Kulturtag Thal

Kultur zum Anfassen und Mitmachen

Künstler Sammy Deichmann (vorne) mit den Schülern der Sek B 1a, die beim Aufstellen halfen und für Sonntag eine Darbietung vorbereitet haben.

Künstler Sammy Deichmann (vorne) mit den Schülern der Sek B 1a, die beim Aufstellen halfen und für Sonntag eine Darbietung vorbereitet haben.

Am Kulturtag laden elf verschiedene Veranstalter dazu ein, Neues zu entdecken: Von einer historischen Feuerwehrübung über das Basteln einer eigenen Armbanduhr zu alten Lokomotiven – das Angebot des Kulturtags Thal ist auch in diesem Jahr breit gefächert.

Von Welschenrohr bis Mümliswil-Ramiswil laden am Sonntag von 10 bis 17 Uhr verschiedene Künstler zum Anschauen und Mitmachen ein.

In Aedermannsdorf hat der Künstler Sammy Deichmann auf der Allmend insgesamt 300 Quadratmeter lila- und blaufarbene Stofftücher aufgehängt, die insgesamt eine rund 100 Meter lange Linie bilden.

Beim Stoff handelt es sich um keine Besonderheit: Dieses Material mit dem wohlklingenden Namen «Sinfonia» kam vor rund 40 Jahren auf den Markt und war aufgrund seiner Eigenschaften ein Pionier unter den synthetischen Stoffen.

Noch heute gehört es zu den Bestsellern. «Der Stoff wirkt wie Baumwolle und entsprechend leicht bewegt er sich im Wind», so Deichmann. Er deutet auf die wehenden Stofftücher. «Diese Leichtigkeit in der Landschaft zu erzeugen, war meine Idee hinter der Installation.»

Er selbst ist Deutscher und lebt mit seiner Frau in Aedermannsdorf. Bereits vor fünf Jahren wirkte er beim Kulturtag Thal mit und stellte säulenartige Skulpturen mit kleinen Köpfen auf, die noch heute bei der Allmend und weiter unten im Dorf zu sehen sind. Er selbst wirkte auch mit mehreren Installationen beim vom Naturpark Thal initiierten Holzweg in Balsthal und Holderbank mit. «Ich finde es toll, wenn die Kunst auch in die Dörfer Einzug hält», so Deichmann.

Sekundarschüler machen mit

Bei seinem Projekt haben ihm die Schüler der Sek B 1a der Kreisschule Matzendorf unter der Leitung ihrer Lehrerin Katja Ramseier geholfen. Nebst der Hilfe beim Aufstellen der 20 Tücher investierten die Schüler in den letzten fünf Wochen viel Zeit in eine Darbietung, welche sie morgen um 14 Uhr präsentieren werden. Die Jungs werden, als Fussballfans verkleidet, auf einem selbst gebauten Wagen an der Festwirtschaft auf der Allmend vorbeifahren.

Auf dem mit Logo und Schrift der Klasse verzierten Wagen finden sich auch eine Tribüne und ein kleines Häuschen, über Boxen wird Musik abgespielt. Vieles davon wurde in der Freizeit erbaut. «Wir haben immer am Mittwochnachmittag daran gearbeitet», ruft ein Junge dazwischen.

Die Lehrerin relativiert: «Ja, aber das hättet ihr nicht machen müssen, das war freiwillig.» Auch wenn der Einwurf eines anderen Schülers «Das haben wir halt mit viel Liebe gemacht» nicht in ernsthaftem Tonfall daherkommt, scheint es doch, dass die Jugendlichen ihren Spass an der Sache hatten.

Doch nicht nur einen Wagen gebaut haben die Jugendlichen, sondern auch je einen Strohhut mit Stoffen, Federn und Perlen verziert. Mit diesem auf dem Kopf werden sie der Festwirtschaft verschiedene Sprüche und Redewendungen rund um das Thema Hut näherbringen. «Ich finde es gut, mal etwas Ausserschulisches zu machen und nicht nur im Klassenzimmer zu wirken», so Lehrerin Ramseier. «Das stärkt auch den Klassenzusammenhalt.»

Sie hatte ihre Klasse gemeldet, nachdem sie während einer Lehrerkonferenz vom Projekt erfahren hatte. Für Künstler Deichmann ist es nicht die erste Zusammenarbeit mit Jugendlichen. «Als Künstler erreicht man mehr Leute, wenn man die Kinder und Jugendlichen eines Dorfes involviert.» Dabei liess er den Jugendlichen viel Freiraum: Der Wagen entstand aus einer Idee der Schüler, zur Darbietung mit den Hüten regte Ramseier an.

Mit dem Roten Pfeil unterwegs sein

Wer als Besucher selbst beim Kulturtag mitmachen will, dürfte im Programm verschiedene interessante Veranstaltungen entdecken. So lässt sich zum Beispiel in Holderbank eine Oldtimer-Werkstatt entdecken. In der ehemaligen Oris-Uhrenfabrik sind wertvolle Motorräder aus alten Zeiten zu sehen.

In Matzendorf können Besucherinnen und Besucher im Keramikmuseum vorgefertigte Schalen mit farbigen Glasuren personalisieren. Anschliessend werden die Schalen in den kleinen Berennöfen gebrannt, um sie danach noch am gleichen Tag nach Hause nehmen zu können.

In der KulturUhrFabrik in Welschenrohr kann jedermann unter der Leitung von Gregor Lanz mit Spraydose und Pinsel zum Künstler werden. Die KulturUhrFabrik ist ab 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Alte Gerätschaften rund um die Feuerwehr kommen beim Museum HaarundKamm in Mümliswil zum Einsatz, wo die Feuerwehr den Ernstfall mit einem alten Spritzenwagen simuliert. Und auch in Balsthal wird Historisches zu sehen sein.

Im Museum BalsThal sind 14 Bilder der Hochwasser in den Jahren 1926 und 1986 ausgestellt. Ein Highlight ist die erstmalige Teilnahme der OeBB am Kulturtag, wird doch der Rote Pfeil den ganzen Tag zwischen Balsthal und Oensingen verkehren.

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