Bisher gehen 14 Kinder von Holderbank im Dorf in den Kindergarten und total 49 Kinder in die Primarschule bis zur 6. Klasse. Anfang 2013 kam aus dem Rathaus Solothurn die Aufforderung, die Gemeinde müsse auf Schuljahr 2016/2017 die Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden prüfen, denn aufgrund der aktuellen und künftig weiter sinkenden Anzahl Kinder könne die Schule so nicht mehr weitergeführt werden).

Seither wird an einer Lösung gearbeitet, und diese wurde nun Eltern und weiteren Interessierten vorgestellt. Das Interesse war gross, das Unbehagen aber noch grösser, wie die Stimmung im gefüllten Gemeindehaussaal zeigte.

«Riesengschtürm» befürchtet

Die präsentierte Lösung lautet: Bilden einer Kreisprimarschule Balsthal-Holderbank; der Kindergarten sowie die 1. und 2. Primarklasse bleiben in Holderbank; ab der dritten Klasse besuchen die Kinder die Schule in Balsthal und benutzen dafür das Postauto; Balsthal wird Leitgemeinde. In Holderbank wird eine Tagesstruktur mit Mittagstisch aufgebaut, die auch Balsthaler Kindern zur Verfügung steht.

Die Gemeinderäte von Holderbank und Balsthal haben dem Modell bereits zugestimmt. Den definitiven Entscheid müssen die Gemeindeversammlungen fällen. Wie dieser Entscheid im Dezember in Holderbank aussehen wird, ist alles andere als klar. Eine Frau sagte gegen Schluss des Informationsanlasses, sie rate dringend an, noch einmal gründlich und mit viel mehr Details und Zahlen zu informieren, sonst gebe es an der Gemeindeversammlung ein «Riesengschtürm».

Überzeugt vom Vorschlag

Gabi Dennler, Ressortleiterin Schule im Gemeinderat, Cécile Kamer, Schulleiterin Holderbank, Mümliswil-Ramiswil, ihr Balsthaler Kollege Kuno Flury sowie die Gemeindepräsidenten Urs Hubler und Roland Stampfli erläuterten ihren Lösungsvorschlag so sachlich wie möglich und mit viel Überzeugung. Gabi Dennler versicherte, man habe alles darangesetzt, damit wenigstens ein Teil der Schule im Dorf bleibt.

Die Variante, mit Langenbruck zusammenzuspannen, sei nicht zu realisieren, weil hier zwei Kantone im Spiel wären und die Frage offenbliebe, welcher Kanton nun zuständig ist, etwa bezüglich Lehrplan oder Ferien; oder auch, wo die Kinder die Oberstufenschule besuchen würden. Kuno Flury betonte, Balsthal sei bereit.

Die Integration könne problemlos erfolgen. Und er rechnete vor, dass durch die Zusammenarbeit sogar Kosten gesenkt werden können. «Pro Schüler und Jahr wird mit einem Nettoaufwand von 7743 Franken gerechnet, im Alleingang hingegen sind es für Balsthal 7967 und für Holderbank 9553 Franken.» Nicht inbegriffen sind Kosten für Kreis- und Musikschule sowie Sonderschulung und Schulanlagen. Cécile Kamer beschrieb die Vorteile, die sich durch die neu geschaffenen Tagesstrukturen ergeben würden.

«Gibt es einen Plan B?»

Bei der anschliessenden Fragerunde entwickelte sich eine Dynamik. Es wurde auch nicht mit Vorwürfen und Kritik gespart. «Wir Eltern kommen uns unmündig vor», sagte ein Vater. «Wir werden einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Warum hat man uns nicht früher und ausführlich informiert?» Eine Frage löste dann die nächste aus: «Warum wird nicht ein eigener Schulbus eingesetzt? Wie viel kostet der Mittagstisch, und wer bezahlt die dafür noch nicht vorhandene Infrastruktur? Können Kinder, die jetzt gemeinsam in der Klasse sind, weiterhin zusammenbleiben?»

Mehrfach gefragt wurde «Was passiert, wenn die Gemeindeversammlung von Holderbank Nein sagt zur Kreisprimarschule?» und «Hat man einen Plan B?». Einen solchen gebe es nicht, sagte Gemeindepräsident Urs Hubler. «Wenn wir weiterfahren wollten wie bisher, müssten wir mit grossen Mehrkosten rechnen.» Er erinnerte daran, dass ab Schuljahr 2016/2017 die Löhne der Lehrpersonen nicht mehr subventioniert werden, sondern dass es Pauschalbeiträge pro Schüler gibt.

Noch einmal neu informieren

Personen, die sich für die vorgeschlagene Lösung einsetzten, blieben in der Minderheit. Ein Mann rief mehrmals zur Besonnenheit und dazu auf, den Vorschlag zu akzeptieren. Das sei immer noch besser, als wenn der Kanton das Heft in die Finger nehme und sage, wo es langzugehen habe.

Gabi Dennler erklärte abschliessend, man nehme die Anregungen und Fragen selbstverständlich ernst und werde darüber beraten. Auf Nachfrage dieser Zeitung gab sie bekannt, man werde dem Wunsch nach weiteren Informationen nachkommen und im Verlauf des Monats November noch einmal zu einem Info-Anlass einladen.