Region Olten

Kioskbesitzerin: «Mit einer treuen Kundschaft kann man überleben»

Erika Walker in ihrem Kiosk an der Mittelgäustrasse in Wangen.

Erika Walker in ihrem Kiosk an der Mittelgäustrasse in Wangen.

Die privat betriebenen Kioske in der Region Olten sind nicht auf Rosen gebettet – die Gründe dafür sind vielfältig

Zigaretten, Kaugummis, Zeitungen, Kaffee, Gipfeli. Kaufen kann man an einem Kiosk einiges – in vielen anderen Läden allerdings auch. Dementsprechend unzufrieden sind die Kioskbetreiber.

Eine von ihnen ist Erika Walker, deren Kiosk an der Mittelgäuerstrasse in Wangen steht: «Ja, wir haben Mühe und müssen das Geld gut einteilen», bestätigt sie und meint mit «wir» sich selbst und ihre Mitarbeiterin. Der Grund dafür sieht sie im nahe gelegenen Lidl, hauptsächlich aber in der Umfahrung von Wangen: «Seither nehmen wir nur noch ungefähr die Hälfte von vorher ein», erklärt sie. Pro Tag kämen etwa 40 Kunden bei ihr vorbei. Eingebrochen sei der Verkauf von ziemlich allem. Sogar der Losverkauf, welcher Walker als Haupteinnahmequelle bezeichnet, sei um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen. Lose kann sie nach wie vor häufig verkaufen, genau wie Getränke, Gipfeli und belegte Brote. Tankstellenshops, die im Grunde dasselbe Angebot haben, betrachtet sie nicht als starke Konkurrenz.

Bei Ambalavanar Kathirgamalingam, kurz Lingam, tönt es ähnlich: «Es ist unterschiedlich: An einem Tag läuft es gut, an einem anderen weniger.» Der 46-jährige Familienvater betreibt seit sieben Monaten den Kiosk an der Oltner Feldstrasse, seine Ehefrau hilft ihm dabei. «Aber ich hätte nichts dagegen, wenn mehr Gewinn gemacht werden könnte.» Er kann vor allem Süssigkeiten und Schokolade verkaufen. Dies liegt am Säli-Schulhaus, welches nur wenige Gehminuten entfernt liegt. Auch Lose und Zigaretten lassen sich gut verkaufen. Generell laufe es in den Sommermonaten besser als in denjenigen des Winters. Dann habe er auch länger geöffnet, bilanziert er.

Neues Geschäftsmodell?

Gar nicht mehr geöffnet ist der Kiosk Kreuz in Kappel. Seit dem 12. November dieses Jahres ist der Laden aus gesundheitlichen Gründen geschlossen, wie es auf einem Zettel, der am verschlossenen Kioskfenster klebt, heisst. Dass der Kiosk auch nicht von den Mitarbeiterinnen weiterbetrieben werden kann, könnte als Zeichen dafür gedeutet werden, dass auch dieses Exemplar zu kämpfen hatte.

Dass es auch anders geht, beweisen die Betreiberinnen vom Hammer Kiosk in Olten. Neben dem typischen Kioskstand gibt es ein bedientes Café, in dem zum Beispiel nach getaner Einkaufstour eingekehrt werden kann. Ob dies ein neues Geschäftsmodell mit Zukunft ist, wird sich zeigen. Möglich wäre es – die Betreiberin war am Freitag nämlich ziemlich beschäftigt.

«Kunde muss König sein»

Ans Aufhören denkt Erika Walker, die den Kiosk in Wangen schon seit 18 Jahren betreibt und eigentlich schon länger pensioniert wäre, aber nicht: «Ich möchte auch weiterhin arbeiten und meine Zeit sinnvoll verbringen.»

Was sie für die Weiterführung tun muss, weiss die Österreicherin ganz genau: «Der Kunde muss König sein.» Dafür steht sie gut und gerne um drei Uhr morgens im Laden und bäckt Gipfeli und Brötchen auf. Die ersten Stammkunden kommen nämlich bereits eine Stunde später. «Mit dieser treuen Kundschaft schaffen wir es, den Kiosk am Leben zu erhalten», ist Erika Walker überzeugt.

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