Die Veranstalter des Kulturtag Thal, also die Thaler Museen, Kulturinstitutionen und Kulturkommissionen, haben sich zum Thema «Werke entstehen» einiges einfallen lassen. Das lockte am Sonntag manchen von weit her an den Kulturtag, aus Basel, Aarau, Grenchen kamen die Gäste ins Thal. Rolf Zimmerli zum Beispiel, Präsident des Vereins Karstlehrpfad, kam aus dem Baselbiet, vor allem wegen den Comics von Franz Zumstein.

Und wenn er schon da ist, besuchte er auch gleich mehrere Lokale. Die Galerie Rössli und die Mühle Ramiswil zum Beispiel. «Um Herbert Brunner herum haben sich die Leute geschart, er konnte einen richtig mitreissen», berichtete Rolf Zimmerli. Auch das Heimatmuseum Alt-Falkenstein konnte am Kulturtag viele Gäste auf dem Schloss begrüssen, zu Fuss oder via den gratis Shuttle-Dienst ab dem Bahnhof Balsthal.

Eher mässig viele Besucher

Serpil und Ömer Taskiran mit ihren Töchtern Rabia und Büsra kamen aus Niederbipp an den Kulturtag Thal. Ursprünglich sind sie aus der Türkei. «Die Geschichte einer Gegend zu kennen, ist wichtig. Sie prägt. Und sie motiviert für die Zukunft», sagt Serpil Taskiran, die als Sprachlehrerin und Dolmetscherin arbeitet. Als Familie besuchen sie öfters Museen. Am Kulturtag Thal waren sie im Museum uhrundzeit in Welschenrohr und in Matzendorf im Keramikmuseum.

Zurzeit und noch bis am 6. September läuft im Keramikmuseum die Sonderausstellung von Doris Althaus. «Es ist meine erste Ausstellung dieses Jahr, deshalb habe ich eigentlich mehr Besucher erwartet», sagt sie etwas enttäuscht. Ähnliches liess das Museum Haarundkamm verlauten. Dort blieb der grosse Gäste-Andrang am Kulturtag aus. Vielleicht weil man das Museum schon gut kennt? Vielleicht weil alle auf die Sonderausstellung «Brandspuren» gespannt sind, die am 30. September startet? Über die Gründe des eher bescheidenen Besucheraufkommens wird das OK in der Arbeitsgruppe Kultur im Thal noch beraten.

Wandelnde Spiegel

Mehr Gäste konnte die Veranstaltung auf der Aedermannsdörfer Allmend verzeichnen. 280 Besucherinnen und Besucher schauten sich Judith Nussbaumers wandelnde Spiegel an. Viele griffen selber zu den Arbeitshandschuhen und legten die Spiegel anders in die Landschaft, liessen so «Werke entstehen».

In Welschenrohr hielt Elisabeth Pfluger im Museum uhrundzeit mehrere Lesungen. 96-jährig ist sie und kein bisschen müde, wie man feststellen durfte. «Sie konnte richtig begeistern», berichtete René Allemann, Präsident des Vereins Freude der Thaler Uhrmacherei.

Kostenlos, dank Unterstützung

Dank den kostenlosen Shuttle-Bussen besuchten die Gäste wiederum mehrere Kulturtag-Standorte verteilt im Naturpark Thal. Zur Anreise war für viele der Rote Pfeil der OeBB das Highlight. Manche fuhren auch einfach hin und her und genossen das nostalgische Fahrgefühl.

Der Kulturtag Thal und die Transporte waren für alle Besucher kostenlos dank der Unterstützung von den Raiffeisenbanken Bezirk Thal, dem Lotteriefonds Kanton Solothurn, Verein Region Thal und der tatkräftigen, grossteils ehrenamtlichen Arbeit des Personals in den Museen.