Oensingen
Korridor soll Wildtiere besser vor Autobahn schützen

Der Gemeinderat Oensingen liess sich über zukünftige Projekte im Zusammenhang mit dem 6-Spur-Ausbau der N1 informieren. Geplant ist die Kompensation der Fruchtfolgeflächen und ein Wildtierkorridor über die Autobahn.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Hansruedi Aeschbacher

Der geplante Nationalstrassenausbau zwischen Luterbach und Härkingen auf sechs Spuren führt zu einem Verlust von Fruchtfolgeflächen (FFF). Dieser muss kompensiert werden. Ebenfalls soll im Zuge dieses Ausbaues ein Wildtierkorridor über die Autobahn erstellt werden.

Der Gemeinderat von Oensingen liess sich an seiner letzten Sitzung von Rolf Glünkin, Leiter Grundlagen und Richtplanung beim Amt für Raumplanung über die geplanten Massnahmen informieren.

Fruchtfolgeflächen (FFF) sind für die Landwirtschaft besonders wertvolles Kulturland, so Glünkin. Das Mindestkontingent für den Kanton Solothurn beträgt 16'200 ha, wobei laut neu erhobenem FFF-Inventar im Moment rund 16'800 ha zur Verfügung stehen. Der Schutz der FFF wird durch das neue Raumplanungsgesetz verschärft, ebenso macht der kantonale Richtplan Vorgaben zum Schutz der FFF.

Beim Projekt Ausbau auf 6-Spuren zwischen Luterbach und Härkingen müssten 12,5 ha FFF kompensiert werden, so der Referent. Dies soll geschehen, indem anthropogener, also durch den Menschen geschädigter Boden, aufgewertet wird. «Diese Kompensation erfolgt durch Aufwertungen von Flächen ausserhalb des Nationalstrassenperimeters und in Zusammenarbeit mit Bund (Astra)».

Geeignete Gebiete für den Ausgleich fänden sich in Härkingen und Deitingen; diesbezüglich seien Vorabklärungen erfolgt. Im Moment werden die betroffenen Gemeinden informiert und angehört. Die ausgearbeiteten Erschliessungs- und Gestaltungspläne werden dann von den entsprechenden kantonalen Fachstellen vorgeprüft. Danach werden die Pläne der Bevölkerung zur Mitwirkung unterbreitet.

Zuleitstrukturen für Wildtiere

Beim Ausbau auf sechs Spuren und der Sanierung der N1 ist gleichzeitig vorgesehen, eine Wildtierüberführung zu bauen. Der Kanton ist in diesem Geschäft lediglich für die Schaffung sogenannter Zuleitstrukturen ausserhalb des Nationalstrassenperimeters verantwortlich, sagte Glünkin. Diese Zuleitstrukturen lassen es schliesslich zu, dass das Mittelland und der Jura miteinander verbunden werden.

Primäre Zielarten für den Wildtierkorridor seien Rothirsch, Wildschwein und Reh. Bereits bestehende Strukturen sollen dafür genutzt werden, die Flächen sollen aber landwirtschaftlich nutzbar bleiben, betonte der Raumplaner. Die gesetzliche Umsetzung geschehe mittels des Mehrjahresprogrammes Natur und Landschaft. «Vorabklärungen sind erfolgt, müssen aber noch optimiert werden», erklärte Glünkin. Im Entwurf liegen Erschliessungs- und Gestaltungsplan vor. Zurzeit werden die Gemeinden informiert. Ziel sei die öffentliche Planauflage im Frühling 2018.

Shuttlezüge ab Oensingen

Der Gemeinderat Oensingen unterstützt das geplante Projekt zur Erhöhung des Mittelperrons am Bahnhof durch die SBB. Dies stelle eine Aufwertung des Bahnhofareals Oensingen dar und sichere längerfristig den Fernverkehrshalt in Oensingen. Man begrüsst auch das Angebot der SBB, in den Hauptverkehrszeiten einen Shuttlezug als Ersatz für den ICN nach Olten anzubieten, damit die Verbindungen nach Basel, Luzern und Zürich erhalten bleiben. Die Shuttlezüge sollen zwischen 5 und 8 Uhr und zwischen 16 und 19 Uhr verkehren. Zudem sollen die bestehenden Regionalzüge teilweise verstärkt werden.

Im Weiteren beschloss der Rat, den Gestaltungsplan Leuenfeld Süd Teil Ost und West dem Amt für Raumplanung zur Vorprüfung einzureichen. Zudem wurde beschlossen, den Hundesteuerbezug von 120 Franken ins Gebührenreglement der Gemeindeverwaltung aufzunehmen.