Umfahrung Klus
Kosten, Lärm und Schadstoffe: Bürgerinitiative erhebt Einspruch gegen Mammutprojekt

Die Bürgerinitiative «Läbigi Klus» hat beim Kanton Einsprache gegen die neue Auflage der Umfahrung Klus erhoben. Die Interessensgemeinschaft fürchtet zusätzliche Lärm- und Schadstoffimmissionen sowie Steuererhöhungen.

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Bruno Kissling

«Der Bau der Strasse würde das Wohnquartier Neumatt massiv mit zusätzlichen Lärm- und Schadstoffimmissionen belasten und natürliche Lebensräume in der Klus würden zerstört werden», meldet die Bürgerinitiative «Läbigi Klus» in ihrer Einsprache gegen die «Umfahrung Klus».

Mit der geplanten Umfahrungsstrasse werde das Erscheinungsbild der Klus nachhaltig negativ geprägt, schreibt die Interessenvereinigung weiter. Sie quere den südlichen Teil der Klus und werde sehr dominant durch das geplante Viadukt in Erscheinung treten. Die Landschaft und das geschützte Ortsbild würden in unzulässiger Weise beeinträchtigt werden.

In diesem Modell ist die geplante Streckenführung durch die Klus via Viadukt und Tunnel gut erkennbar. Das Städtchen Klus wird vom grossen Verkehr befreit.
12 Bilder
Hier das Modell des Projektes...
...und hier die Verkehrsführung wie sie heutzutage geregelt ist.
Das Trassee Nord: Am linken Bildrand beginnt in der Mitte die neue Strecke, führt am Augstbach entlang, vorbei an den Mehrfamilienhäusern und mündet in den neuen Kreisel bei der «Thalstation».
Der Viadukt über Parkplatz, Geleise und Dünnern wird so schlank wie möglich in Stahl und Beton konstruiert.
Das Tunnel-Nordportal mit der Unterführung Lebernweg
Südportal des Tunnels
So soll der Fahrradverkehr geführt werden
Der sanierungsbedürftige Geschiebesammler des Mümliswilerbaches im Gebiet St. Wolfgang wird renaturiert.

In diesem Modell ist die geplante Streckenführung durch die Klus via Viadukt und Tunnel gut erkennbar. Das Städtchen Klus wird vom grossen Verkehr befreit.

zvg

Finanzielle Belastung

Nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch wertvoller Lebensraum für teilweise gefährdete Tier- und Pflanzenarten würden in erheblicher Weise darunter leiden. Die Bürgerinitiative fordert daher verbesserte Massnahmen mit vertieften und ergänzenden Abklärungen.

Ebenfalls würden bestehende Lärm- und Luftschadstoffprobleme in der Klus mit dem Projekt lediglich in das angrenzende Quartier verschoben. Das geplante Mammutprojekt mit Viadukt und Tunnel kostet insgesamt rund 65 Millionen Franken und würde die Gemeinde Balsthal finanziell massiv belasten. Die Gemeinde müsste total rund 11 Millionen Franken stemmen.

Ohne Steuererhöhungen wäre das kaum machbar, argumentiert die Interessensgruppe «Läbigi Klus». Sie fürchten auch, dass das Zentrum von Balsthal nicht vom Verkehr entlastet werde. Durch die Öffnung des Nadelöhrs Klus müsse im Zentrum der Gemeinde sogar mit mehr Verkehr und damit mit mehr Lärm und Abgasen gerechnet werden. «Balsthal wäre also sogar die doppelte Verliererin», schliesst die Einsprache. (mgt/hts)