Gäu

Kleiner Beutenkäfer als neue Bedrohung

Der Kleine Beutenkäfer.

Der Kleine Beutenkäfer.

Nach der Varroamilbe bedroht vielleicht schon bald der Kleine Beutenkäfer die Bienenvölker, wie an der Generalversammlung des Bienenzüchtervereins erwähnt wurde.

Präsident Roman Berger (Oberbuchsiten), konnte zur 96. Generalversammlung des 48 Mitglieder mit total 456 Bienenvölker zählenden Bienenzüchtervereins Gäu 33 Mitglieder sowie Gast-Referent Marcel Strub, Leiter Fachstelle Bienen vom Bildungszentrum vom Wallierhof Riedholz willkommen heissen.

Präsident Roman Berger gab einleitend seines Jahresberichtes 2014 zu bedenken, dass der sich auf die Menschen, vor allem auf die Imkerinnen und Imker, auswirkende Zauber der Bienen alleine nicht genüge. Die Bienen würden auch die kenntnisreiche und verständige Hilfe des Menschen benötigen. Ferner verwies Präsident Roman Berger auf die Hiobsbotschaft, dass der Kleine Beutenkäfer in Italien angekommen sei und durch ihn auf die Imkerinnen und Imker bald eine neue Herausforderung betreffend Schädlingsbekämpfung zukommen könnte. Die italienischen Behörden hätten am 12. September 2014 den Fund vom Kleinen Beutenkäfer in Kalabrien, Süditalien und in der Umgebung des Hafens von Gioia Tauro gemeldet. Die Übertragung auf gesunde Bienenvölker geschehe durch Ausschwärmen dieser Beutenkäfer (bis zu 50 km weit). Eine Verbreitung sei auch möglich durch Paketbienen, uneinsichtige Imker, Wanderimkerei, der Tausch oder Transport von Imkereimaterial. Der Siegeszug des Käfers scheine also begonnen zu haben.

Schlechte Sommerernte

Wie dem Jahresbericht 2014 der Bieneninspektorin Marianne Zeltner entnommen werden konnte, hatte sie 2014 wie schon 2013 keinen einzigen Fall von Sauer- oder Faulbrut sowie keine Rückfälle zu verzeichnen. Das Wetter sei nicht optimal für die Sommerbehandlung gewesen; die Schäden der Varroamilben seien im Frühling 2015 sichtbar geworden. Die Honigernte sei im Frühling bei den meisten Imkern gut gewesen. Die Sommerernte dagegen sei buchstäblich «ins Wasser gefallen».

Der VDRB-Betriebsprüfer Peter Baumgartner ging in seinem Jahresbericht auf Standbesuche von Vereinsmitgliedern ein. Der Bienenzüchterverein Gäu pflege seit Jahren mit dem Standbesuch im Herbst in definierten Gemeinden im Vereinsgebiet eine sinnvolle Tätigkeit. «Mit der Teilnahme der Bieneninspektorinnen und dem Betriebsprüfer erhalten wir nicht nur eine gute Übersicht über die imkerliche Praxis im Vereinsgebiet, sondern spüren vermehrt auch die Probleme der Imker.» Nur so ergebe der Standbesuch einen Sinn, von dem alle profitieren können. Im Weiteren orientierte Baumgartner, dass 2014 durch eine Betriebskontrolle weitere zwei Qualitäts-Siegelimker aus dem Vereinsgebiet das Qualitätszertifikat erreicht hätten. Damit würden sich 18 Vereinsmitglieder zu einer überdurchschnittlichen Honigqualität bekennen (2014: 22 im Kanton, 122 Siegelimker = 174 % Anteil = 95 % im Verein).

Neue Mitglieder im Vorstand

Die Versammlung genehmigte einstimmig den Jahresbericht des Präsidenten Roman Berger, der Bieneninspektorin Marianne Zeltner, des VDRB-Betriebsprüfers Peter Baumgartner und jenen des Vizepräsidenten Franz Berger betreffend den Lehrbienenstand Schlattbrunnen, sowie die von der Kassierin Helene Elmiger erläuterte Jahresrechnung 2014 und das Jahresprogramm 2015. Mit Applaus wurden Michaela Ackermann aus Wolfwil, Alfred Gabi und Martin Müller aus Niederbipp als neue Vereinsmitglieder aufgenommen und willkommen geheissen.

Hoch interessant waren die Informationen des Gast-Referenten Marcel Strub, Leiter der Fachstelle Bienen, Bildungszentrum Wallierhof, Riedholz, betreffend die Herkunft, Biologie und den Lebenszyklus des in Italien und somit in Europa, jedoch noch nicht in der Schweiz, angekommenen Kleinen Beutenkäfers (Aetina tumida)». Der Referent versuchte die Sorge der Imkerinnen und Imker etwas abzuschwächen, indem er darauf hinwies, dass mit dem Auftauchen dieses Käfers keine Bakterien- oder Viruserkrankung verbunden sei.

Es gibt bereits Fallen zu kaufen

Die Begattung der Käfer und die Ablage der Eier finden in den Waben statt. Bekämen die Eier zu heiss oder zu kalt, gingen sie ein. Und wenn die Waben dicht voll seien, habe der Käfer schon gar keine Chancen zum Eindringen und zur Eiablage. Wenn sorgfältig und sauber gearbeitet werde, glaube er nicht, dass wegen des Kleinen Beutenkäfers Extremsituationen entstehen werden. Zudem gebe es bereits käuflich zu erwerbende Fallen, mit denen etwa ein Drittel der Käfer aus den Waben herausgeholt werden könne.

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