Kolumne «Aus Thaler Sicht»
Aus der Region - für die Region

Kolumnist Markus Schindelholz freut sich heute schon auf die Politik der neu gewählten Kantonsräte aus Thal und Gäu.

Markus Schindelholz
Markus Schindelholz
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Der Kantonsrat in seiner alten Besetzung während einer Corona-Session.

Der Kantonsrat in seiner alten Besetzung während einer Corona-Session.

Tom Ulrich

Letztes Wochenende wurde in unserem Kanton gewählt. Für jede Amtei haben sich viele Leute zur Wahl gestellt, um ihre Region im Kantonsrat zu vertreten. Jeder Kandidat hat damit geworben, besonders für seine Region einzustehen, damit seine Region nicht eine Randregion wird. Das Problem am Kanton Solothurn ist, dass eigentlich jede Region eine Randregion ist. Der Kanton mit seinen 791 km2 Fläche hat eine 380 km lange Grenze. Das Verhältnis Grenze zur Fläche ist in fast keinem anderen Kanton so hoch. Auch ist es so, dass in jedem Punkt im Kanton Solothurn in nur sieben km Luftlinie eine Kantonsgrenze erreicht wird. Wir sind somit der am stärksten zerklüftete Kanton, den es gibt.

Der Bezirk Thal ist flächenmässig der grösste Bezirk des Kantons. Zusammen mit dem Gäu belegt die Amtei Thal-Gäu einen Viertel der ganzen Fläche des Kantons. Die Amtei darf jedoch nur 13 der 100 Sitze im Kantonsrat belegen. Dies sind also 13 Prozent der Sitze bei 25 Prozent der Fläche - ein etwas schräges Verhältnis. Im Umkehrschluss heisst dies jedoch auch, dass wir etwas weniger Dichtestress haben. Im Thal und im Gäu wohnen die Leute nicht so gedrängt. Für die 13 Sitze des Thal-Gäu im Kantonsrat haben sich insgesamt 58 Personen zur Verfügung gestellt. Von diesen 58 kommen 23 aus dem Thal. Die 13 gemeinsamen Vertreter des Gäu und des Thals sollen nun auf Stufe Kanton die Anliegen des Volkes einbringen und sich unter anderem auch für die Regionen einsetzen.

Jede Region hat seine spezifischen Bedürfnisse. Sehr speziell in unserer Amtei ist, dass das Gäu und das Thal die Prioritäten bei den Bedürfnissen wohl nicht ganz gleich setzen. Das Thal ist eher landwirtschaftlich orientiert und mit dem Naturpark Thal gibt auch ganz andere Bedürfnisse zu erfüllen als bei einem der wichtigsten Logistikplätze der Schweiz im Gäu. Auch ein Blick auf die Geografie des Thals zwischen zwei Juraketten und jener des Gäu, welche überwiegend flach ist, zeigt einen weiteren grossen Unterschied auf. Der geografische Mittelpunk respektive der Schwerpunkt des Kantons Solothurn liegt in Matzendorf, also mitten im Thal. Obwohl das Thal somit mathematisch inmitten des Kanton Solothurn liegt, fühlen wir Thaler uns immer wieder als Randregion und auch als solche behandelt. Damit das Thal aber seine Schätze und Stärken auch Nutzen kann, müssen unsere Vertreter im Kantonsrat sich dafür einsetzen. Es geht nicht darum, die Regionen gegeneinander auszuspielen, sondern sich besonders für eine Region stark zu machen.

Damit sich eine Region gegen aussen gut verkaufen oder behaupten kann, muss innerhalb der Region gut zusammengearbeitet werden. Hier haben wir im Thal sicher noch etwas Luft nach oben. Nur gemeinsam sind wir stark. Lassen wir doch unsere Vertreter im Kantonsrat klar wissen, was wir von ihnen wollen und was wir erwarten. Dazu müssen wir uns intern einig sein. Es geht dabei nicht um das Wohl von Einzelnen, sondern um das Wohl der ganzen Region als Gemeinschaft.

Zeigen wir dem Kanton, dass wir Thaler nicht nur ein besonderes Völkchen sind, sondern auch genau wissen, was wir wollen und lassen dies auch so über unsere Kantonsräte einfliessen. Ich freue mich bereits auf die Diskussionen mit unseren neu gewählten Kantonsrätinnen und Kantonsräten und erhoffe mir dadurch eine gute weitere Zukunft für unsere Region inmitten des Kantons und als eine der fünf Randregionen des Kantons.