Das seit rund zwei Jahren in Arbeit befindliche «Buskonzept Neuendorf» nimmt Gestalt an, wie Gemeindepräsident Rolf Kissling auf Anfrage bestätigt. Dabei geht es primär darum, den von Anwohnern mehrfach kritisierten Busverkehr vom Chäsiweg an einen anderen Standort zu verlagern. Eine weitere Vorgabe ist die Sicherstellung des Schülertransports aus den umliegenden Gemeinden zur Kreisschule Gäu. Die Schülerinnen und Schüler machten von Montag bis Freitag rund 80 Prozent der Fahrgäste aus, führt Kissling aus.

Ingesamt 14 Standorte geprüft

Unter der Leitung des kantonalen Amtes für Tiefbau (AVT) wurden in den letzten Monaten mit Vertretern der Gemeinde, der Busbetrieb Olten-Gösgen-Gäu (Bogg) und der Postauto AG insgesamt 14 alternative Standorte auf ihre Eignung hin geprüft. Übrig geblieben am Schluss zwei mögliche Standorte, wie Kissling weiter erwähnt.

Bis zuletzt im Gespräch war die Schaffung einer neuen Bushaltestelle auf einem Grundstück unterhalb der bereits bestehenden Haltestelle
«Hardeck» an der Dorfstrasse. Der Zugang zur südlich davon gelegenen Kreisschule sollte mit einem Fussweg gewährleistet werden. Für diese Lösung müsste aber Privatland erworben und ein bestehendes Gebäude entfernt werden.

Lösung an Dorfstrasse gescheitert

Weil sich jedoch die Privateigentümerschaft des für diese Variante benötigten Grundstücks mit einem solchen Projekt nicht anfreunden kann, habe sich der Gemeinderat für die Weiterverfolgung des Modells «Schule» entschieden, so Kissling. Dieses sieht den Bau einer neuen Haltestelle westlich des kurz vor der Fertigstellung stehenden Feuerwehrmagazins an der Bifangstrasse vor. Auf dem gemeindeeigenen Land sollen neben der Haltestelle ein Wendekreis für die Busse sowie eine direkte Fussgängerverbindung zur Kreisschule Gäu gebaut werden.

Die nun angestrebte Lösung sei für die Schülerinnen und Schüler der Kreisschule Gäu die beste, erklärt AVT-Projektleiter Peter Portmann. Allerdings müsse nun zuerst mit dem Zweckverband Kreisschule Gäu, mit der Bogg und der Postauto AG geklärt werden, ob dieses Modell wie angedacht umgesetzt werden könne. Von Bedeutung sei dabei ferner die Einschätzung der Busbetreiber, schliesslich seien von dieser Routenänderung weg von der Dorfstrasse auch «normale» Fahrgäste betroffen.

Bogg will Fahrversuche machen

Die geplante Bushaltestelle bei der Kreisschule Gäu erachtet Bogg-Direktor Toni von Arx als taugliche Lösung, wie er dazu ausführt. Nun werde abgeklärt, wie stark sich die neue Route auf den Fahrplan auswirken könnte. In den nächsten Wochen durchgeführte Probefahrten sollen darüber Aufschluss geben. Das weitere Vorgehen sowie die Erörterung allfälliger flankierender Massnahmen würden mit dem Kanton besprochen. «Heute findet in dieser Sache ein weiteres Treffen mit Vertreten des AVT statt», so von Arx.

Nicht optimal für Kreisschule

Für die Kreisschule Gäu ist die geplante Haltestelle eine valable, aber nicht die optimale Lösung, wie deren Präsident Beat Nützi dazu erklärt. «Wir hätten einer Lösung an der Dorfstrasse mit direktem Fussweg zur Schule den Vorzug gegeben, weil damit mehr Reserveflächen für das künftige Wachstum der gesamten Schulanlagen in Neuendorf übrig geblieben wären.» Die Kreisschule selbst werde vom Bau der Bushaltestelle aber nicht tangiert, weil diese auf Land realisiert werde, das der Einwohnergemeinde gehöre. «Wir haben genügend eigenes Land, um bei Bedarf ausbauen zu können.»

Bis die neue Bushaltestelle an der Bifangstrasse realisiert werden kann, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. «Wir sind noch voll in der Entwicklungsphase», gibt Peter Portmann vom AVT zu bedenken. Wenn alle Details geklärt seien, müsse zudem ein Erschliessungsplan erarbeitet und öffentlich aufgelegt werden. Allfällige Einsprachen könnten danach zu Verzögerungen führen.

Gemeinderat plant Infoanlass

Gemeindepräsident Rolf Kissling findet, dass mit der nun ins Visier genommen Lösung den Bedürfnissen aller Beteiligten Rechnung getragen werden kann. Insbesondere für die Anwohner des Chäsiwegs, der nach Wegfall des Busverkehrs sicherer werde, oder für die Kreisschule Gäu, die von der guten Erschliessung sicher auch profitieren könne. Der Gemeinderat wird sobald als möglich einen Informationsanlass durchführen, um das Projekt im Detail vorzustellen.