Kommentar
Umfahrung Klus: Warum die Thaler nicht einig sind

Fränzi Zwahlen
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Bruno Kissling

Jetzt ist es klar: das Solothurner Stimmvolk wird über geplante Verkehrsanbindung Thal abstimmen. Mit exakt 2324 Unterschriften wird dies verlangt. Über den vom Kantonsrat abgesegneten Projektkredit von 74 Mio. Franken soll – wie bei den Umfahrungen von Olten und Solothurn – der gesamte Kanton abstimmen können. Gut 35 Prozent der Stimmen, welche diese Abstimmung verlangten, stammen aus dem Thal und man fragt sich: Warum sind die Thaler nicht einhellig für die Umfahrungsstrasse, über welche seit Jahrzehnten diskutiert wird?

Es wird verschiedene Gründe haben: Als Balsthaler die Sorge, dass die nicht auf finanziellen Rosen gebettete Gemeinde sich die flankierenden Massnahmen in der Höhe bis zu 8 Mio. Franken für diese Umfahrung einfach nicht leisten kann.

Als Thaler Bewohner wegen der Tunnellösung, welche die Landschaft nachhaltig verändert. Das, um dafür erwiesenermassen rund 4 Minuten schneller durch die Klus fahren zu können. Und dies in einem Gebiet, wo man mit intakter Natur für neue Bewohner werben will.

Als profaner Verkehrsteilnehmer könnte es die Überlegung sein, dass die Zeit der grossen Umfahrungsprojekte, mit denen seit den achtziger Jahren versucht wurde, den Verkehr zu bändigen, vorbei ist. Gefragt sind heute innovativere Modelle, in denen die vorhandene Strassenführungen mit einem moderneren und effizienteren ÖV optimiert werden könnte.