Wolfwil
Kulturpreis für einen verdienten (Dorf-)Historiker

Die Gemeindeversammlung stand ganz im Zeichen der Übergabe des Kulturpreises an Erich Schenker.

Philipp Felber
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Der geehrte Erich Schenker, seine Gattin Therese Schenker und Gemeindepräsident Georg Lindemann mit der Holzskulptur.

Der geehrte Erich Schenker, seine Gattin Therese Schenker und Gemeindepräsident Georg Lindemann mit der Holzskulptur.

zvg

Die eigentlichen Haupttraktanden waren an der Budgetgemeindeversammlung der Einwohnergemeinde Wolfwil für einmal nur zweitrangig. Viel mehr zu reden oder besser zu applaudieren gaben die Übergabe des Kulturpreises an Erich Schenker und die Rückschau auf das lange Jahr des 750-Jahre-Jubiläums der Aaregäuer Gemeinde.

Bereits bei der Begrüssung der anwesenden 56 Einwohnerinnen und Einwohner liess es sich Gemeindepräsident Georg Lindemann nicht nehmen, Erich Schenker und seine Gattin Therese, die Ehrengäste des Abends, besonders zu erwähnen. Schenker hat sich in seiner Zeit in Wolfwil besonders in der Geschichtsschreibung hervorgetan.

«Unbezahlbare Arbeit»

Dies strich seine ehemalige Schülerin und heutige Gemeinderätin Christine Niggli-Ackermann in ihrer Laudatio denn auch hervor. Stolz, aber nervös sei sie, gerade über den Mann öffentlich eine Rede zu halten, der in ihrer Schulzeit so manchen Vortrag gestreng unter die Lupe genommen habe, scherzte Niggli-Ackermann.

Schenker habe mit seiner Geschichtsschreibung über Wolfwil aber auch über den Kanton grosse Spuren hinterlassen. Der 80-jährige ehemalige Bezirksschullehrer habe mehreren Generationen mit Überzeugung und nicht nachlassendem Ehrgeiz die Wichtigkeit von Geschichtsschreibung nähergebracht. «Die Arbeit von Erich Schenker ist wertvoll, ja unbezahlbar», so Niggli-Ackermann.

Ein anhaltender Applaus war, neben einer Holzstatue, das Dankeschön an Erich Schenker. Und dass Schenkers Ehrgeiz nicht nachlässt, zeigte sich in seinen Dankesworten, denn offenbar hat er bereits einen weiteren Auftrag im Namen der Geschichtsschreibung angenommen: Schenker erarbeite momentan die Geschichte der Bürgergemeinde Wolfwil.

Ohne eine einzige Gegenstimme

Im geschäftlichen Teil der Versammlung waren vor allem Investitionsbegehren prägend. So sprachen die Einwohnerinnen und Einwohner jeweils einstimmig allen Investitionen für das nächste Jahr zu. Dies heisst etwa für die Anstösser der Fulenbacherstrasse, dass sie im nächsten und übernächsten Jahr mit Verkehrsbehinderungen rechnen müssen.

Im Zuge der Arbeiten an den Gasleitungen durch den Gaslieferanten Sogas werden auch gleich Strassensanierung und Wasserleitungsersatz angepackt. Zudem werden die Kirchstrasse sanft renoviert und der Volierenweg ausgebaut. Und weil die bestehenden Abwasserleitungen und das Pumpwerk im Gebiet Grossweier/Schweissacker zu klein dimensioniert und wartungsintensiv sind, werden diese ersetzt.

Neu wird das Gebiet über die Wolfwiler Kanalisation erschlossen statt wie bisher in Richtung Schwarzhäusern. Die Kosten dafür werden auf die beiden Gemeinden aufgeteilt, wobei Schwarzhäusern mit 55 Prozent der Kosten etwas mehr beizutragen hat als Wolfwil.

Das Budget, welches einen kleinen Ertrag von 27 738 Franken vorsieht, gab zu keinen Diskussionen Anlass. Im Ausblick auf die nächsten fünf Jahre zeigte Finanzverwalter Beat Wyss zudem auf, dass die Gemeindefinanzen bis 2021 wohl positiv ausfallen werden.

Dies trotz erheblich weniger Zuschüssen aus dem Finanzausgleich in den nächsten zwei Jahren. Doch das Resultat sei auch trügerisch, weil vor allem aufgrund der neuen Abschreibungspraxis mit dem Rechnungslegungsmodell HRM2 die Zahlen eher besser aussehen würden, als sie in Wirklichkeit seien.

Noch nicht präsentiert wurde die Abrechnung des Jubiläumsjahres. Dafür zog OK-Präsident Bruno A. Wirth in einer kleinen Präsentation ein durchweg positives Fazit des Jahres und insbesondere auch des 48-Stunden-Fests im Juni.