Oensingen
Konzert dauert 3 Stunden – und doch wollen die Besucher weiterklatschen

Zum 8. Mal hatten die Bechburg Musikanten den Blaskapellen-Samstag organisiert. Zum 8. Mal war er ein Erfolg. Drei Stunden pure Unterhaltung boten die Musiker!

Benildis Bentolila (Text und Foto)
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Unter der Leitung des neuen Dirigenten Ueli Zaugg «posaunten» die Bechburg Musikanten die «Zimmermann-Polka».

Unter der Leitung des neuen Dirigenten Ueli Zaugg «posaunten» die Bechburg Musikanten die «Zimmermann-Polka».

Benildis Bentolila

Hanspeter Balsiger, Präsident und Flügelhornist der Bechburg Musikanten, war überwältigt: «Den letzten Stuhl und Tisch haben wir hervorgeholt hier im Bio-Restaurant Vebo Oensingen», hielt er fest, als er in den voll besetzten Raum schaute. Die Bechburg Musikanten hatten eingeladen zum 8. Oensinger Blaskapellen-Samstag und als Gast die ebenso bekannte Chisetaler Blaskapelle aus dem Aaretal eingeladen. Wir nehmen es voraus: Das Konzert dauerte über drei Stunden und die Zuhörerschaft hätte gerne weiter zugehört, geklatscht und gejubelt.

Gefühlvoll herübergebracht

«Musik ist die Sprache, in der man nicht lügen kann.» Das sagte Bubici, Perkussionist und Moderator des ersten Teils, der durch die Gastgeber meisterlich ausgeführt wurde, und kündigte den ersten Marsch «Regimentsparade» an. Rassige Polkas wechselten sich ab mit stimmungsvollen Balladen wie «Erinnerungen».

Beim Zuhören fragten sich wohl viele, welche Erinnerungen wohl da beschrieben werden. Aus den Tönen ist zu schliessen, dass es sich um fröhliche, aber auch um traurige handelt.

Die Bechburg Musikanten unter der Leitung ihres neuen Dirigenten Ueli Zaugg brachten die Stimmungen gefühlvoll herüber. Auch die Polka «Traum einer Marketenderin» durchstreift verschiedene Gefühle.

Der Traum beginnt sanft, um schliesslich in einem Feuerwerk zu explodieren. Herrlich ausgedrückt von den Bechburgern. Es braucht kaum erwähnt zu werden, dass die Musikanten und zwei Musikantinnen herausgeklatscht wurden und das Publikum zum Dank die Polka «Euch zum Dank» geniessen durfte.

Es brauchte keinen Weckruf

«Der kameradschaftliche Zusammenhalt unter den Mitgliedern, verbunden mit gewissenhafter Probenarbeit, garantiert für den mittlerweile bald 40-jährigen erfolgreichen Bestand der Formation.» So ist es zu lesen auf der Website der Chisetaler Blaskapelle. Dieser «Eigenruhm» ist nicht übertrieben; der Zuschauer spürte während des Auftritts im zweiten Teil des Abends den freundschaftlichen Zusammenhang unter den 13 Musikern, darunter eine Frau als Klarinettenspielerin. Unter der musikalischen Leitung von Florian Krenger, der auch Flügelhorn spielt, boten sie einen bunten Strauss an mährischen Melodien.

Zudem bewiesen sie beim Marsch «Dem Land Tirol die Treue», dass alle gute Sänger sind. Je länger der Abend dauerte, umso mehr stieg die Fröhlichkeit im Saal. Bevor die Chisetaler die Polka «Budicek», was Weckruf bedeutet, zum Besten gaben, meinte der Ansager und Flügelhornspieler Simon Friedli:

«Eigentlich braucht es das nicht, denn ihr seid ja alle hellwach.» Auch diese Formation bot gelassenere Stücke, wie «The Rose», wo Klarinette und Tenorsaxofon liebreizend hervortraten.

«Die Zeit verging wie im Fluge», meinte Hanspeter Balsiger, als er sich bei seinen Musikerkolleginnen und -kollegen und dem Publikum bedankte. Trotz der vorgerückten Stunde war die Auffassung, man hätte gerne noch länger zugehört, allgegenwärtig.

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