Neuendorf

Kröten-Lebensraum trocknet aus - Solarpumpe soll jetzt Wasser fördern

Bürgergemeindepräsident Emil Lämmle im Naturschutzreservat Aegerten, wo auch die etwa 5 Zentimeter grosse Kreuzkröte vorkommt.

Bürgergemeindepräsident Emil Lämmle im Naturschutzreservat Aegerten, wo auch die etwa 5 Zentimeter grosse Kreuzkröte vorkommt.

Das Naturschutzreservat Aegerten in Neuendorf ist ein beliebtes Laichgebiet - auch für die stark gefährdeten Kreuzkröten. Jetzt wird das Reservat mit Arbeiten im Umfang von 110000 Franken aufgewertet. Unter anderem gibt es eine neue Grundwasserpumpe.

Das kantonale Naturschutzreservat Aegerten beherbergt wichtige Lebensräume für Amphibien und wurde deshalb in das Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung aufgenommen. Im Fokus steht die dortige Population der stark gefährdeten Kreuzkröten.

Diese Tiere fanden auf den Pionierflächen und im Weiher sowie in den drei Tümpeln bisher gute Lebensbedingungen vor. Im Reservat leben übrigens noch andere Amphibien wie etwa der Grasfrosch, Erdkröten, Bergmolche oder Wasserfrösche.

Tümpel trocknen vorzeitig aus

Obwohl das Reservat vom Natur- und Vogelschutzverein Neuendorf vorbildlich unterhalten wird, traten in jüngster Zeit verschiedene technische Mängel zutage, welche die Kreuzkröte in ihrer Existenz gefährden. Das grösste Problem ortet Biologe Jonas Lüthy vom kantonalen Amt für Raumplanung bei der vorzeitigen Austrocknung der temporären Tümpel.

Dazu komme es immer öfter, weil die bestehende Widderpumpe aus dem 8 Meter tiefen Schacht während Trockenperioden zu wenig Grundwasser fördere, um die Tümpel damit zu speisen. Abhilfe schaffen soll nun eine direkt mit Solarstrom betriebene Grundwasserpumpe. Für deren Installation und das notwendige Leitungsnetz musste ein Baugesuch eingereicht werden. Die Auflage läuft noch bis 10. September.

Umfangreiche Massnahmen

Mit der Solargrundwasserpumpe können während des Tages rund drei Liter Wasser pro Sekunde gefördert werden. «Genug, um die Tümpel mit genügend Wasser zu versorgen», erklärt Projektleiter Lüthy, der beim Amt für Raumplanung als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Naturschutzreservate verantwortlich zeichnet. Geplant ist ferner der Bau eines vierten Tümpels sowie die Abdichtung der drei bestechenden Tümpel.

Die Abdichtung erfolgt mit einer speziellen Folie. Zur Verhinderung von unerwünschtem Pflanzenwuchs werden die Solen der Tümpel mit einer 10 Zentimeter dicken Betonschicht versehen. Der Beton wird im Anschluss mit einer etwa 15 Zentimeter starken Kiesschicht aus Aushubmaterial überdeckt.

Für Kreuzkröten gibt es zudem zu wenige Tages- und Überwinterungsverstecke, wie Lüthy erwähnt. Um solche zu schaffen, werden ein Meter tiefe Mulden ausgehoben, die danach mit Holzmaterial und Sand aufgefüllt werden. Vorgesehen ist, dass die Baumstämme und Äste im Schnitt etwa ein Meter über das Terrain ragen. Die beschriebenen Arbeiten für die Aufwertung des Naturschutzreservats sollen in den nächsten Wochen aufgenommen werden.

Finanzierung ist gesichert

Die Kosten für das Projekt sind mit insgesamt 110'000 Franken veranschlagt. Lüthy freut, dass die Finanzierung gesichert ist. Es gebe Beitragszusicherungen vom Bundesamt für Umwelt und vom Fonds naturemade star vom Wasserkraftwerk Ruppoldingen der Alpiq Hydro Aare AG. Zu schätzen weiss Lüthy ferner, die gute Zusammenarbeit mit der Bürgergemeinde, auf deren Grund sich das Reservat befindet.

Die Bürgergemeinde habe gerne Hand geboten, sagt deren Präsident Emil Lämmle, zumal ihr selbst keine Kosten entstünden und das Reservat für die Bevölkerung und die Natur eine unschätzbare Bereicherung darstelle.

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