Balsthal
«Konkordia» ist en route à Montreux

Das Frühlingskonzert der Musikgesellschaft Konkordia Balsthal begeisterte und faszinierte.

Rudolf Schnyder
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Die Musikgesellschaft Konkordia während des Stücks «Lion King». Markus Müller

Die Musikgesellschaft Konkordia während des Stücks «Lion King». Markus Müller

Markus Müller

Eröffnet wurde der traditionelle Konzertabend vor dem Muttertag in dem mit Publikum vollbesetzten Kultursaal Haulismatt durch die Young Harmonists, der imposanten Nachwuchs-Formation. Seit Anfang dieses Jahres ist der Dirigent der MG Konkordia, Hans Burkhalter, auch musikalischer Leiter der Young Harmonists, er übernahm von Andreas Kamber, der während 15 Jahren die Formation leitete.

Hans Burkhalter ist ein erfahrener Musikpädagoge, der es versteht, die Jugend für die Blasmusik zu begeistern. Zum Auftakt erklang der rassig und schmissig gespielte Marsch «Harmonists for ever» von Fritz Rickli, eine Auftragskomposition. Mit dem dynamisch stark vorgetragenen «Terra Montagne» des Tiroler Komponisten Michael Geisler wurden die Zuhörerinnen und Zuhörer akustisch in die Berge versetzt. Solist Roman Joller, Trompete, brillierte mit sehr schönem Tonklang. Auf grosse Begeisterung stiess der Schweizer Mundarthit schlechthin, «Alperose» von Polo Hofer.

Solistisch überzeugte Manuel Dreyer auf dem Saxofon und als Intermezzo liess der Dirigent seine jungen Musikantinnen und Musikanten auch klatschen und singen. Fetzig ertönte die Knallermelodie «You’re the One that I want» aus dem Film «Grease». Bei «Brazil» von Paulo Moro wurde man musikalisch nach Südamerika entführt.

Es bleibt noch Zeit bis Montreux

Das Konzertprogramm der MG Konkordia unter der Leitung von Hans Burkhalter stand ganz im Zeichen des kommenden eidgenössischen Musikfestes in Montreux, wo die Balsthaler in der 2. Klasse Harmonie antreten. So wurden die beiden Parademärsche «Vivat Lucerna» von Arthur Ney und «Diavolezza» von Adolf Künzle, einer davon muss am «Eidgenössischen» gespielt werden, intoniert. Mit «Invictus» (die Unbesiegten) von Philip Sparke hat die MG Konkordia für Montreux eine musikalisch sehr spezielle, facettenreiche und technisch anspruchsvolle Komposition als Selbstwahlstück ausgewählt.

Technisch, auch von der Intonation und Dynamik her gelang die Interpretation sehr gut, Ruedi Berger (Klarinette), Andrea Born (Querflöte) und Esther Jenni auf dem speziellen Instrument Sopran-Saxofon brillierten in ihren Parts als Solisten. Für den finalen Feinschliff verbleibt bis Montreux noch etwas Zeit. Der erste Konzertteil wurde mit einem Querschnitt aus dem Broadway-Musical «Lion King» von Elton John, ein wahres musikalisches Feuerwerk, beendet. Ganz speziell war das Duett für Piccolo (Solist: Thomas Schafroth) und Tuba (Solist: Stefan Stalder) «Hi-Lo» von Scott Richards, das gegensätzlicher nicht sein könnte, sind doch hier das kleinste und das grösste Instrument eines Blasorchesters und zu hören.

Das Publikum war restlos begeistert von der eindrücklichen Performance. Nach nur vier Wochen Probezeit präsentierte die MG Konkordia bereits das Aufgabenstück für Montreux «The Glenmasan Manuscript» des Westschweizer Komponisten Marc Jeanbourquin. In diesem Stück kommen keltische Sagen mit heroischen Helden und schönen Frauen vor und es war unverkennbar irische Musik herauszuhören.

Die MG Konkordia ist nach vier Wochen Probenzeit, bei der musikalischen Interpretation dieses anforderungsreichen Stückes schon weit, doch bis zur perfekten Interpretation wird nochmals ein beträchtlicher Effort vonnöten sein. Mit der wunderschön anzuhörenden anspruchsvollen Unterhaltungsmusik «Doyen» von Goff Richards gelang der MG Konkordia ein toller Konzertabschluss. Franziska Schaffner führte fachkundig durch das Konzertprogramm.

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