Neuendorf

Kiesabbau in Aegertengrube steht bevor

Der Kiesabbau in der stillgelegten Aegertengrube kann erst nach der Rodung des links im Bild sichtbaren Waldes wieder aufgenommen werden.

Der Kiesabbau in der stillgelegten Aegertengrube kann erst nach der Rodung des links im Bild sichtbaren Waldes wieder aufgenommen werden.

Die Bürgergemeinde budgetiert erstmals nach zwei Jahren wieder Einnahmen aus der Grube.

Zwei Jahre musste sich Bürgergemeindepräsident Emil Lämmle gedulden, bis er dem Souverän wieder ein Budget mit Einnahmen aus dem Kiesabbau der Aegertengrube vorlegen konnte.

Möglich war dies nicht wegen des seit Ende 2012 andauernden Rechtsstreits mit den Gegnern für die neue Erschliessung der Grube. Diese soll im Zuge des geplanten Ausbaus mit der Anfahrt der Lastwagen über Fulenbacherstrasse und der Wegfahrt über die Wolfwilerstrasse erfolgen.

Die allesamt an der Wolfwilerstrasse wohnhaften Einsprecher zogen mit ihrer Beschwerde bis vor Verwaltungsgericht, wo sie im September dieses Jahres abblitzten. Weil die bestehende Grube völlig ausgeschöpft war, fehlten der Bürgergemeinde während dieser Zeit wichtige Einnahmen, weshalb sie 2015 mit einem Defizit von 7787 Franken sogar rote Zahlen schrieb.

122 000 Franken aus Kiesabbau

Im kommenden Jahr sollen aus der Kiesgrube Aegerten Erträge in der Höhe 123 750 Franken in die Kasse der Bürgergemeinde fliessen, wie Finanzverwalterin Priska Kempf den 16 zur Bürgergemeindeversammlung erschienen Stimmberechtigten erklärte.

122 000 Franken davon sind als Einnahmen aus dem Kiesabbau budgetiert, 11 170 Franken sollen via Deponiegebühren eingenommen werden. Insgesamt sieht das Budget 2017 für das Bürgerwesen bei einem Aufwand von 494 765 Franken einen Ertragsüberschuss 110 185 Franken vor.

Ausgeglichen bei Ausgaben von 30 473 Franken ist im Budget die Spezialfinanzierung Forstwesen ausgewiesen.

Strasse für Wegfahrt wird verstärkt

Negativ abschliessen wird gemäss Budget das Allmendwesen, das bei einem Aufwand von 47 285 Franken ein Defizit von 12 893 Franken vorsieht. Der grösste Ausgabeposten entfällt mit 28 000 Franken auf den Strassenunterhalt.

Der Hauptanteil davon, nämlich 26 800 Franken, wird für den Ausbau des Mittleren Aegertenwegs sowie die Reparatur und Befestigung des Äussern Aegertenwegs bis zur Einmündung in die Wolfwilerstrasse verwendet. Auf dieser Route werden die beladenden Lastwagen nach der Wiedereröffnung der Aegertengrube den abgebauten Kies abtransportieren.

Mit diesen baulichen Massnahmen soll das vom Regierungsrat bewilligte Verkehrsregime für mindestens zwei Jahre sichergestellt werden, wie Lämmle ausführte. Innerhalb dieses Zeitraums muss die Einwohnergemeinde gemäss Regierungsratsbeschluss auch ein neues Verkehrsregime öffentlich zur Auflage bringen. Dies um eine eventuell bessere Erschliessung für die Grube zu finden.

Schlagbewilligung wurde erteilt

Zurück zum Budget der Bürgergemeinde, insbesondere zu den Investitionen im Bürgerwesen, welche mit 42 000 Franken ausgewiesen werden. Dieser Betrag wurde für die Schlagbewilligung im Hessenban eingesetzt und entspricht der Hälfte der vom Kanton eingeforderten Summe. Die anderen 42 000 Franken würden vom Betreiber der Grube übernommen, wie Lämmle informierte.

Die Schlagbewilligung für die rund 1 Hektare Wald, die für den weiteren Ausbau der Grube abgeholzt werden müssen, wurde bereits erteilt, sei aber noch nicht bei ihm eingetroffen, erklärt Revierförster Walter Brönnimann auf Anfrage. Brönnimann geht davon aus, dass mit der Rodung Anfang 2017 begonnen werden kann.

Dies würde bedeuten, dass der Kiesabbau in der Aegertengrube voraussichtlich Mitte Januar aufgenommen werden könnte.

Bürgergemeindepräsident Lämmle hofft, dass dieser Zeitplan eingehalten werden kann. «Damit endlich wieder Normalität und Ruhe einkehren.»

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