Matzendorf

Kirche, Pfarrhof und Kapelle werden für 1,1 Mio. Franken saniert

Die Kirche St. Pankratius, wie man sie von der Thalstrasse her kennt

Die Kirche St. Pankratius, wie man sie von der Thalstrasse her kennt

Die Kirchgemeindeversammlung von Matzendorf verabschiedet einen Kredit von 1,1 Millionen Franken für die Sanierungen der Pfarrkirche St. Pankratius, für den Pfarrhof und die Kapelle St. Agatha.

Welch ein Gegensatz: Für den Kanton Solothurn ist klar, dass die Pfarrkirche St. Pankratius, der Pfarrhof und die Kapelle St. Agatha in Matzendorf erhaltenswert sind, darum stehen sie auch unter kantonalem Schutz. Wenn es vor Ort darum geht, Geld auszugeben – und zwar mehr als eine Million –, um die Gebäude zu erhalten, scheint das Interesse nicht sehr gross zu sein. Matzendorf zählt 796 römisch Katholiken, natürlich sind aufgrund des Alters nicht alle stimmberechtigt.

Immerhin: Jene 15 Frauen und Männer, die sich zur Versammlung der römisch-katholischen Kirchgemeinde vom Montagabend eingefunden hatte, zeigten sehr grosses Interesse. Sie stimmten denn auch den geforderten Krediten zu: 906 000 Franken für die Kirche, 140 000 für den Pfarrhof und 56 000 für die Kapelle St. Agatha.

Dies aber nicht ohne sich von Verwalter Daniel Christ versichern zu lassen, dass die finanzielle Belastung ohne weiteres verkraftbar sei. Zumal noch mit Beiträgen von Kanton und Synode über rund 200 000 Franken zu rechnen sei, sodass der Kirchgemeinde eine Nettoinvestition von gut 900 000 Franken bleibe.

Auf beweglichem Untergrund

Es gehe darum, vorzusorgen für die nächsten mindestens 30 Jahre, sagte Kirchgemeindepräsident Christoph Koch einleitend. Die Risse in den Mauern der Kirche seien mittlerweile so gross geworden, dass eine Reparatur dringend sei. Peter Widmer von der wwb Architekten AG, Solothurn, pflichtete dem bei, erwähnte aber, Risse seien bei dieser Kirche seien nicht ungewöhnlich. «Das Gemäuer steht auf einem Untergrund, der sich bewegt.» Flickt man die Risse immer wieder, dann sei keine unmittelbare Einsturzgefahr in Verzug, steht doch ein Teil der Kirche seit der Zeit ums Jahr 1520.

Es bleibt aber nicht bei der Reparatur der Risse, gleichzeitig will man länger anstehende Probleme lösen. Ein inwendig eingebauter Windfang soll helfen, im Winter Temperaturschwankungen abzuschwächen. Weil dies Platz braucht, wird die Anzahl Bankreihen reduziert, Stühle sollen eine flexiblere Raumgestaltung erlauben. Repariert und angepasst werden ferner Akustikanlage, Heizungssteuerung und Beleuchtung.

Bei der Kapelle St. Agatha sind die Wärmedämmung der Decke, die Anpassung der Heizung sowie der Einbau einer Lüftungsklappe Kernpunkte der Sanierung. «Wenn die Leute die Kapelle verlassen haben, muss gelüftet werden», sagte Widmer. Dies sei offensichtlich vernachlässigt worden, wie die Feuchtigkeitsschäden zeigten.

Im Pfarrhof, seit 2006 Heimat des Matzendörfer Keramikmuseums , geht es ebenfalls um das Raumklima. Da werden die Decke über dem ersten Stock gedämmt, neue Fenster eingesetzt und das äussere Holzwerk wird neu gestrichen.

Alte Bilder wieder in die Kirche?

Bei der Planung für die Sanierung der drei Gebäude stiess man auf Bilder, die einst den Innenraum der Kirche im Biedermeierstil schmückten. Domherr Schenker gefiel das nicht und befahl der Kirchgemeinde: «Der heutige Zustand des Kircheninnern verlangt gebieterisch eine Renovation.» Worauf 1951 die Kirche fast leergeräumt wurde.

Die zum Teil grossflächigen Bilder fristeten seither ein nicht fachgerechtes Dasein. Jetzt kam die Idee auf, sie restaurieren zu lassen und zeitweise in der Kirche wieder zu zeigen. Mit dem Restaurieren zeigten sich die Versammlungsteilnehmer einverstanden. Aber darüber, ob und wo sie gezeigt werden, wolle man zuerst noch reden.

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