häuser von der Schälismühle entfernt aufgewachsen sei, bekomme diese Bilderausstellung besonderen Glanz.

Fotobilder aus «Sandy Knaller»

Was zeichnet Adrian Spiegel in seiner künstlerischen Arbeit aus? Ganz sicher seine vielseitigen Begabungen, die in den vergangenen rund zwanzig Jahren immer wieder für Überraschungen sorgten. Im Dachstock der Schälismühle begegnete man seinen Fotobildern, digitale Arbeiten, zum Teil aus dem Erzählband «Sandy Knaller», die in sich vielseitig die Figur Sandy Knaller und ihr Umfeld beleuchten.

Die Bildhintergründe sind voller Poesie und geheimnisvollem Zauber. Gesichter sind zu erkennen, manchmal ineinander verwoben, Figuren, architektonische Elemente, Rondellen und Arkaden, die ihre Schatten warfen. Die Farben werden zurückhaltend angewendet, so als möchte der Künstler nur feine Zeichen setzen, die immer das Motiv betonen und aufleben lassen.

Im Korridor und im Saal der 2. Etage sind Spiegels Zeichnungen und Malereien zu sehen, auch Objekte wie das «Rosen-Marmor», aus Eierschalenkarton geschaffene Rosenknospen ganz in Weiss, und das «Rosen-Meer» mit leuchtenden Rosenköpfen in feinen Rottönen auf blauem Grund, so echt und greifbar konstruiert, dass man den Rosenduft zu riechen glaubte.
Zu einem Blickfang wurde die Bilderkombination aus Griechenland in fein differenzierten Blautönen, überflutet von viel Licht. Aber auch die «Monster und Gnomen», die weiblichen «Trotzköpfe», die wie auf einem Schachbrett angeordneten Frauenakte, die eigenwilligen Objekte «Herr und Frau Steinmann» fesselten den Betrachter.

Adrian Spiegel ist eine unruhige Seele. Er geht ständig an seine Grenzen, sucht nach neuen Ausdrucksformen, nach Materialien, nach ungewohnten Zusammenhängen, die seiner künstlerischen Arbeit Leben einhauchen. Er liebt Punkte, Linien, Flächen und Strukturen von Zeit und Raum, manchmal schachbrettartig angeordnet, in einer faszinierenden Wiederholung, wobei jedes Motiv seine besondere Formulierung hat. Seiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: «Wenn ich male und zeichne, fotografiere, kreiere, schreibe, werke, vergesse ich die Zeit, und es gibt nichts Schöneres, als sich selbst für Augenblicke in dem zu verlieren, was man tut!»