Balsthal
«Kritisch und konstruktiv» – Neue Partei will in den Gemeinderat

Hans Heutschi schickt für die «Kritisch-konstruktiven Bauschtler» zwei Kandidaten ins Rennen. Noch bevor der Wahl am 21. Mai soll die Partei mit Heutschi an der Spitze gegründet werden.

Erwin von Arb
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«Kritisch-konstruktive Bauschtler» (v.l.): Clemens Hellstern und Pia Stäuble kandidieren auf Wunsch von Hans Heutschi für den Gemeinderat.

«Kritisch-konstruktive Bauschtler» (v.l.): Clemens Hellstern und Pia Stäuble kandidieren auf Wunsch von Hans Heutschi für den Gemeinderat.

Erwin von Arb

«Der Gemeinderat von Balsthal hat sich in den letzten Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert», findet Hans Heutschi. Der ehemalige Kirchgemeindepräsident meint damit insbesondere die Finanzpolitik der Gemeinde. Trotz Steuererhöhung habe es der Gemeinderat in den letzten acht Jahren nicht geschafft, das Rechnungsdefizit der Einwohnergemeinde abzubauen, moniert der 72-Jährige.

Mankos macht Heutschi auch bei der Informationspolitik aus. Anfragen zur Rechnung oder zum Budget würden nicht schlüssig beantwortet. Gleiches gelte bei der Veröffentlichung der Traktandenliste für die Gemeinderatssitzungen. Dies geschehe in jüngster Zeit immer kurzfristiger. «Damit sollen wohl interessierte Personen von der Teilnahme an den Sitzungen abgehalten werden», glaubt Heutschi. Dazu komme, dass wichtige Traktanden meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt würden.

Offene Information als Programm

Diesen Mechanismen will Heutschi mit der Gründung der neuen Partei mit dem Namen «Kritisch-konstruktive Bauschtler» (kkB) den Riegel schieben. Er ist überzeugt, dass es in Balsthal eine solche Partei braucht und dass die kkB deshalb auch in den Gemeinderat gehört.

Ein allfälliger kkB-Gemeinderat werde dafür sorgen, dass die Bevölkerung aktuell über die Geschäfte im Gemeinderat informiert werde. Davon ausgenommen seien nur Traktanden, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt würden.

«Bei allen anderen Themen werden auch über jene Details berichtet, die nicht in den Gemeinderatsprotokollen nachzulesen sind», verspricht Heutschi. Dafür brauche es aber Leute mit Rückgrat, die nicht unter Druck gesetzt werden könnten.

In Clemens Hellstern und Pia Stäuble glaubt der Pensionär zwei Personen gefunden zu haben, welche diese Anforderungen erfüllen und nun für die kkB als Gemeinderat kandidieren. Hellstern ist im Dorf kein Unbekannter. Er hat mit einem Bürgerkomitee die Petition zur Reduzierung der T30-Zone eingereicht. Der 57-jährige Konstrukteur kämpft für den Rückbau der blauen Zone auf Quartierstrassen. Gegen blaue Zonen im Dorfzentrum habe er nichts einzuwenden. Er wehre sich aber dagegen, dass das Parkplatzangebot im Quartier mit der blauen Zone künstlich beschränkt werde.

Pia Stäuble beurteilt die blaue Zone auf Quartierstrassen als Eingriff in die Freiheit der Bevölkerung. «Wenn jemand Besuch von mehreren Leuten bekommt, müssen diese ihre Autos in anderen, teils weit entfernten Quartieren abstellen», beklagt die 44-jährige Mutter eines 15-jährigen Sohns die Situation.

Nicht nur blaue Zone im Fokus

Die kkB hat sich denn auch bei einer allfälligen Wahl in den Gemeinderat die Korrektur der blauen Zone in den vorherigen Zustand als prioritäres Ziel gesetzt. Die Partei dürfe aber nicht darauf reduziert werden, betont Hans Heutschi. «Wir wollen insgesamt dazu beitragen, dass in Balsthal ein Umdenken stattfindet und sich wieder mehr Leute für die Dorfpolitik interessieren.»

Handlungsbedarf ortet er auch bei der Verwaltung. Diese müsse schlank und straff geführt werden und wieder vermehrt für die Einwohner da sein. Und natürlich müsse auf allen Ebenen gespart werden, um die Finanzen in den Griff zu bekommen. Geschehen dürfe dies allerdings nicht auf dem Rücken von sozial Schwächeren oder durch den Abbau von Dienstleistungen.

Dafür wollen sich Clemens Hellstern und Pia Stäuble im Gemeinderat einsetzen, wenn sie denn gewählt werden, wie sie versichern. Beide glauben, dass die Zeit reif ist für eine neue Partei. In der Bevölkerung brodle es ob der Politik des Gemeinderats und der Parteien im Dorf, sagt Stäuble. Darum brauche es die politisch unabhängige kkB als Gegenpol.

Heutschi wird Parteipräsident

Noch vor dem Urnengang am 21. Mai für die Gemeinderatswahl soll die Gründung der Partei «Kritisch-konstruktive Bauschtler» mit Hans Heutschi als Präsidenten vollzogen werden. Dieser zeigt sich überzeugt, dass die kkB schon bald über einen soliden Mitgliederstamm verfügen wird. 22 stimmberechtigte Balsthalerinnen und Balsthaler hätten ihr Interesse bereits mit der Beglaubigung der kkB-Liste für die Gemeinderatswahl kundgetan.

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