Das Sparmassnahmenpaket des Oltner Stadtrates gibt zu reden. Betroffen sind auch Vierbeiner, die sich nicht dagegen wehren können. Nicht nur die städtische Volière soll keine Gelder von der Stadt mehr erhalten, wogegen sich der Volièreverein zur Wehr setzt, sondern auch der Tierpark Mühletäli. Die 300 000 Franken zur Sanierung seien auf Eis gelegt, berichtete Tele M1 am Mittwochabend.

Oltner Sparpaket fordert tierische Opfer - im Tierpark Mühletäli in Starrkirch-Wil

Oltner Sparpaket fordert tierische Opfer

Rolf Sommer, Präsident des Wildparkvereins Mühletäli Olten, zeigte sich in dem Beitrag konsterniert: «Die Freude der Kinder kann man nicht bezahlen. Nun müssen wir zusammenstehen und kämpfen. Jeder Rappen zählt». Insbesondere bedrohe eine Felsnase Tiere und Besucher und müsse dringend weg, war im Beitrag weiter zu vernehmen. Und «Niemand weiss, wie es weitergeht».

«Felsnase wird abgebaut»

Ist es wirklich so schlecht um den Tierpark bestellt? Daniel Thommen, Gemeindepräsident von Starrkirch-Wil, auf dessen Gebiet der Tierpark zu 95 Prozent liegt, relativiert. Die Gemeinde stehe schon länger im Gespräch mit dem Wildparkverein und der Stadt Olten. Es sei klar: Millionenprojekte lägen derzeit nicht drin. Aber: «Der Abbau der Felsnase ist finanziert, an diesem Sicherheitsprojekt werden sich Olten und Starrkirch-Wil beteiligen. Noch diesen Herbst sollte dies vonstattengehen», bemerkt Thommen.

Auch kleinere Projekte seien finanziell abgesichert, so Starrkirch-Wils Gemeindepräsident weiter. Darunter fällt etwa die Reparatur des Damhirsch-Geheges für rund 80 000 Franken. Auch die Gehege der Mufflonschafe oder der Waschbären können erneuert, respektive umgestaltet werden. Und die Finanzierung der Hochwasserschutzmassnahmen sei ebenfalls sichergestellt. Diese werden umgesetzt, sobald der Kanton das Projekt genehmigt hat. Hierbei kommen in erster Linie Beiträge von Bund und Kanton zum Tragen «Wir werden jährlich Schritt für Schritt solche kleineren Projekte durchziehen», sichert Thommen zu.

«Finanzierung breit abgestützt»

Aber woher kommt das Geld dafür? Thommen zählt auf: «Die Mitgliederbeiträge des Wildparkvereins stellen eines von vielen Standbeinen dar. Weiter erhält der Verein Gönnerbeiträge aus dem Grossagglomerationsgebiet». Auch die Bürgergemeinden sowie Einzelpersonen aus Starrkirch-Wil und der Region Olten würden sich regelmässig finanziell beteiligen. Ferner haben die Rotarier und Firmen projektbezogene Spenden geleistet. Und auch aus dem Lotteriefonds erhalte der Tierpark regelmässige Zuschüsse.

«Rolf Sommer hat ein grosses Beziehungsnetz, wenn es um die Äuffnung von Geldquellen geht», lobt der Starrkirch-Wiler Gemeindepräsident. Durch seinen unermüdlichen Einsatz habe Sommer in den letzten Jahren über 400 000 Franken zusammengebracht. Und er fasst zusammen: «Die genannten Mittel stehen uns weiterhin offen».

Entsprechend sieht er die Zukunft des Wildparks Mühletäli nicht gefährdet. «Der Park ist bei der Bevölkerung ausserordentlich beliebt. Ich bin sicher, dass die Region auch weiterhin Unterstützung gewähren wird», zeigt sich Thommen optimistisch. Neben der finanziellen Hilfe ist der Wildparkverein aber auch auf aktive Helferinnen und Helfer angewiesen, ohne die wäre der Betrieb des Wildparkes nicht denkbar.

«Zuerst muss der Felsen weg»

Ein Augenschein gestern Vormittag vor Ort ergab, dass die Felsnase tatsächlich stark absturzgefährdet ist. Und auch sonst gäbe es allerhand zu erledigen, wie Tierpflegerin Kyra Bosshardt, Vorstandsmitglied des Wildparkvereins, erläutert. Nicht nur seien alle Zäune der Wildtiergehege zu erneuern, was vom Kanton vorgeschrieben sei und das Waschbär-Gehege zu erweitern, auch sonst müssten weitere Sanierungsmassnahmen in Angriff genommen werden.

So sind beispielsweise die Eisenbahnschwellen im Damhirsch-Gehege in einem desolaten Zustand und drohen ebenfalls abzurutschen. Und der Schlauch, der den Park mit Frischwasser versorgt, verläuft unterhalb der Felsnase und müsste in den Felsen hineingezogen werden. «Aber zuerst muss der Fels weg», bemerkt die Hägendörferin.