Egerkingen
Konkordia bietet Blasmusik für höchste Ansprüche

Die Musikgesellschaft Konkordia beeindruckte an ihrem Jahreskonzert auf der ganzen Linie.

Edgar Straumann
Drucken
Teilen
DIe 75 Musikantinnen und Musikanten haben sich die eigene Messlatte hoch angesetzt.

DIe 75 Musikantinnen und Musikanten haben sich die eigene Messlatte hoch angesetzt.

Remo Fröhlicher

«Eine weitere grosse Herausforderung erwartet uns in diesem Jahr mit der Teilnahme am Eidgenössischen Musikfest in Montreux», sagte Vereinspräsidentin Barbara Junker bei ihrer Begrüssung anlässlich des Jahreskonzertes in der Mühlematt Halle.

Kein Zweifel, das inzwischen auf 75 Musikantinnen und Musikanten angewachsene Gäuer Blasorchester hat sich, wie aus dem Konzertprogramm unschwer zu erkennen war, die eigene Messlatte hoch angesetzt.

Diese Feststellung bestätigte sich bereits mit der Eröffnungsnummer «Grand Fanfare» von Giancarlo Castro D’Addona. Lebhaft, virtuos, mit vielen Rhythmus- und Tempowechseln durchsetzt, gelang der Auftakt hervorragend und endete nicht nur «grand» sondern «grandissimo».

Eine grosse Nummer hat sich die Konkordia als Selbstwahlstück für das Eidgenössische ausgesucht. James Barnes, in den USA geboren, wollte anlässlich des 150. Jahrestages des amerikanischen Bürgerkrieges die in vielen Filmen und auch in der modernen Literatur dargestellte Glorifizierung der unsäglichen schrecklichen Ereignisse ins rechte Licht rücken. Mit «Symphonic Requiem Opus 135 (Seventh Symphony)» ist dem Komponisten dieses Vorhaben auf eindrückliche Art gelungen. In den vier Sätzen, welche Ereignisse über eine Zeitspanne von drei Jahren gewidmet sind, wird die Tragik des Bürgerkrieges dargestellt, wie sie wohl nur mit Musik erfolgen kann. Unter der Leitung ihres Dirigenten, Carlo Balmelli, gelang unter Einbezug von Harfe und Keybord sowie aller möglichen Perkussions- Instrumente eine Einstudierung und Aufführung, welche allen anwesenden unter die Haut ging. Man darf gespannt sein, wie dieses grossartige Werk, zur absoluten Perfektion gebracht, am 11. Juni in Montreux bei den Juroren beurteilt wird.

Mit virtuosen Klängen kamen die Musikantinnen und Musikanten aus der Pause zurück. «Concertango» von Luis Serrano Alarcon liess unschwer erkennen, dass der Tango die Leitmelodie dieses Vortrages sein würde. Der Untertitel «Andante-Tempo di Tango-Con Vivacità-Andante Maestoso» bestätigte diese Annahme zusätzlich. Als Solistin konnte Alexandra Müller auf dem Alt-Saxofon ins Rampenlicht treten. Die Solistin, die Musik zu ihrem Beruf gemacht hat, bewies mit ihren Interpretationen auf überzeugende Art ihre Berufung. Erwähnenswert die wirkungsvolle Unterstützung der Solistin durch den Streichbass. Der herzliche und starke Applaus galt nicht nur der Saxofonistin, sondern verdientermassen sämtlichen Interpreten.

Wie heisst es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das sagte man sich auch nach den Zerstörungen durch den Tsunami im Jahre 2011. Das bekannte Tokyo Kosei Wind Orchestra wollte diese Hoffnung mit einer Auftragskomposition an Philip Sparke auf ihre Weise zum Ausdruck bringen. Der englische Komponist erfüllte seinen Auftrag mit «Looking Up, Moving On» so, wie er nur von einem Ausnahmekönner erbracht werden kann.

Ausnahmekönner stehen bei der MG Konkordia Egerkingen nicht nur am Dirigentenpult, sondern auch in allen Reihen des voll ausgebauten Blasorchesters.

Anders wäre es nicht möglich, erneut eine tiefgehende Komposition so ausdrucksstark umsetzten zu können.

Zum Abschluss des Konzertprogrammes wurde eine Überraschung angekündigt:

«La Mosca» von Oscar Navarro. Ja, was so eine Fliege alles anrichten und in Bewegung zu setzten vermag, wurde auf unterhaltsame und originelle Weise, zum Teil mit neuartigen Instrumenten, vorgeführt. Die Konzertbesucher honorierten die durchwegs hochstehenden Darbietungen mit einem grossen Applaus, welcher mit «Galopp» von Daniel Kallman erwidert wurde.

In dieser Verfassung spielt die Konkordia Egerkingen schon beinahe in einer eigenen Liga. Wohl wird weitgehend ein fachverständiges Publikum angesprochen, was aber nicht heissen will, dass auch der «Normalkonsument» durchaus auf seine Rechnung kommt. Jedenfalls kann man für die Darbietungen am Jahreskonzert nur gratulieren und den Hut ziehen.

Aktuelle Nachrichten